Mitarbeiterbefragung Dialog mit Belegschaft eröffnet personalstrategische Chancen

Autor / Redakteur: Stefan Reichert und Rainer Ulbricht / Christian Otto

Mitarbeiterbefragungen geben Aufschluss darüber, wie ausgeprägt Commitment, Engagement und Zufriedenheit in der eigenen Belegschaft sind. Wie sich der besondere Mehrwert von Personalbefragungen entfaltet und wie dadurch der Weg für Veränderungen bereitet wird, zeigt ein Beispiel aus der Praxis.

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Die Mitarbeiter an allen 80 Standorten wurden frühzeitig über die Erhebung, deren Ziele und das Procedere informiert, um eine möglichst hohe Teilnahmequote sicherzustellen.
Die Mitarbeiter an allen 80 Standorten wurden frühzeitig über die Erhebung, deren Ziele und das Procedere informiert, um eine möglichst hohe Teilnahmequote sicherzustellen.
(Bild: Oli Keinath / Die Hoffotografen)

Die Knorr-Bremse AG entschied sich 2011 zum wiederholten Male, alle Mitarbeiter zu befragen, um herauszufinden, wie es um die Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen, ihr Engagement und die Zufriedenheit bestellt ist. Aufgrund der Komplexität der Erhebung, immerhin waren weltweit 17.250 Mitarbeiter einzubeziehen, zog der Hersteller von Bremssystemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge die Cubia AG als Beratungsunternehmen hinzu. Neben der Expertise für Mitarbeiterbefragungen war ausschlaggebend, dass die Konstanzer Personalexperten mit Jürgen Schultz-Gambard einen profunden wissenschaftlichen Prozessbegleiter stellen konnten.

Der Psychologieprofessor der LMU München erarbeitete zunächst mit den Projektverantwortlichen einen Fragebogen mit 105 Items, die 14 Kategorien zugeordnet wurden. Dazu gehörten Fragen zu Arbeitsbedingungen, Stress und Belastung, Unternehmenskultur, Führung, Kommunikation, Information und Prozesse. Ziel war es, mithilfe der Items drei Indices (Commitment, Engagement und Führung) bestimmen zu können, die wiederum zu einem Gesamtwert gebündelt werden sollten, der die Arbeitszufriedenheit der Belegschaft darstellt.

Der Konzernbetriebsrat wurde von Beginn an einbezogen, ebenso der Datenschutzbeauftrage. Jedes Item wurde mit ihnen abgestimmt. Nach Fertigstellung des Fragebogens wurde dieser in 14 Sprachen übersetzt und von den HR-Administratoren in den 27 Ländern, in denen das Unternehmen aktiv ist, überprüft, ob die Fragen kulturell angemessen und verständlich formuliert waren.

Logistische Herausforderung zu bewältigen

Die Mitarbeiter an allen 80 Standorten wurden frühzeitig über die Erhebung, deren Ziele und das Procedere informiert, um eine möglichst hohe Teilnahmequote sicherzustellen. Das Projektteam musste zudem bei der Planung die Standortbesonderheiten hinsichtlich ihrer Struktur und die späteren Ergebniscluster berücksichtigen. Zu erfassen war, welche Mitarbeiter die Befragung online durchführen konnten und welche einen gedruckten Fragebogen benötigten.

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