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Messeduo Intec und Z

Die Additive Fertigung verlässt die Prototypen-Nische

| Redakteur: Victoria Sonnenberg

Am Beispiel dieses fiktiven Verteilergehäuses in Aluminiumleichtbauweise zeigt citim die nahezu unbegrenzten Möglichkeiten der additiven Fertigung auf.
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Am Beispiel dieses fiktiven Verteilergehäuses in Aluminiumleichtbauweise zeigt citim die nahezu unbegrenzten Möglichkeiten der additiven Fertigung auf. (Bild: Citim)

Das Technologieforum „Additive Fertigung“ im Rahmen der Intec und Z 2017 demonstriert Anwendungen und Potenziale neuer Verfahren und Werkstoffe für die Industrie.

Additive Fertigungsverfahren sind dabei, die Prototypen-Nische zu verlassen und ihren Platz in der industriellen Produktion zu finden. Das Leipziger Messedoppel Intec und Z 2017 trägt dieser Entwicklung mit seinem Fachprogramm und einer Technikschau Rechnung. Vom 7. bis 10. März 2017 stellen Unternehmen und Forschungseinrichtungen – dazu gehören unter anderem bkl-lasertechnik, citim, Concept Laser, enesty, das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM, Laservorm, Matsuura Machinery, Trumpf Laser- und Systemtechnik sowie 3D-Metall Theobald – im Technologieforum „Additive Fertigung“ in Halle 2 Einsatzfelder dieser Schlüsseltechnologie vor.

Am 8. und 9. März geben außerdem Referenten aus Industrie und Wissenschaft in einem Fachsymposium anwendungsorientierte Einblicke in Stand und Perspektiven der additiven Fertigung. Partner der Leipziger Messe bei Konzeption und Organisation des Forums ist das Fraunhofer IFAM. „Wir freuen uns, mit dem Fraunhofer-IFAM eine Einrichtung mit ausgewiesener Expertise auf dem Gebiet der additiven Fertigung gewonnen zu haben. Gemäß Ausrichtung unserer Messen setzen wir den Fokus auf metallbasierte Technologien und Werkstoffe“, sagt Kersten Bunke, Projektdirektorin der Intec und Z.

Den Mittelstand im Fokus

Das Fraunhofer-IFAM hat mit über 20 Jahren eine lange Tradition in der additiven Fertigung an den Standorten Bremen und Dresden. „Allein bei uns in Dresden entwickeln wir mit dem Elektronenstrahlschmelzen, dem 3D-Siebdruck und neu dem metallischen Fused Filament Fabrication gleich drei unterschiedliche Verfahren weiter. Daher ist es uns ein Anliegen, gemeinsam mit der Leipziger Messe das Thema additive Fertigung insbesondere für den Mittelstand stärker zu fokussieren“, erklärt Prof. Bernd Kieback, Leiter des Institutsteils Dresden des Fraunhofer-IFAM, die Motivation zur inhaltlichen Koordination des Forums.

Der Schwerpunkt wird auf die Erzeugung metallischer Strukturen für die Industrie gesetzt. „Es ist schwierig, einzelne Entwicklungen hervorzuheben, da sich der gesamte Markt als sehr innovativ darstellt. Im Moment ragen die Pulverbettverfahren mittels Laser oder Elektronenstrahl klar heraus und beinahe täglich finden sich in der Fachliteratur neue interessante Entwicklungen“, betont der Experte für Pulvermetallurgie. Die Pulverbettverfahren sind inzwischen in der industriellen Realität angekommen, hier existieren insbesondere in der Luftfahrt, der Medizin und dem Werkzeugbau kommerzielle Anwendungen. Der Wissenschaftler verweist darauf, dass es aber auch weiterhin noch großer Anstrengungen bedarf, um das Potenzial dieser neuen Fertigungsmethoden voll auszuschöpfen. „Zusätzlich existiert gerade im Mittelstand noch eine große Unsicherheit über die Möglichkeiten und Chancen der additiven Fertigung. Hier soll auch das Forum ansetzen, diesen Fragen klärend zu begegnen“, unterstreicht Prof. Bernd Kieback.

Anlagentechnik passgenau auswählen

Bei der Anlagentechnik für metallbasierte additive Verfahren gehören deutsche Hersteller zur internationalen Spitze. Basis dafür sind nicht zuletzt die Entwicklungsleistungen in der hiesigen Wissenschaft. Mit rund 20 Jahren Erfahrung im Additive Manufacturing metallischer Bauteile mit selektivem Laserschmelzen (Selective Laser Melting - SLM) gilt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT Aachen weltweit als führende Forschungseinrichtung auf diesem Gebiet. Stand und Trends in der Anlagenentwicklung beleuchtet Florian Eibl in seinem Vortrag am 8. März. Der Teamleiter Anlagen- und Komponentenentwicklung SLM am ILT geht dabei vor allem auf die Wahl der passenden Anlage ein. „Hier empfiehlt es sich, immer vom Bauteil aus zu betrachten, mit welchen Verfahren und welchem Anlagentyp der größtmögliche Nutzen zu erzielen ist. Geplante Applikationen, Stückzahlen und Auslastung sind Einflussfaktoren, die man bei der Anschaffung berücksichtigen sollte“, regt er an. Generell sei zu beobachten, dass mehr und mehr Unternehmen die Potenziale der additiven Fertigung für Serienanwendungen erschließen. „Der Hype um das Thema ebbt ab und macht einer sachlichen Analyse möglicher Anwendungsfälle Platz, beispielsweise bei Automobilzulieferern“, so Florian Eibl.

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