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Kunststoffverpackungen

Die böse Plastiktüte schüttelt sich den Staub ab und wird nachhaltig

| Autor/ Redakteur: Victoria Sonnenberg / Mag. Victoria Sonnenberg

Von Kunststoffverpackungen wird viel abverlangt. Sie sollen flexibel sein, robust, aber vor allen Dingen sollen sie den Produkten einen unverzichtbaren Schutz bieten. Aber je mehr wir davon brauchen, desto lauter werden auch die Bedenken in Hinblick auf die Nachhaltigkeit sowie die steigenden Verpackungskosten.

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Auf der letzten Interpack in Düsseldorf kürten Elipso und IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. die Gewinner der 1. Ausgabe des Pack the Future 2014 – the sustainable plastic packaging award.
Auf der letzten Interpack in Düsseldorf kürten Elipso und IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. die Gewinner der 1. Ausgabe des Pack the Future 2014 – the sustainable plastic packaging award.
(Bild: Messe Düsseldorf)

Die einen lieben sie, die anderen verabscheuen sie. Dennoch gibt es einen klaren Sieger: Denn der deutsche Markt für Kunststoffverpackungen und Folien hat sich erst 2013 wieder als äußerst lukrativ entpuppt. Während die Produktionsmenge um rund 2,4 % auf 4,3 Mio. t stieg, wurde mit einem Umsatz von insgesamt 13,6 Mrd. Euro (ein Plus von 3,5 %) ein neues Rekordniveau erreicht. Trotz positiver Entwicklung am Markt haftet den Kunststoffverpackungen immer noch ein umweltverschmutzendes Image an. Wobei an dieser Stelle auch erwähnt werden muss, dass nicht alles „öko“ ist, was nicht glänzt.

Steigt der Wettbewerb steigen auch die Anforderungen an den Kunststoff

Ein Beispiel: Aus ökologischer Sicht sind Tragetaschen aus Papier nicht immer umweltschonender als ihr Pendant aus Plastik. Denn für ihre Entstehung sind besonders lange und reißfeste Zellstofffasern notwendig, die mit Chemikalien behandelt werden müssen. Zudem sind Papiertüten in der Regel schwerer, weil sie eine höhere Dichte für die Reißfestigkeit mitbringen müssen.

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Was wiederum den Materialeinsatz pro Tüte und die Emissionen beim Transport erhöht. Getrieben durch den großen Wettbewerbsdruck im Verpackungssektor steigen auch die Anforderungen an Rohstoff- und Maschinenhersteller, durch Innovationen auf der Material- und Verfahrensseite zu einer höheren Nachhaltigkeit im Verpackungssektor zu gelangen. Dabei zeigen die Beutelverpackungen im Bereich der flexiblen Verpackungen das größte Wachstum an, da sie in neuen Bereichen Anwendungen finden und zudem ein geringeres Verpackungsgewicht aufweisen, woraus sich reduzierte Produktions- und Logistikkosten ergeben. „Der Trend geht zu möglichst effizienten Verpackungslösungen, das heißt, die Kosten müssen sinken und die Handhabung muss sowohl für den Endkonsumenten wie den Anwender möglichst einfach sein“, erklärt Delphine Jean, Marketing-&-Produktmanagement-Direktorin von Rajapack.

Kunststoffverpackungen sagt man einen weitaus schlechteren Ruf nach, als sie in Wahrheit haben. Denn lediglich etwa 1,5 % des gesamten Öl- und Gasverbrauchs in Europa fallen für den Rohstoff an, der für die Herstellung von Kunststoffverpackungen verwendet wird, während der Mammutanteil von knapp 90 % auf Heizung, Transport und Energieerzeugung zurückzuführen ist.

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