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Multi-Cloud-Infrastrukturen

Die Cloud effizient nutzen

| Autor / Redakteur: Alex Fürst* / Florian Karlstetter

Die Cloud effizient nutzen: Alex Fürst, Vice President DACH bei Rackspace gibt seine Expertise als Managed Service Provider in einem Gastbeitrag wieder.
Die Cloud effizient nutzen: Alex Fürst, Vice President DACH bei Rackspace gibt seine Expertise als Managed Service Provider in einem Gastbeitrag wieder. (Bild: gemeinfrei (geralt / pixabay) / CC0)

Ohne Zweifel haben Cloud-Technologien die Art und Weise verändert, wie Unternehmen ihre Geschäfte tätigen. Doch holen sie auch das Optimum aus ihren Investitionen heraus, vor allem wenn sie komplexe Multi-Cloud-Infrastrukturen einsetzen?

Aus unserer langjährigen Erfahrung als Managed Service Provider kann ich sagen, nur eine Cloud-Infrastruktur zu besitzen, ist noch lange keine Garantie dafür, dass man alle potenziellen Vorteile der Cloud auch tatsächlich ausnutzt.

Denn angesichts der sich ständig weiterentwickelnden Cloud-Landschaft sehen sich Unternehmen mit einer zweifachen Herausforderung konfrontiert: Zum einen müssen sie eine Reihe von komplexen IT-Infrastrukturen gekoppelt an mehrere Cloud-Dienste verwalten, um den täglichen Betrieb aufrechtzuerhalten. So schätzt das auch die Experten von RightScale in ihrer Studie State of the Cloud, ein, die herausfand, dass Anwendungen in Unternehmen im Durchschnitt bereits auf mindestens acht verschiedenen Cloud-Plattformen laufen. Diese basieren auf unterschiedlichen Standards und erfordern entsprechend hochspezialisiertes Wissen der hauseigenen IT-Abteilung.

Die zweite Herausforderung liegt meiner Meinung nach darin, dass Unternehmen ständig auf dem neuesten Stand bleiben müssen, um im zunehmend härter umkämpften globalen Markt zu bestehen. Dabei bringen Plattformen wie AWS, Microsoft Azure und Google Cloud immer wieder neue Funktionen und Updates heraus. So ist es keineswegs verwunderlich, dass Entscheider in Unternehmen bei der Wahl der geeigneten Cloud-Strategie kaum noch nachkommen. Das spiegelt auch unsere aktuelle Studie wieder, wonach in Deutschland 87 Prozent der IT-Entscheider glauben, nicht die nötige Cloud-Expertise zu besitzen. Die von Rackspace und Wissenschaftlern der London School of Economics and Political Science (LSE) durchgeführe Studie bringt auch die folgen auf den Punkt. Demnach büßen weltweit große Unternehmen jährlich mehr als 250 Millionen US-Dollar aufgrund von Wissenslücken beim Thema Cloud ein.

Unternehmen in der Zwickmühle

Angesichts dieser beiden Herausforderungen befinden sich Unternehmen in einer Art Zwickmühle: Sie müssen sich bei der Priorisierung ihrer Aufgaben ständig zwischen dem Aufrechterhalten der operativen Tätigkeit und dem Streben nach Innovation entscheiden. Das bedeutet: Wenn sich die internen Cloud-Experten zum Beispiel darauf konzentrieren, die Cloud-Infrastruktur der Organisation zu verwalten und reibungslos am Laufen zu halten, fehlt ihnen die dafür investierte Zeit, um Prozesse und Funktionen kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Aus unserer Erfahrung heraus ist es heute erfolgsentscheidend, die nötige Expertise für beide Herausforderungen im Unternehmen zu besitzen. Denn nur so können sie ihre Cloud-Infrastruktur langfristig auf optimale Weise verwalten und betreiben. IT-Mitarbeiter mit der entsprechenden Erfahrung und dem benötigten Know-how im Cloud-Bereich können daher die Digitale Transformation des Unternehmens wesentlich unterstützen. Dies gilt vor allem dann, wenn sie dadurch zusätzlich die Bedeutung des IT-Teams im Unternehmen erhöhen und sich mit ihren Fähigkeiten auf lange Sicht bewähren.

Wer langsam ist, verliert

Im Umkehrschluss heißt das aber auch: Setzt ein Unternehmen seine Cloud-Kompetenzen falsch ein, kann es möglicherweise nicht die Vorteile der Technologie nutzen – wie einfache, flexible Prozesse. Wenn sich die IT-Abteilung mit den ständigen Veränderungen in der Cloud schwertut, wird das Unternehmen früher oder später vom Wettbewerb überholt. Denn die Konkurrenz wird dann neue Produkte und Dienstleistungen deutlich schneller auf den Markt bringen, zu günstigeren Kosten arbeiten und besser auf die sich ständig verändernden Marktbedingungen reagieren.

Die Studie „The Cost of Cloud Expertise“ zeigt auch, dass schon heute 39 Prozent der IT-Entscheider glauben, dass ihr Unternehmen aufgrund fehlender Fähigkeiten bei der Installation von Cloud-Plattformen hinterherhinkt. Und wagen wir einen Blick in die nähere Zukunft, bin ich mir sicher, wird sich dieses Problem noch verschärfen. Denn je mehr Unternehmen ihre eigenen digitalen Produkte und Dienstleistungen entwickeln wollen, desto schneller verwandelt sich die effektive Nutzung der Cloud-Technologie von einer operativen zu einer strategischen Aufgabe.

Dabei steigen gleichzeitig die Anforderungen an die IT-Sicherheit. Es entstehen ständig zahlreiche neue Technologien wie Künstliche Intelligenz oder Blockchain. Daher wird detailliertes und umfassendes Wissen über Cloud-Technologien für zukunftsorientierte Unternehmen immer wichtiger. Auf lange Sicht gesehen könnte dieses Know-how sogar über den Erfolg oder Misserfolg von Unternehmen entscheiden.

Dem Fachkräftemangel trotzen

Doch die richtigen Mitarbeiter mit Cloud-Erfahrung zu haben, ist einfacher gefordert als umgesetzt. Wir kennen das Thema Fachkräftemangel und wissen die die entsprechenden Experten rar. Für den Umgang mit fehlender Cloud-Kompetenz gibt es für Unternehmen vor allem zwei Möglichkeiten:

Alex Fürst, Vice President DACH bei Rackspace.
Alex Fürst, Vice President DACH bei Rackspace. (Bild: Rackspace)

Erstens kann eine Firma Zeit und Geld in den Aufbau und die Entwicklung einer internen IT-Abteilung investieren. Doch für die Hälfte der IT-Entscheider ist das Einstellen der richtigen Fachkräfte, die ihnen beim Management der Cloud helfen könnten, schwierig – so auch die Studie „The Cost of Cloud Expertise“. Demnach sind aus Bewerbersicht Gehalt und Zusatzleistungen am wichtigsten (62 Prozent), gefolgt von Karrieremöglichkeiten in der Firma (41 Prozent) sowie die Chance zur Mitarbeit an interessanten Projekten (37 Prozent). Der große Vorteil interner IT-Experten liegt darin, dass sie auf Basis der spezifischen Bedürfnisse des Unternehmens individuelle Lösungen entwickeln. Zudem können sie genauer einschätzen, was funktionieren wird und was nicht.

Zweitens kann ein Unternehmen einen Managed Cloud Provider einbinden. Der große Vorteil eines externen unabhängigen und zertifizierten Experten ist, dass er eine passgenaue Lösung entwickeln und den Cloud-Betrieb für alle Aspekte der Firmentätigkeit gewährleisten kann, inklusive der nötigen Sicherheitsvorkehrungen. So kann die Firma der internen IT-Abteilung den Rücken freihalten, damit sie mehr Zeit für Innovationen sowie zur Steigerung der Effizienz erhält. Dadurch schafft sie einen echten Mehrwert für das Unternehmen. Zudem können externe Managed Cloud Provider dabei unterstützen, das Beste aus den Cloud-Diensten herauszuholen, da sie das links und rechts des Tellerrandes kennen.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf unserem Schesterportal Cloudcomputing-Insider.de

* Alex Fürst ist Vice President DACH bei Rackspace.

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