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Gemeinschaftsdiagnose Herbst Die deutsche Wirtschaft verharrt im moderaten Aufschwung

| Redakteur: Robert Horn

Zwei Mal im Jahr erstellt eine Gemeinschaft aus Wirtschaftsforschungsinstituten eine Prognose für die Welt- und die deutsche Wirtschaft. Noch im Frühjahr 2016 bescheinigten die Experten der deutschen Wirtschaft ein moderates Wachstum. Das hat sich auch im Herbst nicht geändert, so die Botschaft. Gleichzeitig warnen die Institute aber vor negativen Einflüssen gesellschaftlicher Strömungen.

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Noch immer wird die deutsche Wirtschaft von starkem Konsum getrieben, die Arbeitslosenzahlen bleiben historisch niedrig, so die Experten verschiedenster Wirtschaftsforschungsinstitute.
Noch immer wird die deutsche Wirtschaft von starkem Konsum getrieben, die Arbeitslosenzahlen bleiben historisch niedrig, so die Experten verschiedenster Wirtschaftsforschungsinstitute.
(Bild: HHM/Lindner)

Die deutsche Wirtschaft befindet sich demnach in einem moderaten Aufschwung, der von einem stabilen Arbeitsmarkt und kräftigen Konsum gestützt wird. Das Bruttoinlandsprodukt wird demnach im nächsten Jahr um 1,4 % und im Jahr 2018 um 1,6 % wachsen. Für das laufende Jahr wird ein Wachstum von 1,9 % erwartet, so die von der Bundesregierung in Auftrag gegebene Gemeinschaftsdiagnose. Im Frühjahr gingen die Institute noch von einem Wachstum von 1,6 % für dieses und 1,5 % für nächstes Jahr aus.

Arbeitslosenzahlen bleiben beständig niedrig

„Der Arbeitsmarkt ist nach wie vor in einer guten Verfassung und trägt den privaten Verbrauch, darüber hinaus machen sich beim öffentlichen Konsum Aufwendungen für die Integration von Flüchtlingen bemerkbar, so dass die Binnenkonjunktur außerordentlich gut da steht“, so Ferdinand Fichtner, Leiter der Abteilung Konjunkturpolitik am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).

Die Arbeitslosenquote dürfte im nächsten Jahr auf ihrem historischen Tief von 6,1 % verharren. Die Beschäftigung steigt weiter kräftig, es entstehen fast eine halbe Million neue Stellen. Die Industrie leistet anders als in früheren Erholungsphasen einen unterdurchschnittlichen Beitrag. Die bereits seit längerem schwachen Investitionen und die Exporte werden im Laufe des Jahres aber etwas anziehen.

Der Brexit könnte sich negativ auswirken

„Es bestehen Risiken für die deutsche Konjunktur, vor allem weil vielerorts gesellschaftliche Strömungen im Aufwind sind, die die Integration der Weltwirtschaft in Frage stellen“, warnt Fichtner. So könnte die Entscheidung der Briten, aus der Europäischen Union auszutreten, die deutsche Konjunktur im Prognosezeitraum beeinträchtigen, falls die Konfrontation zwischen der EU und Großbritannien die Unternehmen verunsichert. Die Institute sehen die Gefahr, dass auch andernorts die Skepsis gegenüber internationaler wirtschaftlicher Zusammenarbeit verstärkt Einfluss auf die Politik nehmen und so die deutsche, europäische und internationale Konjunktur beeinträchtigen könnte.

Über die Gemeinschaftsdiagnose

Die Diagnose ist ein Gemeinschaftsprojekt vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) in Kooperation mit dem Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo); Ifo-Institut - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München, in Kooperation mit der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich; RWI Leibniz Institut für Wirtschaftsforschung in Kooperation mit dem Institut für Höhere Studien Wien; Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH); und Institut für Weltwirtschaft Kiel (IfW).

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