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Interview zum digitalen Wandel

„Die Digitalisierung betrifft jedes Unternehmen und jede Branche“

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Welche Auswirkungen hat die digitale Transformation auf die Gesundheit?

Den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens miteinander in Einklang zu bringen, ist eine Herausforderung. Unsere Arbeitspsychologen und Arbeitsmediziner von TÜV Rheinland wissen: Erwerbstätige spüren den Veränderungs- und den technologischen Anpassungsdruck, sie klagen über „Information Overload.“ Es gibt signifikante Zusammenhänge zwischen Digitalisierung, emotionaler Erschöpfung (Burnout) und Konflikten zwischen Arbeit und Familie. Die heutigen Arbeitsanforderungen können das Privat- und Familienleben stark beeinträchtigen. Das ist eine Entwicklung, die doch keiner wollen kann.

Was könnte die Lösung für diese Problematik sein?

Wir alle müssen lernen, mit dem Wandel konstruktiv umzugehen und die Veränderung nicht nur zu akzeptieren, sondern zu gestalten. Mitarbeiter und Führungskräfte müssen den Umgang mit neuen Technologien beherrschen, aber auch sich selbst modernisieren können. Zugleich gilt es, Mitarbeitende für Chancen und Gefahren der Digitalisierung zu sensibilisieren und deren Selbst-Management-Fähigkeiten zu schulen. Das kann zum Beispiel der Lernprozess sein, in freien Zeiten digitale Abstinenz von der Arbeit zu üben.

Für manch einen Chef mag das schon ein großes Zugeständnis gegenüber dem Mitarbeiter sein. Aber auch Führungskräfte benötigen Unterstützung in Bezug auf Anforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten der Digitalisierung. Auch sie müssen lernen, Arbeitszeitflexibilität zu schaffen, Home-Office-Möglichkeiten anzubieten und Teams auch auf die Entfernung zu führen, getreu dem Motto: Moderieren statt befehlen. Nur flexible Unternehmen können Arbeitsplätze schaffen und besetzen, die durch die Digitalisierung neu entstehen.

Welche Kompetenzen brauchen die Mitarbeiter?

Wir befinden uns in einem Zeitalter, in dem unternehmerische Innovationen und wirtschaftliches Wachstum primär auf Wissen, Kreativität sowie Kommunikations- und sozialen Fähigkeiten basieren. Innovationsbereitschaft und -fähigkeit, verstärkte Eigenverantwortung und die Offenheit für lebenslanges Lernen zählen daher zu den Kernkompetenzen des digitalen Zeitalters.

Wie können die Menschen das leisten?

Indem man ihnen arbeitsintegrierte Lernszenarien als Chance und motivationale Formate anbietet, die auch psychologisch entlastend wirken können. Das bedeutet, dass die Mitarbeiter genau das Wissen und die Kompetenzen zu exakt dem Zeitpunkt erhalten, an dem sie es benötigen, um neue Aufgaben zu bewältigen. Lernangebote sollten modularer und fester Bestandteil der Arbeitsprozesse werden. Passen sie sich an die Bedürfnisse von Unternehmen und Mitarbeiter an, sind sie im Rahmen der Digitalen Transformation für beide Seiten auf jeden Fall ein Wettbewerbsvorteil.

Herr Dohm, vielen Dank für das Gespräch!

* Um Unternehmen darin zu unterstützen, mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den optimalen Weg der digitalen Transformation zu beschreiten, lädt TÜV Rheinland am 4. Mai 2017 zur 2. Innovationstagung ein. Unter dem Titel „Arbeit, Bildung und Gesundheit 4.0“ treffen sich in Köln Vordenker und aktiv handelnde Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Politik zum Erfahrungsaustausch.

Markus Dohm ist seit 2015 Bereichsvorstand Academy & Life Care bei TÜV Rheinland. Der Wirtschaftswissenschaftler und Diplom-Ingenieur für Bauingenieurwesen und Umwelttechnik blickt auf einen vielfältigen Erfahrungsschatz aus unterschiedlichen Fach- und Führungspositionen zurück.
Markus Dohm ist seit 2015 Bereichsvorstand Academy & Life Care bei TÜV Rheinland. Der Wirtschaftswissenschaftler und Diplom-Ingenieur für Bauingenieurwesen und Umwelttechnik blickt auf einen vielfältigen Erfahrungsschatz aus unterschiedlichen Fach- und Führungspositionen zurück.
(Bild: © TÜV Rheinland)

Über Markus Dohm

Markus Dohm ist seit 2015 Bereichsvorstand Academy & Life Care bei TÜV Rheinland. Der Wirtschaftswissenschaftler und Diplom-Ingenieur für Bauingenieurwesen und Umwelttechnik blickt auf einen vielfältigen Erfahrungsschatz aus unterschiedlichen Fach- und Führungspositionen in der Industrie, der Bundeswehr und bei TÜV Rheinland zurück. Als Bereichsvorstand Academy & Life Care verantwortet er das globale Dienstleistungsangebot des TÜV Rheinland auf dem Gebiet des Gesundheitsmanagements, der Arbeitssicherheit und der Qualifizierung von Fach- und Führungskräften.

Über TÜV Rheinland
Der Geschäftsbereich Academy & Life Care bei TÜV Rheinland bündelt die Kompetenzen rund um den Menschen an seinem Arbeitsplatz und in seinem beruflichen Umfeld. Unter dem Motto „Gesund, motiviert und qualifiziert“ ist TÜV Rheinland mit über 70 Standorten die erste Adresse für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz. Darüber hinaus ist er der führende, technisch orientierte Lerndienstleister im deutschen Markt, der analoge und digitale Lernlösungen (u.a. E-Learnings & Gamification) mit maßgeschneiderten Plattformangeboten für das systematische betriebliche Weiterbildungsmanagement verknüpft. Mit umfassenden Angeboten zur Arbeitssicherheit und Qualifizierung der Menschen leistet TÜV Rheinland einen wichtigen Beitrag dazu, dass der Einzelne ebenso wie Organisationen die digitale Transformation meistern und ihre Chancen nutzen können.

Der Beitrag erschien zuerst auf unserer Schwesterseite Marconomy.

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