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MM-Index Die Entwicklung des MM-Index KW 43/2015 in Kürze

| Redakteur: Florian Stocker

Und täglich grüßt der Niedrigzins: Die Spekulationen über eine weitere Lockerung der EZB-Geldpolitik halten weiter an. Doch im Gegensatz zum Eurokurs war der MM-Index in KW 43 deutlich stabiler. Gegen Ende der Woche machte das Barometer sogar einen deutlichen Satz nach oben. Die Gründe erfahren Sie hier von unserem Partner SMP.

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Die Titelseite des MM MaschinenMarkt 45/2015 zeigt die Entwicklung des MM-Index der KW 43/2015.
Die Titelseite des MM MaschinenMarkt 45/2015 zeigt die Entwicklung des MM-Index der KW 43/2015.
(Bild: MM)

Für die Berechnung des MM-Index werden insgesamt 13 Parameter, die die Lage des Maschinenmarktes beeinflussen, je nach Relevanz für die Branche gewichtet. Die Kurve des MM-Index liegt immer zwischen 0 und 1. In 2015 lag der bisherige Tiefststand bei 0,47 Punkten (29.4.), der bisherige Höchststand bei 0,60 (26.1.2015).

Bewegung bei den Devisen

Der Eurokurs hat im Laufe der Woche stark an Wert verloren. Bereits Anfang der Woche hatte die Gemeinschaftswährung stark an der Aussicht auf weitere Lockerungen der EZB Geldpolitik gelitten. Die Aussicht, dass die EZB im Dezember ihr Kaufprogramm von Wertpapieren ausweiten könnte, wog am Devisenmarkt schwerer als überraschend positive Konjunkturdaten aus der Eurozone - diese hatten den Euro nur kurzfristig gestützt. Die Stimmung von Einkaufsmanagern hatte sich im Oktober überraschend aufgehellt. Volkswirte stellten daraufhin ein weiter moderates Wirtschaftswachstum in der Eurozone in Aussicht.

Am Freitag senkte die chinesische Notenbank zudem ihren Leitzins. Er wird für die Laufzeit von einem Jahr um 0,25 Prozentpunkte auf 4,35 Prozent gesenkt.

Neben der Absenkung des Leitzinses und des Einlagensatzes setzen die chinesischen Währungshüter noch auf eine weitere Maßnahme: Die Mindestreserve wird um 0,5 Prozent, von 18,0 auf 17,5 abgesenkt.

Die Kurse auf Wochensicht: EUR-USD mit - 2,985% bei 1.1018 Dollar/Euro; EUR-JPY mit -1,1218% bei 133,84 Yen/Euro, EUR-CNY -2,963% bei 6,9944 Yuan/Euro und EUR-RUB mit -1,35% bei 68,672 Rubel/Euro.

Ölpreis fällt weiter

Auch der Ölpreis bleibt auf konstanter Talfahrt. Auf Wochensicht ist der Preis mit -3,75% auf 48,23 USD/Barrel (Brent) gesunken. Grund hierfür sind weiterhin die Überkapazitäten am Markt bei vergleichsweise gleicher Nachfrage. Gewinner des Preiskampfes gibt es bisher weiterhin immer noch nicht. Allerdings mussten in den letzten paar Monaten etliche amerikanische Frackingunternehmen Insolvenz anmelden, da sich die Methode bei zu niedrigen Öpreisen nicht lohnt. Die US-Rohölbestände sind in der Vorwoche mit über 8 Mio. Barrel deutlich stärker gestiegen als erwartet. Auch die führenden Ölhändler üben sich im Pessimismus, wobei keiner mit einem Ölpreisanstieg über 60 USD je Barrel im kommenden Jahr rechnet.

Bei den Industriemetallen haben sich die Preise auch verbilligt. Ein höherer Risikoappetit der Marktteilnehmer, der sich in stark steigenden Aktienmärkten widerspiegelte, hat den Metallpreisen im Laufe der Woche zwischenzeitlich deutlichen Auftrieb gegeben. Allerdings wurde dies am Ende der Woche wieder zunichte gemacht.

Die Preise: Stahl 0% bei gleichbleibenden 170 USD/t, Eisen -0,336% bei 53,47 USD/t, Aluminium -4,449% bei 1503,5 USD/t, Kupfer -1,745 bei 5180 USD/t, Zink -2,521% bei 1,759, Zinn mit 0,155% bei 16062,5 USD/t und Nickel mit -0,331% bei 10555 USD/t.

Preisentwicklung trifft vermehrt die Schwellenländer

Während sich die Situation in den Industrieländern verbessert, sehen manche Experten in Schwellenländern einen Anstieg der Risiken. Daher wurden Brasilien, Chile, Ecuador, Armenien, Tunesien, Malaysia und Trinidad und Tobago in der Bewertung des Kreditversicherers Coface herabgestuft oder unter Beobachtung auf eine Abwertung gesetzt. Einzig Ungarn wurde unter Beobachtung zur Aufwertung gesetzt.

Den Schwellenländern (Wachstumsprognose: 3,5 Prozent für 2015, 4,2 Prozent für 2016) machen die schwachen Rohmaterialpreise und die gefallenen Wechselkurse gegenüber dem Dollar zu schaffen. In einigen der größeren Schwellenländer (China, Türkei, Südafrika) schwächte die Konjunktur ab oder glitt sogar in die Rezession (Russland und jetzt auch Brasilien). Der kürzliche Zusammenbruch des chinesischen Aktienmarktes und seine Folgen für die Rohstoffpreise haben diese Schwäche weiter verstärkt. Nach Ansicht von Coface müssen die Länderrisiken in den Schwellenländern in diesem Jahr deshalb weiterhin genauer überwacht werden.

* Toni Schmidt ist Consultant bei Struktur Management Partner, einem der drei MM-Index-Partner

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