Composites Germany Die Ergebnisse der 10. Composites-Markterhebung machen Mut

Redakteur: Peter Königsreuther

Kurz gesagt ist die momentane Lage der Nation in puncto Compositesmarkt weniger positiv bewertet worden als vor einem Jahr. Dennoch erwarten viele eine Erholung, und deutlich mehr Unternehmen wollen in Maschinen und Anlagen investieren.

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Vergleich der beiden vergangenen 2017er-Halbjahre bezüglich der aktuellen Geschäftslage im Compositesektor in Deutschland: Auffällig ist der leichte Rückgang der positiv gerichteten Einschätzungen von einst 88 % auf aktuell rund 77 %.
Vergleich der beiden vergangenen 2017er-Halbjahre bezüglich der aktuellen Geschäftslage im Compositesektor in Deutschland: Auffällig ist der leichte Rückgang der positiv gerichteten Einschätzungen von einst 88 % auf aktuell rund 77 %.
(Bild: Composites Germany)

Zum zehnten Mal hat Composites Germany die aktuellen Kennzahlen zum Markt für Faserverstärkte Kunststoffe (FVK) erhoben. Befragt wurden erneut alle Mitgliedsunternehmen der vier großen Trägerverbände von Composites Germany: AVK, CCeV, CFK-Valley und VDMA-Arbeitsgemeinschaft Hybride Leichtbau Technologien, wie es heißt.

Um die problemlose Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Erhebungen zu gewährleisten, seien auch in diesem Halbjahr keine Änderungen bei der Befragung durchgeführt worden. Erhoben wurden laut Dachverbands-Sprechern erneut überwiegend qualitative Daten in Bezug auf die aktuelle und zukünftige Marktentwicklung.

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Leichter Abwärtsknick bei der generellen FVK-Geschäftslage

Befragt nach Ihrer Einschätzung der generellen Geschäftslage in den drei Regionen Deutschland, Europa und weltweit, enthüllen die Antworten weiterhin eine grundsätzlich positiven Bewertung. Diese unterscheide sich jedoch deutlich für die einzelnen Regionen, wie Carbon Composites betont: Beispielsweise beurteilen 86 % der Befragten die Situation weltweit als „eher positiv“ oder „sehr positiv“. Die Einschätzung für Deutschland liegt jetzt bei rund 77 %. Im Gegensatz zu vorherigen Befragungen sei aber speziell für Deutschland als Region gesehen, stets eine deutlich kritischere Bewertung der aktuellen Geschäftslage feststellbar. Die Einschätzung zur zukünftigen Geschäftslage zeigt sich aber dafür deutlich freundlicher, denn kaum 10 % der Befragten gehen laut Umfrageergebnis von einer Verschlechterung der Geschäftslage aus.

Wie "fühlen" die Unternehmen die Composite-Wetterlage?

Ein ähnliches Bild wie es die generelle Geschäftslage zeichnet, zeige sich auch bei der Erhebung der Kenndaten zur individuellen Geschäftslage des eigenen Unternehmens respektive der eigenen Organisation: Wird die derzeitige Geschäftslage weniger positiv gesehen als bei den letzten Befragungen, so geht heute nur der kleinste Teil der Befragten von einer negativen Entwicklung der Situation aus. In Deutschland sind das - wieder die pessimistischste Fraktion - 8 %, in Europa 6 % und weltweit meinen 2 % dass alles schlimmer wird. Auch wenn dabei von einer Verschlechterung der Einschätzung gesprochen werde, sei explizit darauf hingewiesen, dass nach wie vor nur etwa 20 % der Teilnehmer die Situation als eher negativ Einschätzen. Der Großteil macht sich offensichtlich keine Sorgen.

Deutlich stärkere Investitionsabsichten

Viel sonniger, im Vergleich zur letzten Erhebung, zeigt sich die Landschaft im Hinblick auf die beiden erhobenen Indikatoren zum Investitionsklima, der Personalplanung und den Maschineninvestitionen: Gingen bei der letzten Befragung noch 53 % von neuen Maschineninvestitionen aus, so liegt dieser Wert aktuell bei erfreulichen 74 %. Unterstrichen wird diese positive Einschätzung dadurch, dass fast die Hälfte der befragten von einer Zunahme des Personals ausgeht.

Die Wachstumsmotoren laufen weiter rund

Nur kleine Änderungen registriere man im Bereich der Wachstumstreiber im Compositemarkt: Nach wie vor bleiben der Automobilbereich und die Luftfahrt, als klassische Anwendungsbereiche, die Schlüsselbranchen, von denen maßgebliche Wachstumsimpulse erwartet werden, so Composites Germany. Hinzu kämen jedoch immer stärker auch die Segmente Infrastruktur/Bau! Denn erstmals lagen die Erwartungen an dieses Segment höher als an den Automobilsektor und den Maschinenbau, betonen die Experten. Materialseitig bleibe CFK (carbonfaserverstärkter Kunststoff) der Wachstumstreiber Nummer eins (Mengenmäßig gesehen machen nach wie vor glasfaserverstärkte Kunststoffe das Rennen). Regional behält Asien seine Dominanz als die Region, aus der wesentliche Wachstumsimpulse erwartet werden – gefolgt von Deutschland.

Gesamtbeurteilung anhand des Composite-Development-Index:

Wie auch in der vorangegangenen Erhebungen geschehen, dürfe ein wichtiger Faktor nicht vergessen werden: die dargestellten Indizes dürfen trotz einer teils negativen Konnotation nicht über ein weiterhin sehr positives Gesamtbild in der Branche hinwegtäuschen, merkt Composites Germany an. Hat man dies im Hinterkopf, dann gehen lediglich 6 % der Befragten von einem Rückgang des Engagements ihres Unternehmens oder ihrer Organisation im Compositesektor aus. Hinzu komme der Fakt, dass nach wie vor fast 80 % der Teilnehmer über alle Regionen hinweg die Situation als positiv oder sogar sehr positiv bewerten. In einzelnen Regionen liegen diese Werte sogar nochmals deutlich höher, wie die Ergebnisse zeigen.

Solche enormen Zufriedenheitswerte würden auf Dauer nicht gehalten werden können, und entsprechende Abschwünge sollten relativiert werden.

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