DMG Mori Seiki Die Fabrik der Zukunft ist automatisch

Redakteur: Jürgen Schreier

In Davis (USA) hat Mori Seiki mit seiner neuen Produktionsanlage Maßstäbe für die Automatisierung in der Großteilefertigung innerhalb der DMG-Mori-Seiki-Gruppe gesetzt. Bei der Eröffnung sprach CEO Masahiko Mori exklusiv mit MM Maschinenmarkt über die Herausforderungen der neuen Produktion in Kalifornien.

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Masahiko Mori: „Die Fließfertigung hilft uns, die Auswirkungen der Personalfluktuation auszugleichen und dennoch eine hohe Qualität zu halten.“
Masahiko Mori: „Die Fließfertigung hilft uns, die Auswirkungen der Personalfluktuation auszugleichen und dennoch eine hohe Qualität zu halten.“
(Bild: Fouhy)

MM: Wie hoch ist die aktuelle Produktionsrate und was planen Sie?

Mori: Wir planen, eine Produktion von ein hundert Maschinen im Monat zu erreichen. Aber das wird noch zwei Jahre dauern. Im Moment fertigen wir zehn Maschinen pro Monat. Im kommenden April werden wir uns auf zwanzig Maschinen steigern. Und später, im Jahr 2013, beginnen wir mit der Produktion von DMG-Fünf-Achs-DMU-Maschinen. Ende des nächsten Jahres werden wir hier auch die Ecoline-Maschinen produzieren, die in den USA sehr beliebt sind. Auf dem Betriebsgelände mit einer Fläche von 20.000 m² haben wir auch Platz, um Turnkey-Projekte zu montieren oder zu testen, für die wir viele Anfragen aus den Bereichen der Automobil- und Luftfahrtindustrie haben.

MM: Was ist der Vorteil einer Fließfertigung für Werkzeugmaschinen und warum haben Sie kein Zellproduktionssystem wie in Ihren anderen Anlagen eingeführt?

Mori: Gerade hier in Kalifornien gibt es eine große Konkurrenz um Facharbeiter. Die Fließfertigung hilft uns, die Auswirkungen der Personalfluktuation auszugleichen und dennoch eine hohe Qualität zu halten. Die Arbeiter müssen nur für einen oder für zwei Produktionsstufen eingearbeitet werden. Aber auch in Japan, in unserer Chiba-Anlage, haben wir eine Fertigungsstraße für die Milltap-Maschinen umgesetzt.

MM: Wie schulen Sie die Mitarbeiter in dieser Fabrik?

Mori: Wir stellen Mitarbeiter aus verschiedenen Industriebranchen ein, aber auch Schulabgänger direkt aus der Berufsschule oder aus der High-School. In den USA ist es auch wichtig, ehemaligen Militärpersonen, die nach ihrem Dienst in Übersee zurückkehren, die Möglichkeit für einen neuen Job zu bieten. Wir versuchen, die gleichen Trainingskonzepte umzusetzen, mit denen wir in Japan und Deutschland arbeiten.

MM: Wie Sie sagen, sind lokale Zulieferer wichtig. Bereits 54 % der Komponenten kommen aus den USA. Welches Ziel verfolgen Sie für die lokale Materialbeschaffung?

Mori: 70 %. Es wird immer einige wichtige Komponenten geben, die wir aus Japan und Deutschland importieren müssen, aber wir können sicher die meisten unserer Komponenten in den USA einkaufen.

MM: Sie haben auch das Ziel, jeweils ein Drittel Ihres Umsatzes in Dollar, Yen und Euro zu erzielen und für jeweils ein Drittel in Dollar, Yen und Euro zu beschaffen. Bis wann soll dies erreicht werden?

Mori: Das dauert mindestens fünf Jahre. Aber gemeinsam mit DMG wird es möglich sein. DMG gibt in Europa zu viel Geld aus und wir geben zu viel Geld in Japan aus. Wir arbeiten beide hart, um mehr Geld in Dollar auszugeben.

MM: Sie planen im nächsten Jahr auch eine Fabrik in Tianjin (China) in Betrieb zu nehmen. Wird auch diese Anlage wie die in Davis organisiert sein?

Mori: Nein. In Tianjin werden wir weniger Automatisierung als in Davis haben. Aber auch das Werk in Tianjin wird für die Großteilefertigung ausgelegt sein, genauso wie die neue Produktion in Kalifornien. Allerdings ist die Anlage in Tianjin in erster Linie für die Grobbearbeitung von Gussteilen, die wir in China beziehen, vorgesehen. Diese Gussteile können dann zu unseren anderen Einrichtungen, sowohl innerhalb als auch außerhalb von China verlagert werden.

* Das Interview führte MM-Chefredakteur Ken Fouhy

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