Suchen

36. Forum für Zukunftsfragen Die Industrie braucht eine Strategie für Künstliche Intelligenz

| Redakteur: Robert Horn

Künstliche Intelligenz wird unser Leben und Arbeiten radikal verändern – und der Umbruch ist schon im Gange. Warum Unternehmen jetzt auf diese Zukunftstechnologie reagieren müssen, diskutierten Experten beim 36. Forum für Zukunftsfragen.

Firmen zum Thema

Michael Bischof, VBW, Prof. Dr. Christian Bauckhage, Universität Bonn, Prof. Dr. Alois Knoll, TU München, Dr. Dirk Michelsen, IBM und Wolfgang Fieber, VBW (v. l.)
Michael Bischof, VBW, Prof. Dr. Christian Bauckhage, Universität Bonn, Prof. Dr. Alois Knoll, TU München, Dr. Dirk Michelsen, IBM und Wolfgang Fieber, VBW (v. l.)
(Bild: VBW)

Beim 36. Forum für Zukunftsfragen der VBW – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. drehte sich alles um das Thema „Künstliche Intelligenz“. Der Tenor der Veranstaltung: Die Künstliche Intelligenz hat das Potenzial, gewaltige Veränderungen zu bewirken. Unternehmen brauchen deshalb schnellstmöglich eine umfassende Strategie, um von der exponentiellen Entwicklung nicht überrollt zu werden. Denn künstliche Intelligenz greift in viele Unternehmensbereiche ein, etwa als Chatbot im Service, Entscheidungshelfer auf Managementebene oder durch Machine Learning direkt in der Produktion.

Ein Beispiel für den Einsatz von KI in der Fertigung zeigte Prof. Alois Knoll der TU München. So wurden die Bewegungen eines Industrieroboters über einfaches Vorführen des Arbeitsschrittes programmiert. Die KI schaut dem Ingenieur praktisch über die Schulter und lernt die nötigen Bewegungen zur Konstruktion eines Bauteils visuell. Im Versuch habe das die Programmierung von 48 Minuten auf 8 Minuten verkürzt, so Knoll.

Wolfgang Fieber, Vorstandsvorsitzender der VBW-Bezirksgruppe Unterfranken, erklärte: „Ob Robotik oder autonomes Fahren – die Automatisierung intelligenten Verhaltens schreitet rasant voran und bietet große Chancen für Wirtschaft und Gesellschaft. Der Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft hat bereits 2015 betont, wie wichtig innovationsfreundliche Rahmenbedingungen für den Einsatz automatisierter Systeme sind. Dies gilt nach wie vor.“

Bayern braucht ein Kompetenzzentrum für Künstliche Intelligenz

Mit der VBW-Studie „Neue Wertschöpfung durch Digitalisierung“ hat der Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft konkrete Handlungsempfehlungen formuliert, wie der Freistaat und die Unternehmen die großen Potenziale der Digitalisierung nutzen können. „Ein wichtiges Anliegen des Zukunftsrats ist dabei das Thema Cyber-Sicherheit. Denn vernetzte Prozesse sind auf robuste, sichere, verfügbare und vertrauenswürdige Kommunikationsmöglichkeiten entlang der Wertschöpfungskette angewiesen. Im Bereich der Cyber-Sicherheit müssen die vorhandenen Kompetenzen auf Landesebene gestärkt und zu einem echten Kompetenzzentrum ausgebaut werden. Außerdem braucht Bayern ein eigenständiges Zentrum für Künstliche Intelligenz. Forschungsschwerpunkte müssen dabei die autonome Mobilität, die Weiterentwicklung von Künstlicher Intelligenz in allen Big-Data-Anwendungsszenarien sowie in den Bereichen Sicherheit und industrielle Anwendung sein. Auch rechtliche Fragen des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz gilt es zu untersuchen“, erläuterte Fieber.

Auch die Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen. Deshalb fordert der Zukunftsrat, dass jedes Unternehmen eine eigene Digitalisierungsstrategie entwickelt. „Diese hat verschiedene Facetten, etwa das Thema Sicherheit, das Wissensmanagement oder Organisation und Prozesse. Wir als Verband unterstützen unsere Unternehmen bei der Umsetzung. Insbesondere im Metall- und Elektrobereich haben wir ein umfassendes Servicepaket, das fortlaufend ergänzt wird“, so Fieber abschließend.

(ID:45030753)