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Laser-Historie Teil 2 Die Laserreise ist nach 60 Jahren noch lange nicht beendet!

Autor / Redakteur: Nikolaus Fecht und Andreas Thoss / Peter Königsreuther

Der Laser ist 60 geworden. Blickten wir im ersten Teil dieser Story auf einige entscheidende Entwicklungen, so erfahren wir nun, wo die Reise offensichtlich als nächstes hingeht...

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Laser-Story Teil 2: Hier werden verschränkte Photonen erzeugt. Haben wir Mut zur Unschärfe, können wir die wahre Natur modelltechnisch nachvollziehen und verstehen, sagen Experten.
Laser-Story Teil 2: Hier werden verschränkte Photonen erzeugt. Haben wir Mut zur Unschärfe, können wir die wahre Natur modelltechnisch nachvollziehen und verstehen, sagen Experten.
(Bild: Fraunhofer-ILT / V. Lannert)

Als Peter Leibinger auf der Messe Lasys 2013 den Laser zur Commodity erklärte, ging noch ein Raunen durch den Saal. Der Markt wuchs weiter rasant, drei Jahre später überschritten erstmals vier Laserfirmen die Umsatzmarke von einer Milliarde. Heute werden im größten Lasermarkt der Welt, in China, Lasersysteme bis in den kW-Bereich über den Preis verkauft. Ist der Laser jetzt ein Gerät wie jedes andere? Hat er den Charme des Neuen verloren?

Die Kommodifizierung des Lasers treibt die Branche an

„Ich würde das sogar positiv sehen“, sagt Christian Schmitz, CEO Lasertechnik von Trumpf. „Durch diese Kommodifizierung gibt es größere Stückzahlen, der Laser wird für andere Anwendungen interessant und insofern sehe ich das eigentlich als ein Signal dafür, dass die Laseranwendung ein Erfolgsmodell ist.“ Aber wie geht es für einen Hightech-Pionier wie Trumpf weiter? „Als professioneller Laserbauer kann man auch in der Breite mitspielen. Nichtsdestotrotz wollen wir natürlich die High-End-Anwendungen nie aus dem Auge verlieren“, merkt Schmitz an.

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Ein Beispiel ist für ihn die Herstellung von Lasern für die Halbleiterindustrie. Trumpf liefert dafür den stärksten je in Serie gebauten Laser an den niederländischen Systemanbieter ASML. Rund 15 Jahre lang hat sich Trumpf für diese sehr spezielle Laseranwendung engagiert. In 2020 dürfte sie zu über 10 % zum Umsatz beitragen und gegen den Abwärtstrend im Werkzeugmaschinen-Bau weiter wachsen. Schmitz: „Um solche Hightech-Projekte voranzubringen wird es immer wichtiger, dass man die richtigen Partner findet, mit denen man solche Speziallösungen an die technologischen Grenzen treibt.“

Das „Fraunhofer-Prinzip“ trägt viel zu Lasererfolgen bei

Gefunden hat man solche Partner bei der Fraunhofer-Gesellschaft. Das Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF etwa ist mit Trumpf und Zeiss für den Zukunftspreis nominiert. Die Jenaer haben die EUV-Spiegelschichten entwickelt. Bemerkenswert: Die Oberflächen dieser Spiegel müssen Rauigkeiten unter 0,1 nm aufweisen – das ist ein Atomdurchmesser!

Dahinter steht das Fraunhofer-Prinzip. Denn mit einem Drittel staatlicher Grundfinanzierung können die Fraunhofer-Institute Grundlagenforschung betreiben. Den Rest ihrer Mittel müssen sie über Verbundprojekte und Auftragsforschung erwirtschaften. Als Bindeglied zwischen Universitäten und Industrie haben sie dabei etwas international Einmaliges geschafft: den effektiven Technologietransfer.

Genauso wichtig und erfolgreich war in den vergangenen 60 Jahren auch die Förderung durch die Wissenschafts- (erst BMFT, jetzt BMBF) und Wirtschaftsministerien. Mit dem Instrument der Verbundförderung holten sie Unternehmen und Institute an einen Tisch. „Verbundforschung funktioniert auch nur, wo es eine Kultur der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft gibt,“ meint Andreas Tünnermann, Direktor am Fraunhofer-IOF.

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