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Montage Die mechatronische Handhabung ist ganz im Sinne von Industrie 4.0

| Redakteur: Mag. Victoria Sonnenberg

Die elektrisch gesteuerte Linearachs-Serie Schunk ELP feierte auf der SPS IPC Drives 2015 in Nürnberg Premiere. Sie definiert mit ihrem „Easy-to-use-Konzept“ einen neuen Maßstab in der mechatronischen Handhabung.

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Weltpremiere: Für die Inbetriebnahme der kompakten Schunk-ELP-Linearmodule ist keinerlei mechatronisches Know-how erforderlich.
Weltpremiere: Für die Inbetriebnahme der kompakten Schunk-ELP-Linearmodule ist keinerlei mechatronisches Know-how erforderlich.
(Bild: Schunk)

Die weltweit erste 24V-Kompakt-Achse mit Auto-Learn-Funktion und integrierter Steuerung reduziert den Inbetriebnahme- und Wartungsaufwand von Montagesystemen auf ein Minimum. In Kombination mit einfach ansteuerbaren Schunk-EGP-Mechatronikgreifern oder elektrischen Schunk-EGS-Greif-Schwenkeinheiten können künftig komplette Pick-&-Place- und Zuführaufgaben ebenso einfach elektrisch gelöst werden wie bisher mit pneumatischen Modulen. „Die ELP-Baureihe wird der Mechatronisierung von Handhabungssystemen einen kräftigen Schub verleihen“, erwartet Ralf Steinmann, Geschäftsbereichsleiter Greifsysteme bei Schunk. „Viele Messebesucher waren begeistert von der Einfachheit und sehen einen erheblichen Mehrwert für die Konzeption, die Inbetriebnahme, aber auch für den laufenden Betrieb künftiger Montageanlagen.“

24V-Kompakt-Achse mit Auto-Learn-Funktion und integrierter Steuerung

Der Antrieb, die Steuerung und die einzigartige Auto-Learn-Technologie sind vollständig in das kompakte Modul integriert. Zur Inbetriebnahme genügt es, die Achse über Norm-Stecker (M8/M12) anzuschließen und die Endlage mechanisch mit einem Sechskantschlüssel einzustellen. Die Ein- beziehungsweise Ausfahrgeschwindigkeit lässt sich abhängig vom Anbaugewicht an zwei Drehschaltern regulieren. Um das Linearmodul einzusetzen, sind daher weder mechatronisches Know-how noch Platz im Schaltschrank erforderlich. Eine in die Achse integrierte LED-Anzeige signalisiert den Status des Learn-Vorgangs. In der Regel genügen zwischen zwei und fünf Hübe, bis die automatische Programmierung abgeschlossen ist. Anschließend wird der Prozess kontinuierlich überwacht und flexibel an Veränderungen angepasst.

Kompakte Einheiten kommen ohne hydraulische Stoßdämpfer aus

Wie bei herkömmlichen Pneumatikachsen erfolgt die Ansteuerung über binäre Signale. Pneumatische Minischlitten können daher 1:1 durch die elektrische Schunk ELP ersetzt werden. Da die kompakten Einheiten ohne hydraulische Stoßdämpfer auskommen, verringern sich der Inbetriebnahme- und der Wartungsaufwand auf nahezu Null. Zudem ist ausgeschlossen, dass bei defekten Dämpfern Schäden und lange Ausfallzeiten an der Anlage entstehen. Hingegen punkten die elektrischen Achsen mit einer langen Lebensdauer, mit im Vergleich zu Pneumatikmodulen geringen Betriebskosten sowie mit einer hohen Prozessstabilität. Die Linearachsen gibt es ab dem dritten Quartal 2016 in drei Baugrößen (25, 50, 100) mit jeweils drei Hubvarianten. Ihre Wiederholgenauigkeit beträgt 0,01 mm, der maximale Nutzhub 200 mm.

Schunk rückt dem Ziel der einfachen Handhabung näher

Kaum drei Jahre ist es her, dass der geschäftsführende Gesellschafter Henrik A. Schunk das Ziel definiert hatte, dass mechatronische Handhabungsmodule so einfach zu bedienen sein müssten wie ein Smartphone. Mit der SPS IPC Drives 2015 ist Schunk diesem Ziel ein entscheidendes Stück nähergekommen und hat damit die Messlatte deutlich nach oben gelegt. Schunk gelang es die Messebesucher in Nürnberg für die Potenziale mechatronischer Handhabungssysteme zu faszinieren. Sei es mit dem persönlichen Handshake der Schunk-5-Fingerhand, mit der hochflexiblen Industrie-4.0-Montagezelle, den simplifizierten Linearachsen der ELP Baureihe oder dem leistungsdichten 24V-Universalgreifer Schunk-PGN-plus-E aus der neuen „Generation Permanent“. „Nicht zuletzt durch den Trend Industrie 4.0 wird die Bedeutung mechatronischer Handhabungssysteme in den kommenden Jahren rasant zunehmen“, ist sich Ralf Steinmann sicher. Die Zahl der Projekte, bei denen der Einsatz von mechatronischen beziehungsweise servoelektrischen Automatisierungslösungen in Erwägung gezogen wird, wachse rasant. Für Steinmann steht fest: „Die Mechatronik in der Handhabung ist nicht mehr aufzuhalten, erst recht, wenn sie so einfach zu bedienen ist. Sie wird künftig einen festen Platz neben der Pneumatik haben.“

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