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Experten im Gespräch Die neue PSA-Verordnung – wer, was, wann, wo, wie?

| Autor / Redakteur: Louis Schnabl / M.A. Frauke Finus

Die neue PSA-Verordnung – Unwissenheit und Unsicherheit allerorten. Dabei ist der 20. April 2018 Deadline für die Umsetzung. Vertreter von internationalen PSA-Herstellern, der Unfallversicherungsträger und der DGUV sprachen darüber in einem Expertengespräch.

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PSA-Experten im Gespräch: (v.l.n.r.) Jörg Illmann, Udo Pitscher, Louis Schnabl, Petra Jackisch, Karl-Heinz Noetel.
PSA-Experten im Gespräch: (v.l.n.r.) Jörg Illmann, Udo Pitscher, Louis Schnabl, Petra Jackisch, Karl-Heinz Noetel.
(Bild: IKBT)

Am 20. April 2016 trat die neue PSA-Verordnung der Europäischen Union in Kraft. Sie trägt den sperrigen Namen „Verordnung (EU) 2016/425 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. März 2016 über Persönliche Schutzausrüstungen“ und dient zur Aufhebung der Richtlinie 89/686/EWG". Sie richtet sich zwar in erster Linie an die Hersteller von Persönlichen Schutzausrüstungen (PSA) sowie Importeure und Händler, aber auch die Sicherheitsverantwortlichen auf der Anwenderseite müssen wissen, was sich im Vergleich zur Richtlinie 89/686/EWG geändert hat bzw. bis zum 20. April 2018 ändern wird. Denn solange gilt die Übergangsfrist, die Herstellern, Behörden und Zertifizierungsstellen Gelegenheit gibt, sich auf die Änderungen einzustellen. Produkte, die noch der „alten“ EWG-Richtlinie entsprechen, dürfen übrigens noch bis März 2019 in Verkehr gebracht werden.

PSA – die Praxis

Für die Anwender ändert sich – scheinbar – erst einmal wenig. Sie können die gleiche PSA benutzen wie bisher. Sie können davon ausgehen, dass für alle Produkte, die in der EU hergestellt und vertrieben werden, die CE-Konformität ebenso gegeben ist wie die erforderlichen Prüfungen. Nur müssen sie jetzt in weiteren Feldern in der Handhabung geschult werden, zum Beispiel beim Gehörschutz. Hier werden sich neben den eigenen Sicherheitsfachleuten der Industrie die Hersteller und die Unfallversicherungsträger die Arbeit teilen. Letztere werden es auch sein, denen die Hauptaufgabe der Information zukommt. Gefordert sind die Hersteller und die verschiedenen Handelsformen, die die mit der neuen Verordnung verbundenen Auflagen erfassen und umsetzen müssen. Am stärksten gefordert ist aber die Marktaufsicht, die mangels Mittel- und Mitarbeiterausstattung bisher schon ihrer Überwachungsaufgabe allenfalls stichprobenartig nachkommen konnte.

PSA – Pflicht oder Mehrwert?

Es gibt Schätzungen, nach denen ca. die Hälfte vor allem der klei-neren Betriebe, aber durchaus auch Mittelständler, über keine in-dividuelle Gefährdungsanalyse je Arbeitsplatz verfügen und damit weder vom Fachhandel noch von den PSA-Herstellern „als Markt“ erfasst sind.

In vielen Betrieben, vor allem im großen Mittelstand und in den Großunternehmen aber haben Arbeitssicherheit und Arbeitsschutz und damit die PSA eine anerkannt hohe Wertigkeit als Teil der Unternehmenskultur. Hier werden nicht nur die einschlägigen Richtlinien und Verordnungen penibel eingehalten. Aber auch hier setzt der Einkauf bei der Wahl der Beschaffungspartner wie bei der Wahl der PSA an erster Stelle auf niedrige Preise, unkomplizierte Beschaffung, schnellste Lieferung mit kostenlosem Service.

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