Schutzkleidung Die passende Berufskleidung verbessert den Arbeitsschutz

Autor / Redakteur: Lene Jul und Dirk Bormann / Mag. Victoria Sonnenberg

Statistisch gesehen trägt rund ein Drittel aller erwerbstätigen Deutschen Arbeits- beziehungsweise Schutzkleidung. Dabei variiert die Auswahl der richtigen Kleidung, abhängig vom Berufsumfeld. Funktions- und Schutzeigenschaften sind deshalb genauso wichtig wie die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben und Normen.

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(Bild: Blåkläder)

Für knapp 13,5 Mio. Deutsche, die täglich einem Gefahrenbereich am Arbeitsplatz ausgesetzt sind, muss die richtige Berufskleidung gewählt werden. Funktions- und Schutzeigenschaften sind dabei ebenso wichtig wie die Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben und Normen. Klare Regelungen ergeben sich zum einen aus der Gefährdungsanalyse, zum anderen aus dem Unfallversicherungsgesetz. Zur Verhütung von Unfällen, Prävention von Berufskrankheiten sowie zu allgemeinen Präventionen.

Schutzfunktionen einheitlich definiert per Gesetz und Normen

Dabei muss die Schutzkleidung viele Kriterien erfüllen und – je nach Einsatzgebiet – unterschiedliche Schutzfunktionen vorweisen. Diese werden durch gesetzliche Vorgaben und Normen einheitlich definiert. Die Auswahl der richtigen Berufs- beziehungsweise Arbeitsschutzkleidung hängt vom Berufsumfeld des Trägers ab.

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Im Handwerksberuf beispielsweise muss die Kleidung strapazierfähig und robust sein. Der Träger muss sich frei bewegen können, auch bei körperlicher Anstrengung. Wichtig sind dabei eine bequeme Passform und ein angenehmes Tragegefühl durch hautsympathische Gewebe. Ein Handwerker muss seine Arbeitsutensilien stets griffbereit haben. Zollstock, Messer, Hammer, auch das Handy müssen sicher in der Kleidung verstaut werden können. Dass die Kleidung flexibel sein muss, zeigt sich insbesondere am Beispiel der Knietaschen. Dort müssen bei Bedarf Kniepolster schnell integriert werden können.

Lange Lebensdauer bei Berufskleidung gefragt

Ein wichtiger Punkt für Berufskleidung ist zudem die lange Lebensdauer und Haltbarkeit. Hochwertige Materialien sind daher gefragt. Besonders beanspruchte Stellen werden in den Blåkläder-Kollektionen zusätzlich mit Cordura verstärkt.

Die europäische Norm EN 340 kennzeichnet Schutzkleidung im Allgemeinen. Zudem spezifizieren unterschiedliche Normen weitere Einsatzgebiete, bei denen Schutz über die normalen Schutzeigenschaften hinaus geboten ist. Basis jeder Arbeitskleidung ist beispielsweise der Schutz vor Schmutz und Verletzungen. Maximale Zweckmäßigkeit sowie hohe Widerstandsfähigkeit werden bei Berufskleidung mit Funktion, Komfort und auch Design kombiniert.

Bei der Entwicklung einer geeigneten, universellen Berufskleidung sind des Weiteren die technischen Parameter wie Einlaufverhalten, Leuchtdichte und Festigkeit von Bedeutung. Zusätzlich gibt es spezielle Anforderungen für Schutzkleidung der PSA-Kategorie 2, die erfüllt werden müssen, wenn Schutz vor mittleren Risiken geboten ist. So zum Beispiel bei Schweißerarbeiten, bei ungünstigen Wetterbedingungen oder bei verschiedensten Lichtverhältnissen (Bild 1).

Analyse des Arbeitsplatzes geht der Auswahl der Schutzkleidung voraus

Bei der Auswahl der geeigneten Kleidung ist immer die genaue Analyse des Arbeitsplatzes und Einsatzzweckes erforderlich, damit der Träger optimal geschützt ist. Die Arbeit bei hohen Temperaturen, Flexarbeiten oder das Schweißen im andauernden Funkenflug erfordert eine Berufskleidung, deren Eigenschaften über die einer normalen Arbeitskleidung hinausreichen. Die EN ISO 11612 zertifiziert diese Kleidung allgemein mit besonderen Eigenschaften. Zusätzliche Schutzeigenschaften wie antistatische Funktion (EN 1149-5) oder der Schutz vor Störlichtbogen (EN 61482-1-2) bieten ein Plus an Sicherheit.

Hitze- und Flammschutz umfassen der Definition des Gefahrenbereiches nach die Bereiche Arbeiten mit Bunsenbrennern, Arbeit neben kleinen Feuerstellen, Arbeiten an Brennöfen und in Aluminium- und Eisengießereien sowie die Brandbekämpfung. Dieser Gefahrenbereich, der das Tragen einer entsprechenden Arbeitskleidung erfordert, ist nur eine Kategorie der Gefahrenbereiche.

Weitere sind zum Beispiel Gefahren durch mechanische Einwirkungen, durch das Erfasstwerden von beweglichen Maschinenteilen oder der Umgang mit spitzen, scharfen Gegenständen. Thermische Einwirkungen wie Kälte, Wärme oder der Umgang mit heißen beziehungsweise warmen Mineralien, sowie die Einwirkung elektrostatischer Aufladung und die Tätigkeit im Fahrzeugverkehr erfordern ebenfalls das Tragen von Schutzkleidung.

Signalfarben dienen als Schutz bei schlechten Lichtverhältnissen

Im letztgenannten Gefahrenbereich ist beispielsweise die Warnschutzkleidung gesetzlich vorgeschrieben. Bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen oder bei der Einwirkung von Scheinwerferbeleuchtung hat sich Kleidung in den Signalfarben Leuchtgelb und Warnorange bewährt, um Unfällen vorzubeugen (Bild 2 – siehe Bildergalerie). Hier sind besonders die Leistungsanforderungen an die Fluoreszenz und die Retroreflexion des Stoffes wichtig.

Die Entwicklung von Berufs- und Arbeitsschutzkleidung ist eine komplexe Aufgabe. Bedeutend dabei ist eine gleichbleibende Qualität, die mehrfach geprüft und im Anschluss zertifiziert wird. Prüf- und Zertifizierungssysteme für Textilien, zum Beispiel nach den gesetzlichen Richtlinien Reach, zeigen den Kunden, dass sie geprüfte Produkte kaufen. Die Ansprüche an Berufs- und Schutzkleidung wachsen, sowohl hinsichtlich der Funktion als auch der Erwartungen an das Design.

Die Palette reicht heute – je nach Kollektion und Einsatzzweck – von kurzen Shorts bei warmen Temperaturen, Kälteschutzjacken, modernen Bundhosen und -jacken, detailreichen Westen bis hin zu trendigen Shirts, Pullover und Hemden. Zudem ist entsprechendes Zubehör gefragt wie Mützen, Gürtel, Sicherheitsschuhe und Handschuhe. In erster Linie ist es jedoch wichtig, dass der Kunde, ganz auf seinen Bedarf abestimmt, die Berufskleidung wählen und zusammenstellen kann.

Kreativität ist auch bei Berufskleidung gefragt. Sei es bei Farbkonzepten, Schnitten oder auch der Passform. Ob trendige Bi-Coloroptik, die auch auf das Gewerk abgestimmt sein darf, oder klassische Unifarben – Funktion und Style ergänzen sich bei moderner Berufskleidung. Ebenso dürfen die Schnitte heute lässiger sein und orientieren sich oft an der Freizeitkleidung. Die Passform wird zunehmend bequemer. Auch gibt es mittlerweile Kollektionen, die speziell für Damen entwickelt wurden und auf die weibliche Ergonomie eingehen. All diese Berufskleidungsattribute werden bei spezieller Schutzkleidung um die Schutzeigenschaften ergänzt.

Einheitliche Schutzkleidung fördert den Corporate-Identity-Gedanken

Natürlich sind Funktion, Materialauswahl und Verarbeitung sehr wichtige Faktoren für eine professionelle Berufskleidung. Entscheidend ist jedoch auch das Design, gerade in Hinblick auf den Corporate-Identity-Gedanken. Ein weiterer, wichtiger Aspekt ist, dass der Träger sich wohl und authentisch in seiner Kleidung fühlen soll. So kombiniert Blåkläder bei seinen Produkten Funktion mit Trends und versucht, die Wünsche und Ansprüche der Kunden zu beachten, um ein innovatives Produkt zu schaffen.

Corporate Design oder Corporate Identity ist das Erscheinungsbild eines Unternehmens. Berufskleidung ist heute ein wichtiger Bestandteil eines eindeutigen Firmenimages, durch das sich ein Unternehmen auch erfolgreich vom Wettbewerb abgrenzen kann. Hoher Wiedererkennungswert, Identifikation der Mitarbeiter und einheitlicher, professioneller Auftritt gegenüber dem Kunden zeigen auf den ersten Blick auch eine professionelle Arbeitsweise.

* Lene Jul ist Produktentwicklerin bei Blåkläder Deutschland GmbH in 58509 Lüdenscheid. Dirk Bormann ist Vertriebsleiter bei Blåkläder Deutschland

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