Sonnenenergie Die Photovoltaik birgt noch viel Potenzial

Redakteur: Peter Steinmüller

Aufgrund der starken Abhängigkeit von staatlichen Subventionen unterliegt das Exportgeschäft mit erneuerbaren Energien starken Schwankungen, warnt Dr. Dietmar Edler vom DIW Berlin. Er sieht deutsche Unternehmen aber gut für die Herausforderungen gerüstet.

Firmen zum Thema

Deutsche Unternehmen bekommen auf Auslandsmärkten zunehmend Konkurrenz von Anbietern aus Drittstaaten, die sich nicht mehr mit dem Heimatmarkt zufriedengeben, sagt <strong id="ForP_A700F41B-ED47-8ECA-FF29B986A28D3F89">Dr.</strong><strong id="ForP_A700F42B-AB1E-7E75-C79F1EE99960E44F"> Dietmar Edler </strong>vom DIW Berlin. Bild: DIW
Deutsche Unternehmen bekommen auf Auslandsmärkten zunehmend Konkurrenz von Anbietern aus Drittstaaten, die sich nicht mehr mit dem Heimatmarkt zufriedengeben, sagt <strong id="ForP_A700F41B-ED47-8ECA-FF29B986A28D3F89">Dr.</strong><strong id="ForP_A700F42B-AB1E-7E75-C79F1EE99960E44F"> Dietmar Edler </strong>vom DIW Berlin. Bild: DIW
( Archiv: Vogel Business Media )

Herr Dr. Edler, im Konjunkturtal haben viele Industriebetriebe auf das neue Geschäftsfeld „erneuerbare Energien“ gesetzt. Kommen die deutschen Anbieter gestärkt aus der Krise heraus?

Edler: Die Investitionen im Inland in erneuerbare Energien und die Exporte entsprechender Produkte sind in den Jahren 2008 und 2009 gestiegen. Daraus schließen wir, dass die Anbieter gute Erträge einfahren konnten.

Ihrer Studie zufolge wurden im vergangenen Jahr Komponenten für Erneuerbare-Energien-Anlagen im Wert von 4,4 Mrd. Euro exportiert. Welche Segmente sind besonders erfolgreich?

Edler: Die Windenergie ist jene Teilbranche, die am längsten einen nennenswerten Marktanteil in Deutschland hat, die sich aber auch am stärksten im Außenhandel engagiert. Branchenvertreter nennen eine Exportquote von 75%.

Das liegt an den stagnierenden Investitionen im Inland, obwohl sie immer noch ein hohes Niveau halten. Viele Länder setzen auf Offshore-Windparks, während sich dieser Markt in Deutschland vergleichsweise langsam entwickelt.

Die Photovoltaikanbieter dagegen haben sich auf den einheimischen Markt konzentriert. Aufgrund der hohen Investitionen ist Deutschland in diesem Segment jetzt weltweit führend.

Die Subventionierung von Photovoltaikanlagen wurde auch mit dem Argument kritisiert, sie führe zur Konzentration auf das Inlandsgeschäft und ermögliche chinesischen Herstellern, sich die Auslandsmärkte zu sichern.

Edler: Der einheimische Markt ist in der Tat sehr dynamisch, dazu gehört auch das Ansteigen der Einfuhren. Die mittelfristigen Wachstumsaussichten und die Wettbewerbsituation auf den Weltmärkten ist aber im Augenblick selbst für Branchenexperten sehr schwer einzuschätzen. Ich bezweifle, dass die Märkte schon aufgeteilt sind.

Die Photovoltaik birgt noch viel Potenzial für technische Durchbrüche, die ihren Einsatz erheblich günstiger machen würden. Die deutsche Elektroindustrie ist ein leistungsstarker Anbieter von Produktionsmaschinen für Photovoltaik-Komponenten, beispielsweise bei der Halbleiteraufbereitung. Entsprechend gehört sie zu den gefragten Lieferanten der chinesischen Anbieter.

(ID:363715)