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Interview Die Verpackung als eine Prozesskette begreifen

Vom 27. bis zum 29. September 2016 öffnet die Nürnberg Messe zum 37. Mal ihre Tore für Besucher, die sich für die Welt der Technik, der Veredelung und der Logistik im weiten Feld der Verpackung interessieren. Messechefin Heike Slotta nimmt im Interview Stellung zu aktuellen Trends und der Zielsetzung der Nürnberger Veranstaltung.

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Vom Werkstoff zur Logistik – nur die Nürnberger FachPack vereint die Prozesskette der Verpackung unter einem Messedach.
Vom Werkstoff zur Logistik – nur die Nürnberger FachPack vereint die Prozesskette der Verpackung unter einem Messedach.
(Bild: NuernbergMesse/Thomas Geiger)

Verkehrsgünstig im Kreuz der Autobahnen 3, 6 und 9 gelegen, gut per ICE zu erreichen und sogar mit einem Flughafen ausgestattet – so präsentiert sich die Messestadt Nürnberg ihren Gästen. Ende September werden sich dort wieder Interessierte an der Welt der Verpackung auf der Fachmesse FachPack ein Stelldichein geben. Die Verpackungsbranche braucht effiziente Technik und zukunftsweisende Technologien und Verfahren, um die Wünsche ihrer Kunden zu erfüllen – zwei Kernelemente der FachPack.

Die Nürnberg Messe will in den drei Tagen Antworten auf Fragen geben, wie man was ansprechend verpacken kann und mit welchem Vorteil. Wir sprachen mit Heike Slotta, Veranstaltungsleiterin unter anderem für die FachPack, darüber, welche Trends die Messebesucher erwarten dürfen.

Frau Slotta, für die Verpackungsbranche stehen Ende September auf dem Nürnberger Messegelände drei spannende FachPack-Tage auf dem Programm. Welche Angebotsbereiche werden die Besucher im 37. Messejahr der Fachmesse vorfinden?

Heike Slotta: Auch 2016 präsentiert die FachPack wieder Produkte und Dienstleistungen entlang der gesamten Prozesskette Verpackung, Technik, Veredelung und Logistik, für Industrie- und Konsumgüter gleichermaßen. Damit ist die FachPack eine der bedeutendsten Verpackungsfachmessen in Europa. Im Fokus stehen beide Pole der Verpackung: zum einen die smarte, technische und sichere Transportverpackung und zum anderen die schicke, edle und intelligente Verkaufsverpackung.

Die Kernsegmente bilden in diesem Jahr gleichberechtigt Packstoffe, Packmittel und Packhilfsmittel zusammen mit Verpackungsmaschinen, Kennzeichnungs- und Markiertechnik sowie Geräten in der Verpackungsperipherie.

Darüber hinaus ist die FachPack die Adresse für Verpackungsdruck und -veredelung (PrintPack) sowie neueste Designtrends (2015: über 260 Aussteller). Effiziente Logistikprozesse und Services für die Verpackungsindustrie runden die Prozesskette Verpackung ab, rund 350 Aussteller zeigten zuletzt ihre Kompetenz in diesem Bereich.

Ist die FachPack eigentlich eher produkt- oder prozessgetrieben? Und welche Rolle spielt dabei der Service-Gedanke?

FachPack-Messechefin Heike Slotta: „die FachPack deckt die gesamte Prozesskette ab und somit finden sich sowohl Produkte (Maschinen, Anlagen, Geräte) als auch verschiedene Verpackungen in unterschiedlichen Werkstoffen auf der FachPack wieder.“
FachPack-Messechefin Heike Slotta: „die FachPack deckt die gesamte Prozesskette ab und somit finden sich sowohl Produkte (Maschinen, Anlagen, Geräte) als auch verschiedene Verpackungen in unterschiedlichen Werkstoffen auf der FachPack wieder.“
(Bild: NürnbergMesse)

Slotta: Beides, denn die FachPack deckt die gesamte Prozesskette ab und somit finden sich sowohl Produkte (Maschinen, Anlagen, Geräte) als auch verschiedene Verpackungen in unterschiedlichen Werkstoffen auf der FachPack wieder. Im Zuge der Industrie 4.0 müssen sowohl die Produkte als auch die Prozesse mit Blick auf Einbettung und Anwendung im gesamten Produktionsprozess betrachtet werden. Der Nutzen, der dabei entsteht: Durch die größere Wertschöpfung können Kapazitäten, Kosten, Flexibilität und letztendlich die Effizienz des gesamten Produktionsprozesses optimiert werden.

Ein Fünftel der FachPack-Aussteller zeigt sein Angebot in mehr als einem der vier Angebotsbereiche (Verpackung, Technik, Veredelung und Logistik), was ein Beleg für den systemischen Ansatz der Aussteller ist. Der Service ist eines der Dinge, mit denen man sich im internationalen Wettbewerb positionieren kann.

In Halle 4 wird es speziell um das Thema „Verpackungslogistik“ gehen. Heißt das „Verpackungen für Logistiker“ oder ist damit die „Logistik hinter der Verpackungsherstellung“ gemeint?

Slotta: Verpackung und Logistik gehören untrennbar zusammen. Beide Branchen müssen eng miteinander verzahnt sein und intensiv miteinander reden. Das ist sowohl im Bereich der Fördersysteme der Fall wie auch bei den Lager- und Kommissioniersystemen genau wie im Bereich der Lade-, Transport und Lagerhilfsmittel, Steuerungs- und Informationssysteme sowie im Bereich der Identifikations-, Codier- und Warensicherungssysteme.

Ein wichtiger Trend für den Onlinehandel beispielsweise ist die Losgröße 1. Bestellungen im Online-Handel sind individuell und erfordern spezielle Kommissionierlösungen, um eine schnelle, sichere und fehlerfreie Sortierung, Verteilung und Kontrolle von höchst unterschiedlichen Waren in hohen Stückzahlen zu ermöglichen. Dies wirkt sich wiederum auf Verpackung und Logistik aus. Im Bereich der Kennzeichnungstechnik ist die FachPack seit jeher stark und hat eine große Bedeutung für logistische Prozesse.

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