Interviewreihe Energieeffizienz „Die Wege in der Energieversorgung werden sich maßgeblich verkürzen“

Von Melanie Krauß

In Zukunft wird sich Europa stärker um die eigene Energieversorgung kümmern, sagt Olaf Hoppe. Wie sich der Geschäftsführer von Boge Kompressoren die Versorgung des eigenen Unternehmens vorstellt, verrät er im Interview.

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Olaf Hoppe ist Geschäftsführer bei der Boge Group.
Olaf Hoppe ist Geschäftsführer bei der Boge Group.
(Bild: Boge)

Welche Energie nutzen Sie bei Boge Kompressoren?

Derzeit setzen wir auf einen Mix aus erneuerbaren Energiequellen (Solarenergie und Wärmepumpe) sowie klassischer Gas- und Stromversorgung.

Wie stark ist Boge Kompressoren von den Preiserhöhungen bei Energie betroffen?

Neben den noch anhaltenden Einschränkungen durch die Pandemie betreffen die steigenden Energiepreise die gesamte Maschinenbaubranche. Insbesondere die Gas- und Stromversorgungskosten haben sich deutlich verschärft. Zum Teil haben wir für insolvente Gaszulieferer neue Anbieter gesucht und die Notversorgung in Anspruch genommen.

Welche Maßnahmen ergreifen Sie bereits, um Energie im Unternehmen effizient zu nutzen oder einzusparen?

Investiert haben wir in der Vergangenheit vor allem in die Implementierung von Solaranlagen und einer Wärmepumpe, um unseren zukünftigen Energiebedarf klimaschonend zu decken. Den gewonnenen Strom aus unserer Solaranlage haben wir bislang eingespeist und werden ihn künftig für den Eigenbedarf verwenden. Außerdem prüfen wir derzeit, ob sich die bestehende Anlage erweitern lässt. Vorgesehen ist zusätzlich eine weitere Wärmepumpeneinheit.

Nachhaltigkeit ist uns für den Betrieb unserer Kompressoren beim Kunden ebenfalls sehr wichtig: Ein Beispiel dafür ist die seit Jahren auf dem Markt etablierte S-4-Baureihe. Schon bei der Entwicklung haben wir Wert auf Energieeffizienz gelegt. Das Ergebnis: Die Kälte-Drucklufttrockner sparen maßgeblich Energie und Wartungskosten ein. Die bestehenden Vorteile in der Energieaufwendung konnten wir seit der Markteinführung 2016 nochmal deutlich optimieren.

Des Weiteren setzen wir verstärkt auf Konzepte, um die freiwerdende Energie bei der Kompressoren-Nutzung für den Kunden gewinnbringend zu verwenden. Eine Anwendung ist die Umwandlung in Wärmeenergie. In der Druckluftaufbereitung setzt Boge Kompressoren außerdem auf ein neues Kältemittel mit geringerem CO2-Fußabdruck.

Haben die aktuellen Entwicklungen dazu geführt, dass Boge Kompressoren neue Maßnahmen ergreift oder bestehende Maßnahmen auf den Prüfstand stellt?

Wir evaluieren und optimieren in regelmäßigen Abständen unsere Prozesse und Produkte – unabhängig von äußeren Einflüssen. Seit Jahren stellen wir zusätzlich zur Zuverlässigkeit und Qualität vor allem die Effizienz und Wirtschaftlichkeit unserer Kompressoren in den Mittelpunkt von Forschung und Produktentwicklung. Für uns ist die Nachhaltigkeit unseres eigenen Handelns sowie unserer Produkte Teil unserer Verantwortung als global agierendes Unternehmen. Die aktuellen Entwicklungen schärfen unseren Blick für den bereits bestehenden Fokus und motivieren uns, unsere Forschungen weiter voranzutreiben.

Blicken wir einmal fünf Jahre in die Zukunft: Mit welchen Entwicklungen rechnen Sie bis dahin beim Thema Energie und wie stellen Sie sich die Energieversorgung für Boge Kompressoren ganz konkret vor?

Die Wege in der Energieversorgung werden sich maßgeblich verkürzen: In Europa wird die eigene Versorgung insbesondere durch erneuerbare Quellen in den Fokus rücken. Wir sind uns sehr sicher, dass alle anderen Energiequellen sich langfristig als zu teuer und wenig sinnvoll im Hinblick auf die Umwelt herauskristallisieren.

Diese deutlichen Investitionen in nachhaltige Versorgung (Solar- und Windenergie sowie Erdwärme) stehen auch für uns auf der Agenda für die nächsten Jahre. Ausschlaggebend ist dabei für Boge Kompressoren nicht nur der Blick auf die externe Versorgung. Wir wollen vor allem den Effizienz- und Nachhaltigkeitsgedanken weiterhin langfristig auf unsere Maschinen übertragen.

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