Suchen

CeBIT 2017 Die Welt durch die Augen eines Roboters

| Redakteur: Andrea Gillhuber

Eine VR-Brille macht es möglich: Am Stand der HTWK Leipzig auf der CeBIT können Besucher die Welt durch die Augen eines Roboters erleben. Ein Vergnügen für die Besucher und eine Chance für neue Therapieansätze.

Firmen zum Thema

Nao-Roboter „Gargamel“ ist Teil eines Fußballteams – erkennt aber nicht immer den Ball. Über die VR-Brille können die menschlichen Mitglieder vom Nao-Team HTWK durch seine Augen sehen.
Nao-Roboter „Gargamel“ ist Teil eines Fußballteams – erkennt aber nicht immer den Ball. Über die VR-Brille können die menschlichen Mitglieder vom Nao-Team HTWK durch seine Augen sehen.
(Bild: HTWK Leipzig)

Eine Frage so alt wie die Menschheit: Wie sehen andere Lebewesen die Welt? Heute im Hightech-Zeitalter stellen sich die Menschen aber eine andere Frage: Wie nehmen Roboter oder Künstliche Intelligenzen die Welt wahr? Jetzt haben Sie die Möglichkeit, genau das zu erleben.

Auf der CeBIT können interessierte Besucher am Stand der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, kurz: HTWK Leipzig, die Welt durch die Augen eines Roboters sehen. Möglich wird das über eine Virtual-Reality-Brille. Setzt man diese auf, erlebt man die Umgebung durch die Augen von Gargamel. Hiermit ist aber nicht der Zauberer aus der Serie „Die Schlümpfe“ gemeint, sondern ein Nao-Fußballroboter. Dieser gehört zu einem Fußballteam des Nao-TEams der HTWK.

Nao-Roboter in der Therapie

Informatik-Absolvent Marcel Göbe von der HTWK Leipzig entwickelte eine Software, die es ermöglicht, per VR-Brille in einen Roboter zu schlüpfen.
Informatik-Absolvent Marcel Göbe von der HTWK Leipzig entwickelte eine Software, die es ermöglicht, per VR-Brille in einen Roboter zu schlüpfen.
(Bild: HTWK Leipzig)

Die Software, die das Erlebnis erst möglich macht, wurde von Marcel Göbe im Rahmen seiner Bachelor-Arbeit für das Nao-Team entwickelt. Gemeinsam mit aktuell 15 anderen Sudenten und Absolventen bringt der Informatiker den Robotern das Fußballspielen bei.

„Damit ein Roboter Fußball spielen kann, muss er unter anderem Spielfeld und Ball sicher erkennen und seine Gegner

von seinen Mitspielern unterscheiden. Manchmal ist es uns rätselhaft, warum der Roboter den Ball nicht erkennt, selbst

wenn er direkt vor ihm liegt, oder einen anderen Roboter umrennt. Über die VR-Brille können wir in den Roboter

schlüpfen und so hoffentlich schneller die Ursachen für Programmierfehler finden“, erklärt Marcel Göbe die Herausforderungen.

Fußball ist nur eine Anwendung der Nao-Roboter. Laut Informatik-Professor Klaus Bastian wurden diese Roboter beispielsweise schon in der Demenz- und Autismus-Therapie sowie im Schulunterricht getestet. „Ein Psychotherapeut könnte in Zukunft über die VR-Brille den Roboter steuern, ohne dafür vor Ort zu sein.“, so Bastian.

Welche Therapieformen mit der Technik möglich sind, müssen Mediziner und Psychologen erforschen. Bis dahin können Besucher auf dem Gemeinschaftsstand „Forschung für die Zukunft“ in Halle 6, Stand B 24 der CeBIT in Hannover die Welt aus Sicht eines Roboters erleben.

(ID:44575219)