Bekum auf der K 2016 Die Zukunft des Blasformens wird elektrischer

Autor / Redakteur: Guido Radig / Peter Königsreuther

Relativ großvolumige Behältnisse aus Kunststoff werden in der Regel in Blasformtechnik gefertigt. Seit einigen Jahren setzt ein führendes Unternehmen bei seiner Maschinenentwicklung auf elektrische Antriebe. Nun sind weitere Optimierungen hinzugekommen. Halle 14, Stand C03.

Anbieter zum Thema

Mit ihrer Performance und einer nutzbaren Formenbreite von 700 mm, kann die Eblow 37 die Produktivität bei der Kanisterherstellung um 15 % steigern.
Mit ihrer Performance und einer nutzbaren Formenbreite von 700 mm, kann die Eblow 37 die Produktivität bei der Kanisterherstellung um 15 % steigern.
(Bild: Bekum)

Das jüngste „Kind“ in der Familie des Berliner Unternehmens Bekum ist nach neuesten Aussagen die Eblow 37, eine Weiterentwicklung der 2007 vorgestellten Blasformmaschine Eblow 07. „Mit der neuen Anlage, die für die Hochleistungsproduktion von Blasartikeln, insbesondere für Kanister konzipiert ist und auf der K 2016 in Düsseldorf ihr Debüt feiert, will Bekum in der Verpackungsszene punkten“, wie Andreas Kandt, Geschäftsführer bei Bekum, erklärt. Insbesondere Anwender, die eine energieeffiziente, flexible sowie auf hohe Produktivität getrimmte Maschine suchen, sieht Kandt als Zielgruppe. Die Eblow 37 weise noch gewisse Wurzeln aus dem hydraulischen Maschinenprogramm auf: In puncto Zukunft setzen die Berliner auch auf elektrische Antriebe.

Steigerung der Produktionsmenge

Das Ziel der Bekum-Ingenieure sei es gewesen, die Erfahrungen aus der Herstellung der elektrischen Verpackungsmaschinen-Baureihe Eblow mit den Vorteilen der bewährten hydraulischen Kanistermaschine BA 34.2 zu vereinen. Die hydraulische BA 34.2 ist mit über 200 Maschinen am Markt erfolgreich platziert, wie Bekum betont. Nun übertrage man die Vorteile auf eine elektrische Maschinengeneration, die eine technisch und wirtschaftlich interessante Möglichkeit zur Produktion von Artikeln zwischen 10 und 35 l ins Feld führe. Typischerweise will man mit diesem Modell Hersteller von Kanistern weltweit ansprechen. Nach Auskunft von Bekum bietet die Eblow 37 eine besonders hohe Performance, welche die Wertschöpfung bei der Kanisterherstellung durch eine höhere Ausbringungsmenge verbessert.

Bildergalerie

Die Eblow 37 knüpfe dabei ohne Kompromisse an die Leistung bei der BA 34.2 an. Bekum setzt zu diesem Zweck auf ein spezielles, energiesparendes System für die Bewegungen der Maschine: Schließeinheit und Formschließfunktion werden elektrisch angetrieben, während der Schließdruckaufbau zur effektiven Kraftübertragung servohydraulisch und damit gewohnt schnell geschieht, so die Erklärung. Das hybride Prinzip nutze, betont Kandt, de facto die Vorteile aus beiden Welten der Antriebstechnik.

Hightech optimiert Extrusionsqualität

Bekum bietet für seine Maschinen besondere Wendelverteiler-Blasköpfe an, die sich, wie es heißt, durch eine exzellente, gleichmäßige Wanddickenverteilung im Vorformling und im Endartikel auszeichnen. So sollen sich für den Betreiber signifikante Verbesserungen in der Schlauchqualität für Monolayerartikel erreichen lassen, ganz besonders dann, wenn es um Artikel mit mehrschichtigem Aufbau gehe. Dabei müssen die Anwender nicht auf Bedienerfreundlichkeit verzichten, wie Bekum anmerkt: Die Köpfe können bequem von der Frontseite der Maschine aus eingestellt werden. Und nicht nur das: Das Kopfdesign ermöglicht schnellere Farbwechselzeiten als herkömmliche Konstruktionsprinzipien, was zu einer unmittelbaren Steigerung der Maschinenproduktivität führt, so Kandt. Auch der Verbrauch von Wechselmaterial zum Sauberfahren wird auf ein Minimum reduziert. Die kompakte Bauweise der Wendelverteilerköpfe gilt als zusätzlicher Vorteil: Durch deren geringere Oberflächen wird der Energiebedarf zur Beheizung deutlich reduziert, heißt es.

Mit einer Schließkraft von 370 kN und einer Formbreite von 700 mm liegt die Domäne der Eblow 37 bei der Produktion von Kanistern. Nach Auskunft des Herstellers waren die Tests der Einstationenanlage sehr vielversprechend: Im Vergleich zu einer konventionellen, hydraulischen Lösung kann die Eblow 37 demnach eine Produktionssteigerung von 15 % bieten. Das entspricht laut Kandt einer Ausbringungsmenge von 240 Stück pro Stunde, bezogen auf einen 20-l-Leichtgewichtskanister als Referenzprodukt. Diese Werte machen die Eblow 37 zur neuen Referenz in ihrer Klasse, wie es heißt.

Prozesssichere Optionen machen flexibel

Der Anwender könne sich folglich eines hohen Maßes an Flexibilität sicher sein. Auch ist die Einstellung von Blasformen mit unterschiedlichen Formendicken dank eines produktionsfreundlichen sowie automatisierten Kalibrierlaufs vergleichsweise rasch und sehr komfortabel durchführbar, erklärt Bekum. In Kombination mit den von Bekum selbst entwickelten und gefertigten Extrusionsköpfen mit der besonderen Wendelverteilertechnik kann die Anlage auch auf der Materialseite punkten: Viele blasformbare Materialien, wie HDPE und PP in Mono- und Mehrschichtausführung (3- und 6-Schichten), auch mit Sichtstreifen sowie Polycarbonat, können sehr gut verarbeitet werden. Die Neukonstruktion ermöglicht laut Bekum einen sehr schnellen Farbwechsel für ein Höchstmaß an Freiheitsgraden und stärkt so die Wirtschaftlichkeit der Produktion. Durch den Einsatz einer bei Bekum typischen Oben- oder Untenkalibrierung, ist das Produktionsspektrum auch noch erweiterbar. Viele bestehende, prozesssichere Optionen von der BA-34.2-Reihe werden zukünftig in der neuen Eblow 37 verfügbar sein, wie Bekum berichtet. Kandt stellt klar: „Die Zukunft sehen wir elektrisch – auch was die Verpackungsbranche betrifft.“ MM

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:44213051)