Suchen

EMO Hannover 2013

Digital Photonic Production – mehr als Schweißen und Schneiden

Seite: 2/3

Firmen zum Thema

Insgesamt drei mögliche Einsatzszenarien sieht er für den Laser: Die Bandbreite reiche von der Insellösung (Einzeleinsatz), der Integration in bestehende Maschinen und Systeme bis hin zur Digital Photonic Production. „Die generierenden Verfahren stehen dabei noch ganz am Anfang“, beobachtet Abels. „Ich könnte mir hier gut vorstellen, dass es zu einer Kombination etwa des selektiven Lasersinterns mit anderen Verfahren kommt.“ Denkbar wäre für ihn eine Hybridmaschine, die mit einem konventionellen Verfahren – etwa per Drehen – einen groben Grundkörper herstellt, an die dann ein generatives Laserverfahren wie SLM schichtweise in höherer Genauigkeit Spezialbauteile anbaut.

„Tailored materials“ sind schwer im Kommen

Das heißt: Die Werkzeugmaschine trägt per Zerspanen erst Material ab und fügt dann schichtweise mit dem Laser wieder Werkstoff hinzu. Doch es geht auch umgekehrt. Abels: „Forschungsprojekte beschäftigen sich bereits mit dem schichtweisen Aufbau von maßgeschneiderten Hybridwerkstoffen, die beispielsweise aus Kunststoff und Metall bestehen. Diese „tailored materials“ lassen sich dann konventionell zerspanen.“

Bildergalerie

Die Digital Photonic Production ist schon längst keine Zukunftsmusik mehr. Mit diesem Thema beschäftigt sich das Fraunhofer ILT beispielsweise im Fraunhofer-Innovationscluster „Integrative Produktionstechnik für energieeffiziente Tur-bomaschinen – TurPro“. In Kooperation mit Rolls-Royce Deutschland und in Partnerschaft mit dem Fraunhofer IPT entstand in Aachen ein lasergestütztes Verfahren zur Fertigung und Instandhaltung von Bauteilen für Flugzeugtriebwerke (Blisk: Blade Integrated Disk).

LMD reduziert Materialbedarf um bis zu 60%

Mit dem Laserauftragsschweißen (LMD) gelang es den Aachener Forschern, die Produktionskosten von Blisks im Vergleich zu konventionellen Verfahren signifikant zu senken. Im Detail: LMD reduzierte den Materialbedarf um bis zu 60 % und die gesamte Fertigungszeit um rund 30 %.

Für die Entwicklung dieses ressourcenschonenden Verfahrens wurde das Forscherteam um Dr. Ingomar Kelbassa vom Fraunhofer ILT mit dem zweiten Platz des Ferchau-Innovationspreises 2011 ausgezeichnet. Anwender aus der Luftfahrt rechnen damit, in Kürze mit LMD bereits Blisks in Serie herzustellen. Abels: „Ich gehe daher davon aus, dass unser Institut vor allem in der Digital Photonic Production sehr viel voran bringen wird - auch wegen des Interesses nicht nur der Automobilindustrie.“

(ID:42298543)