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Telekom Studie

Digitalisierung des Mittelstandes ist in vollem Gange

| Redakteur: Robert Horn

Erfolgsrezept: Veränderung

Über alle befragten Unternehmen hinweg erreicht der Mittelstand aktuell im Digitalisierungsindex durchschnittlich 52 von 100 möglichen Punkten. Der Durchschnittswert täuscht allerdings darüber hinweg, dass es im Mittelstand eine enorme Spreizung gibt: So zählen zehn % der Unternehmen aus allen Branchen und Größenklassen mit über 80 Punkten zu den Vorreitern. Bei ihnen geht der Grad der Digitalisierung mit einer hohen Zufriedenheit über den eigenen Geschäftserfolg einher.

Die Unternehmen digitalisieren sich abhängig von der Branchenzugehörigkeit und ihrer Größe mit unterschiedlichem Tempo. Während 90 % der Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern meinen, dass sie sich mit dem Thema auseinandersetzen müssen, sind das bei Kleinstunternehmen (1-9 Mitarbeiter) lediglich 52 %. Kleinen Unternehmen geht es vor allem darum, die internen Prozesse zu beschleunigen, während große Unternehmen in höherem Maß auf die Stärkung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit abzielen.

Rickmann: „Das Bild ist uneinheitlich, weil es für kleine Unternehmen weniger Ansatzpunkte für die Digitalisierung gibt. Ein Unterschied ergibt sich auch für produzierende Firmen mit komplexen Geschäftsprozessen und Firmen, die an einem Standort eine regional begrenzte Dienstleistung erbringen. Für sie sind zahlreiche Digitalisierungsaspekte wie Kollaborationsplattformen deutlich weniger relevant.“

Industrieunternehmen auf der Überholspur

Aufgrund ihrer Erfahrungen mit der Automatisierung gehören Industrieunternehmen mit 56 Indexpunkten zu den digitalen Vorreitern. Es folgen die professionellen Dienstleister mit 54 Indexpunkten, die ihren Kunden sogar bereits digitale Produkte anbieten können. In der Baubranche ist der Wunsch nach mobilem Datenzugriff ein wichtiger Motivator. Obwohl vor allem der Handel durch große Player wie Amazon, Zalando & Co. unter erheblichem Wettbewerbsdruck steht, kann er zu den Schrittmacher-Branchen Industrie oder Dienstleister noch nicht aufschließen.

Digitalisierung ist Chefsache

Die Studie zeigt auch, dass es noch diverse Barrieren gibt. So befürchten 41 % der Befragten hohe Investitionskosten; 36 % sorgen sich wegen zusätzlicher IT-Sicherheitsrisiken. „Schon das Thema Investitionskosten macht Entscheidungen rund um die Digitalisierung zur Chefsache. Zudem wird der Geschäftserfolg künftig immer stärker mit dem Umsetzungsgrad korrelieren. Daher müssen Geschäftsführer die Treiber sein“, sagt Rickmann. So zeigt sich im Index bei den Top-Digitalisierern schon jetzt ein deutlicher Zusammenhang zwischen Transformation und Profitabilität. In 63 % der befragten Betriebe ist die Digitalisierung Chefsache, als starker Treiber agiert – vor allem in größeren Unternehmen – zudem die IT-Abteilung (44 %). Marketing und Vertrieb werden von jeweils 15 % der Befragten genannt.

Unternehmen im Umbruch

Mit der digitalen Transformation wollen die Unternehmen laut Studie die Kundenbeziehungen verbessern (51 Punkte), die Produktivität steigern (49 Punkte) und Absatz und Service optimieren. Mit neuen digitalen Angeboten und Geschäftsmodellen können sich mittelständische Unternehmen zusätzliche Märkte und Kunden erschließen (46 Punkte). Der Index zeigt auch: Viele Unternehmen legen einen Fokus auf das Thema IT-Sicherheit und Datenschutz und erreichen hier im Mittel 63 Punkte. Rickmann: „Dieses Sicherheitsbewusstsein sollte der Mittelstand zu seinem Gütesiegel entwickeln, um damit ‚Qualität made in Germany‘ weiter aufzuwerten.“

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