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Siemens Digitalisierung wird Wertschöpfungskette der Unternehmen deutlich beschleunigen

Siemens wird zunehmend zu einem Softwareunternehmen. Damit will der Konzern seinen Kunden noch intensiver dabei helfen, noch wettbewerbsfähiger zu werden. Wie die Unternehmen dann von der Verschmelzung von realer und virtueller Welt profitieren können, werde Siemens anhand konkreter Praxisbeispiele auf der diesjährigen Hannover-Messe zeigen.

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Anton S. Huber, Siemens-CEO der Division Digital Factory: „Durch die Digitalisierung haben sie die Möglichkeit, ihre Wertschöpfungsprozesse enorm zu beschleunigen und damit ihre Produkte deutlich schneller und effizienter zu entwickeln, zu produzieren und auf den Markt zu bringen.
Anton S. Huber, Siemens-CEO der Division Digital Factory: „Durch die Digitalisierung haben sie die Möglichkeit, ihre Wertschöpfungsprozesse enorm zu beschleunigen und damit ihre Produkte deutlich schneller und effizienter zu entwickeln, zu produzieren und auf den Markt zu bringen.
(Bild: Reinhold Schäfer)

Einen weiteren wichtigen Schritt zur Angebotserweiterung für das „Digital Enterprise“, also das durchgängig digital arbeitende Unternehmen, hat Siemens mit der kürzlich bekanntgegebenen, beabsichtigten Übernahme des US-Unternehmens CD-Adapco gemacht. „Durch die Erweiterung unseres Portfolios von industriellen Simulations-Tools um das am Markt führende Softwarewerkzeug zur Strömungssimulation (CFD, Computational Fluid Dynamics) und der Integration von weltweit führenden Experten auf diesem Gebiet, bauen wir unsere Kompetenz auf dem extrem wichtigen Gebiet der modellbasierten Produktentwicklung erheblich aus“, sagte Anton S. Huber, CEO der Division Digital Factory der Siemens AG, auf der Pressekonferenz im Vorfeld der Hannover-Messe.

Hannover-Messe zeigt komplettes Siemens-Portfolio für Industriekunden

Auf der Hannover Messe 2016 will das Unternehmen den Besuchern zahlreiche Innovationen in Energieverteilung, Automatisierungs- und Antriebstechnik sowie Industriesoftware zeigen. Unter dem Motto „Ingenuity for life – Driving the Digital Enterprise“ soll der Siemens-Stand in Halle 9 auf rund 3500 m² einen Überblick über das umfassende Portfolio des Unternehmens bieten.

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Die vier Eckpfeiler für eine digitale Transformation sind durchgängige Software-Tools und -Systeme, industrietaugliche Kommunikations- und Sicherheitslösungen sowie datenbasierte Services. Produzierende Unternehmen können mit deren Hilfe flexiblere und schnellere Wertschöpfungsprozesse gestalten und damit gezielter auf individuelle Wünsche der Kunden eingehen, deutlich schneller auf neue Marktanforderungen reagieren und auch einfacher komplett neue Geschäftsmodelle erschließen.

Obgleich Industrieunternehmen je nach Branche unterschiedlichen Anforderungen gegenüberstehen, sind die zentralen Herausforderungen für die Firmen die gleichen: Time-to-Market verkürzen, Flexibilität und Effizienz erhöhen – und das alles bei immer höherer Qualität.

Industrie 4.0 Lösungen schon heute realisieren

In den vergangenen 15 Jahren hat Siemens sein Portfolio an Software-Tools unter dem Begriff „Digital Enterprise Software Suite“ kontinuierlich erweitert. Die Digital Enterprise Software Suite biete ein umfassendes Portfolio an durchgängigen Software Tools, in dessen Zentrum sich Teamcenter als Kollaborationsplattform befindet. Diese werde zukünftig in zunehmendem Maße PLM (Product Lifecycle Management), MES/MOM (Manufacturing Execution System/Manufacturing Operations Management) und TIA (Totally Integrated Automation) nahtlos verbinden. Gemeinsam mit industriellen Kommunikationsnetzwerken, Security- Lösungen und der schnellen, intelligenten Auswertung von großen Datenmengen basierend auf Mindsphere – der Siemens-Cloud für die Industrie – unterstütze Siemens seine Kunden bei der Transformation hin zu einem Digital Enterprise. Mindsphere biete Industrieunternehmen eine offene Infrastruktur auf Basis der SAP-Datenbank Hana und ermögliche neuartige digitale Dienstleistungen.

Offene Plattform für datenbasierte Services

„Mit den von Siemens angebotenen Software-Tools, Kommunikationslösungen, Sicherheitskonzepten und -lösungen sowie einer offenen Plattform für datenbasierte Services können produzierende Unternehmen bereits heute in zukunftsfähige Automatisierungslösungen zur schrittweisen Realisierung von Industrie-4.0-Lösungen investieren“, so Huber. „Durch die Digitalisierung haben sie die Möglichkeit, ihre Wertschöpfungsprozesse enorm zu beschleunigen und damit ihre Produkte deutlich schneller und effizienter zu entwickeln, zu produzieren und auf den Markt zu bringen.“

Flexibilität erhöhen, Markteinführungszeiten reduzieren

Mit dem „Digital Enterprise“ will Siemens auch in der Antriebstechnik sowie für alle Branchen der Prozessindustrie Lösungen bieten, die auf deren spezifische Bedürfnisse abgestimmt sind. Dabei werden die Planungs- und Betriebswelt für ein ganzheitliches Anlagenmanagement über den gesamten Lebenszyklus einer Industrieanlage vereint. Grundlage sind integrierte Software-Produkte und -lösungen, die Erfassung, Austausch und Dokumentation aller relevanten Daten und somit die Digitalisierung der gesamten Anlage ermöglichen (Integrated Engineering). Alle Daten stehen dabei zentral und in Echtzeit zur Verfügung, heißt es.

Anwender können so das beim Engineering erzeugte virtuelle, identische Abbild einer Anlage – den digitalen Zwilling – nutzen, um die Inbetriebnahme, Betrieb und Instandhaltung zu simulieren und zu optimieren, heißt es weiter. „Der Übergang von ‚Integrated Engineering‘ zu ‚Integrated Operations‘ ist für unsere Kunden in der Prozessindustrie ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu Industrie 4.0 und ermöglicht erhebliche Steigerungen bei Geschwindigkeit, Flexibilität und Effizienz. Wir bieten integrierte Lösungen über den gesamten Anlagenlebenszyklus und als erster Anbieter überhaupt ein durchgehendes Datenmodell. Damit unterstützen wir die Entwicklung des Digital Enterprise“, ist Jürgen Brandes, Siemens-CEO der Division Process Industries and Drives, überzeugt.

Fortschreitende Digitalisierung

Mit der fortschreitenden Digitalisierung und dem Trend zu nachhaltigem Wirtschaften durchlaufen viele Industrien einen rasanten Wandel. So zum Beispiel die Papierindustrie: Digitale Medien ersetzen immer mehr „klassisches“ Papier und Fasern ersetzen zunehmend ölbasierte Produkte. Gleichbleibend hohe Qualität des Endproduktes, geringer Energie- und Ressourceneinsatz und möglichst variable Produktion sind dabei Schlüsselfaktoren. Diese vielfältigen und komplexen Anforderungen erfordern durchdachte und ganzheitliche Ansätze wie integrierte Antriebssysteme (IDS, Integrated Drives Systems). Zudem bietet auch hier die Digitalisierung einen zentralen Hebel, um Effizienzpotentiale zu heben und auch anspruchsvolle Kundenanforderungen zu realisieren. Die durchgängigen Engineering-Lösungen von Siemens ermöglichen es, eine Anlagenkonfiguration virtuell zu simulieren und somit die Anlage zu testen, weiterzuentwickeln und eventuell zu vervielfältigen.

„Der Einstieg in die Digitalisierung zahlt sich nicht nur bei Neuanlagen aus. Standardisierung, Flexibilität und ein effizientes Anlagen- und Instandhaltungsmanagement ist bei den derzeit radikalen Marktveränderungen gerade auch für Bestandsanlagen essenziell, um wettbewerbsfähig und damit zukunftsfähig zu bleiben“, ergänzt Brandes.

Stromversorgung als Teil des „Digital Enterprise“

Um den Forderungen nach mehr Klimaschutz nachzukommen und die zunehmende Integration von erneuerbaren Energiequellen zu beherrschen, müssen Energiesysteme flexibler und intelligenter werden. Dies gilt besonders für energieintensive Industrieunternehmen. Eine Lösung bietet die Digitalisierung: Sogenannte „Microgrids“ vernetzen in industriellen Liegenschaften Energieverbraucher und -erzeuger und produzieren eine Vielzahl an Daten, die es zu messen, steuern, monitoren und regeln gilt.

Aus dieser Digitalisierung ergeben sich für Unternehmen neue Möglichkeiten und Geschäftsmodelle wie die Teilnahme am Energiemarkt oder ein intelligentes Lastspitzenmanagement, um eine wirtschaftliche Energieversorgung sicherzustellen. Zudem gilt es, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und mit modernen Schutzkonzepten die Anlagen und Systeme gegen Überlast oder Kurzschluss zu sichern. Die zunehmend dezentrale Energieerzeugung auch in der eigenen Anlage verändert darüber hinaus das Zusammenspiel von Industrieunternehmen und Stromanbietern. Dies erfordere neue Planungs- und Energiemanagementkonzepte für Netze und Anlagen, um eine robuste und kostenoptimierte Energieversorgung zu gewährleisten.

In Totally Integrated Power (TIP) habe Siemens sein Portfolio für die Energieverteilung gebündelt und bietet Industrieunternehmen ganzheitliche Lösungen an, mit denen sich Energiesysteme wirtschaftlich planen, steuern, schützen und optimieren lassen. „Die Stromversorgung ist Teil des Digital Enterprise“, sagt dazu Ralf Christian, CEO der Siemens-Division Energy Management, auf der Hannover-Messe-Vorpressekonferenz. „Mit einem intelligenten Energiemanagement können Industrieunternehmen ihre Anlagen und Prozesse wirtschaftlich, effizient und sicher betreiben. Die fortschreitende Digitalisierung ist hierfür ein entscheidender Hebel“ .

Bereits in den Planungs- und Engineering-Phasen ist ein digitales Abbild der Stromverteilung möglich: Verfügbare CAX-Daten ermöglichen zum Beispiel ein aufwandsarmes und fehlerfreies Schaltschrank-Engineering; außerdem seien ausgewählte Leistungsschalter und Messgeräte neben gängigen Planungs- und Projektierungstools nun auch im TIA-Portal abrufbar. Im Betrieb können Anlagen und Maschinen in Energiemanagementsysteme eingebunden werden.

Siemens auf der Hannover-Messe 2016

Es gibt also einiges Neues von Siemens und deshalb zeige man am Stand zahlreiche Innovationen in Energieverteilung, Automatisierungs- und Antriebstechnik sowie Industriesoftware. Dazu gehören laut Siemens die neuen Leistungsmerkmale des TIA-Portals V14 oder das neuartige Servicekonzept auf Basis von Mindsphere – Siemens Cloud for Industry. Für Motion-Control-Anwendungen bringe Siemens ein abgestimmtes Paket aus Simatic-Advanced-Controller und Sinamics-Servoantriebssystem auf den Markt.

Außerdem präsentiert das Unternehmen die neue Version 8.2 von Simatic PCS 7 mit zusätzlichen Komfortfunktionen, das Simotics-Reluktanzantriebssystem mit erweitertem Leistungsbereich sowie die aktive Magnetlagertechnologie Simotics AMB-Technology, so der Anbieter.

Im Bereich Energy Management stelle Siemens zwei neue Baureihen seines Kompaktleistungsschalters 3VA aus dem Sentron-Portfolio nach amerikanischem Standard mit UL-Zulassung und das modulare Mehrkanal-Strommesssystem vom Typ 7KT PAC1200 vor.

In den „Highlight Cubes“, den zentralen Exponaten zu den Themen Energy for Industry, Additive Manufacturing, Automotive und Fiber Industry will das Unternehmen ausgewählte Themen anschaulich und so direkt erfahrbar machen. In der Sports Zone präsentiert Siemens die langjährige Nähe zu den USA, dem Partnerland der Messe. Am Beispiel von Produkten amerikanischer Hersteller aus der Sport- und Freizeitindustrie soll beispielsweise deutlich werden, welchen Einfluss Automatisierung und Digitalisierung auf die Fertigung von Sportartikeln und -geräten haben.

Siemens AG, Hannover-Messe 2016: Halle 9, Stand D35

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