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Bitkom-Umfrage

Digitalkompetenz wird zur neuen Kernkompetenz

| Redakteur: Andrea Gillhuber

Eine neue Untersuchung des Branchenverbands Bitkom zeigt, dass sich die Mehrheit der Beschäftigten nicht optimal für die digitale Arbeitswelt gewappnet sehen.
Eine neue Untersuchung des Branchenverbands Bitkom zeigt, dass sich die Mehrheit der Beschäftigten nicht optimal für die digitale Arbeitswelt gewappnet sehen. (Bild: Bitkom)

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Drei Viertel der Beschäftigten sehen Digitalkompetenz als neue Kernkompetenz im beruflichen Alltag. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Branchenverbands Bitkom. Dieser fordert auch mehr Weiterbildungsangebote.

Viele Berufstätige sehen sich nicht für die digitale Arbeitswelt gerüstet. Das ist das Ergebnis einer vom Branchenverband Bitkom in Auftrag gegebenen repräsentativen Bevölkerungsumfrage. Laut der Untersuchung sehen drei Viertel Digitalkompetenz als neue Kernkompetenz an, doch geben sieben von zehn der Arbeitnehmer an, keine Zeit für Weiterbildungen zum Umgang mit digitalen Technologien zu haben. 59 % geben an, dass ihr Arbeitgeber keine Weiterbildungen zu Digitalthemen anbietet. Und 39 % erklären, dass ihr Arbeitgeber zwar vermehrt auf neue digitale Technologien setze, allerdings nicht in die dafür erforderliche Weiterbildung seiner Mitarbeiter investiere.

Dass Digitalkompetenz für ihren Arbeitsplatz künftig genauso wichtig sein wird wie fachliche oder soziale Kompetenz, ist die Meinung von 77 % der Erwerbstätigen. 8 % gehen gar davon aus, dass Digitalkompetenz in Zukunft die wichtigste Fähigkeit von Arbeitnehmern sein wird – unabhängig der Branche. Acht von zehn Erwerbstätigen (80 %) sagen, dass digitale Technologien wie Computer, Internet oder digitale Produktionsmaschinen für ihre tägliche Arbeit eine große Bedeutung haben.

Jeder Dritte hat bereits eine Weiterbildung zur richtigen Bedienung von Standardprogrammen (Microsoft, SAP oder Datev) gemacht. 27 % dagegen hätten dazu noch keine Weiterbildung absolviert, obwohl es im Job hilfreich wäre. Zur allgemeinen Handhabung digitaler Technik hat sich knapp jeder Fünfte weitergebildet, ein weiteres Drittel hielte das für hilfreich. Seltener sind Weiterbildungen zu Datenschutz im Internet (13 %), Digitalisierung in Wirtschaft und Gesellschaft (13 %), technischen Grundlagen wie Programmiersprachen (9 %), rechtlichen Grundlagen im Internet (8 %) und richtigem Verhalten in Chats und Sozialen Netzwerken (3 %).

Weiterbildungsangebote ausbauen

Der Bitkom fordert eine Initiative von Politik und Wirtschaft, um lebenslanges und informelles Lernen zu stärken. In der beruflichen Weiterbildung sollten die Angebote kontinuierlich verbessert und an die sich wandelnden Anforderungen der Digitalisierung angepasst werden. Für Weiterbildungsangebote zu digitalen Kompetenzen sollten staatliche Programme aufgelegt werden. Die Vermittlung von Digitalkompetenz muss zudem über die gesamte Bildungskette hinweg in den Vordergrund rücken. Um die Bereitschaft zu Weiterbildungen zu erhöhen, sollten für Unternehmen und Erwerbstätige gezielt Anreize geschaffen werden, etwa durch Steuererleichterungen. Neben der Politik seien auch die Unternehmen gefordert, betont Bitkom-Präsident Achim Berg: „Bei der derzeit allgemein guten Auftragslage versäumen es viele Unternehmen, in das Geschäft und die Mitarbeiter von morgen zu investieren. In Zukunft braucht es vor allem sehr gut qualifizierte Fachkräfte – dafür müssen auch die Unternehmen sorgen.“

76 % der Bundesbürger bilden sich privat weiter

Allgemein gibt es ein breites Bewusstsein für die Bedeutung von lebenslangem Lernen im digitalen Zeitalter. Jeweils etwa neun von zehn Bundesbürgern ab 14 Jahren sagen, dass lebenslanges Lernen im Zusammenhang mit Digitalisierung immer wichtiger wird (92 %), Weiterbildungen zu Digitalthemen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen (89 %) und Weiterbildungen zu digitalen Technologien Voraussetzung für Erfolg im Beruf sind (88 %). Die Bereitschaft, sich außerhalb des Jobs weiterzubilden, ist entsprechend groß. Drei Viertel der Bundesbürger (76 %) bilden sich privat weiter. Die populärsten Themen sind Ernährung/Kochen (klassische Lernformate: 36 %; digitale Lernformate: 23 %), Computer-Programme wie Microsoft Office oder Adobe Photoshop (25 %/7 %) und Fremdsprachen (20 %/7 %). Im Programmieren bilden sich 4 % klassisch weiter, 2 % nutzen digitale Lernformate. Dabei unterscheidet sich der Zeitaufwand sehr stark. Pro Woche sind 13 % bereit, bis zu 30 Minuten zu investieren, 27 % bis zu einer Stunde, 21 % bis zu zwei Stunden, 13 % bis zu einen Tag und 2 % mehrere Tage. Jeder Fünfte (20 %) ist dagegen nicht bereit, Zeit in eine private Weiterbildung zu investieren.

Bitkom sieht Handlungspotenzial bei Politik und Wirtschaft

Der Bitkom fordert eine Initiative von Politik und Wirtschaft, um lebenslanges und informelles Lernen zu stärken. In der beruflichen Weiterbildung sollten die Angebote kontinuierlich verbessert und an die sich wandelnden Anforderungen der Digitalisierung angepasst werden. Für Weiterbildungsangebote zu digitalen Kompetenzen sollten staatliche Programme aufgelegt werden. Die Vermittlung von Digitalkompetenz muss zudem über die gesamte Bildungskette hinweg in den Vordergrund rücken. Um die Bereitschaft zu Weiterbildungen zu erhöhen, sollten für Unternehmen und Erwerbstätige gezielt Anreize geschaffen werden, etwa durch Steuererleichterungen. Neben der Politik seien auch die Unternehmen gefordert, betont Berg: „Bei der derzeit allgemein guten Auftragslage versäumen es viele Unternehmen, in das Geschäft und die Mitarbeiter von morgen zu investieren. In Zukunft braucht es vor allem sehr gut qualifizierte Fachkräfte – dafür müssen auch die Unternehmen sorgen.“

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