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Luftfahrttechnik DLR-Software bringt Flugzeugingenieure an einen Tisch

| Redakteur: Josef-Martin Kraus

Um die Teamarbeit in der Flugzeugentwicklung zu fördern, haben Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) die Softwareentwicklungen CPACS und RCE der Gesamtbranche auf einem Symposium in Hamburg vorgestellt. Dort setzte man sich mit zukünftigen Flugzeuggenerationen auseinander.

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FEM-Analyse eines Nurflüglers
FEM-Analyse eines Nurflüglers
(Bild: DLR)

Viele Fachdisziplinen beeinflussen die Entwurfs- und Entwicklungsphase eines Flugzeugs. Für die optimale Kombination aus Flügeln, Rumpf und Triebwerken müssen Forscher eng zusammenarbeiten und ihr jeweiliges Fachwissen effektiv austauschen.

Um die Kooperation verschiedener Flugzeugentwickler zu unterstützen, haben Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) die Software-Werkzeuge CPACS (Common Parametric Aircraft Configuration Schema) und RCE (Remote Component Environment) entwickelt. Sie bringen Flugzeugingenieure verschiedener Fachbereiche an einem virtuellen Tisch zusammen. Vom 4. bis 6. Dezember 2012 haben sich die Forscher ganz real zu getroffen, um sich mit dem Entwurf zukünftiger Flugzeuggenerationen zu beschäftigen.

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NASA, Boeing, Airbus und Cassidian waren vor Ort

„Ein Ziel des dreitägigen Symposiums in Hamburg war es, CPACS und RCE einer größeren Nutzergemeinde vorzustellen und verfügbar zu machen“, sagt Doreen Seider von der DLR-Einrichtung Simulations- und Softwaretechnik. „Und das im internationalen Rahmen.“

Wissenschaftler der US-amerikanischen Luft- und Raumfahrtbehörde NASA kamen nach Hamburg ebenso wie Vertreter von Boeing, Airbus und Cassidian. Zudem waren zahlreiche Universitäten, die im Bereich Flugzeugentwurf aktiv sind, vor Ort; unter anderem die chinesische Northwestern Polytechnical University. Zuvor hatte das DLR im März 2012 die Software bereits auf einem nationalen Symposium Airbus und Bauhaus Luftfahrt im März vorgestellt.

Futuristische Flügel in Box-Wing-Geometrie

„Im DLR werden CPACS und RCE schon bei vielen Projekten eingesetzt“, erklärt Daniel Böhnke von der DLR-Einrichtung Lufttransportsysteme. „Oft arbeiten mehr als zehn Institute dabei Hand in Hand. Jeder bringt sein Spezialwissen ein: Die Aerodynamiker berechnen die Umströmung, die Aeroelastiker bewerten die Stabilität einer Konstruktion, unsere Einrichtung steuert die ökonomische Bewertung bei. In der DLR-Software wird das vielfältige Wissen eingesammelt und zu einem abgestimmten Flugzeug-Gesamtentwurf zusammengefügt.“ Einige zukunftsweisende Flugzeugkonfigurationen sind so bereits im Rechner entstanden. Ein Beispiel ist die ungewöhnliche Box-Wing-Geometrie, bei der sich beide Flügel ähnlich einem Tor über dem Rumpf vereinigen.

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