EMO Milano 2021 Dreh-Bohr-Fräszentrum M20 Millturn feiert Weltpremiere

Redakteur: Peter Königsreuther

Beim EMO-Auftritt von WFL Millturn Technologies drehen sich nicht nur Spindeln, sondern auch der Präsentationsschwerpunkt. Und zwar um Automatisierung, Konnektivität und Maschinen-Power für Zerspaner.

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Das ist das ausgewiesene EMO-Milano-Highlight und eine Weltpremiere von WFL: Die M20 Millturn. Was die alles kann – und noch viel mehr – lesen Sie im nebenstehenden Beitrag über den Messeauftritt.
Das ist das ausgewiesene EMO-Milano-Highlight und eine Weltpremiere von WFL: Die M20 Millturn. Was die alles kann – und noch viel mehr – lesen Sie im nebenstehenden Beitrag über den Messeauftritt.
(Bild: WFL)

Das besondere EMO-Highlight am Stand von WFL in Halle 4 wird das Dreh-Bohr-Fräszentrum M20 Millturn sein, wie der Aussteller berichtet. Das für die produktive Komplettbearbeitung konzipierte Zerspanungssystem wird dort erstmals dem Publikum vorgestellt, heißt es weiter. Das Ziel bei der Entwicklung der M20 war es, eine besonders langlebige Maschine mit andauernd hohem Präzisionsniveau zu schaffen. Das Maschinengestell ist deshalb aus Sphäroguss, der auch Vibrationen gut dämpft. Auch harte Schrupparbeiten seien im Hinblick auf exakte Bearbeitungsergebnisse deshalb problemlos ausführbar. Live erlebt werden kann die Fertigung eines komplexen Futterteils mit 150 Millimeter Länge und einem Durchmesser von 300 Millimetern.

Glas und LEDs beherrschen das Maschinendesign

Als bahnbrechend bezeichnet WFL Millturn Technologies die Aufmachung des Zerspanungssystems. Denn seine Front ist vollflächig aus gehärtetem Glas mit integrierter Anzeige der Daten nebst Touch-Panel für die Bedienung des Werkzeugmagazins. Helle LEDs leuchten den Arbeitsraum der M20 besonders stromsparend aus. LED-Technik steckt auch im Lichtband im unteren Schiebeschutz der Maschine, das den Maschinenstatus kenntlich macht.

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Als Hingucker wird auch der Einzelwerkzeug-Träger mit B-Achse am unteren Schlitten betont. Oberes und unteres System können auch simultan arbeiten, heißt es weiter. Beide versorgt ein Werkzeugwechsler aus einem Magazin. Die M20 von WFL wird außerdem mit Reitstock oder Gegenspindel angeboten. Ganz neu sei die Dreh-Bohr-Fräseinheit mit integriertem Spindelmotor und einer B-Achse mit Torque-Antrieb, so der EMO-Aussteller. Die Drehleistung beziffert sich mit 44 Kilowatt, was auch für schwer zerspanbare Werkstoffe ausreiche. Die Frässpindel leistet maximal 25 Kilowatt und erreicht eine Drehzahl von 20.000 Umdrehungen pro Minute. Wahlweise können Werkzeugaufnahmen des Typs HSK 63 oder Capto C6 verwendet werden. Stirnseitige Bohrbilder bis zu einem Durchmesser von 200 Millimeter seien ohne die C-Achse zu verdrehen machbar, weil das Werkzeug bis 100 Millimeter unter die Drehmitte verfahren werden kann.

Diverse Automatisierungsoptionen machen produktiver

Je nach Anforderung könnten auch Knickarmroboter, Portallader oder eine integrierte Fertigungszelle namens Intcell, plus passender Peripherie, die M20 Millturn aufpeppen. Letztere wird rechts an der Maschine angebaut und ist auch eine Premiere in Mailand. Ein Bandspeicher nimmt dabei die Werkstücke auf.

Ein automatischer Werkzeugwechsel kann übrigens auch in den unteren Einzelwerkzeug-Trägern ausgeführt werden, merkt WFL an. So kann man hauptzeitparallel rüsten und automatisch auf den Werkzeugvorrat im Magazin zugreifen. Die Werkzeuge können dann am oberen oder unteren Werkzeugträger eingesetzt werden. Im Vergleich zu einer üblichen Fertigungszelle habe WFL den Platzbedarf somit halbiert. Diese Art Werkzeuge zu wechseln ist außerdem Bestandteil der Live-Demonstration auf der EMO Milano.

Die M20 hat eine integrierte Beladungseinheit für Futterteile bis 300 Millimeter Durchmesser und einem Gewicht bis 15 Kilogramm, führt WFL weiter aus. Bei Wellenteilen kann der Durchmesser 100 Millimeter betragen und die Länge bis zu 300 Millimeter.

WFL hat außer der M20 auch noch andere Systeme vorzustellen, die im Folgenden beschrieben werden:

Universalbearbeitung mit der M50-G Millturn

Die M50-G Millturn vertritt eine neue Generation von Bearbeitungszentren mit größerem Achsabstand und höherer Leistung, sagt der Aussteller. Denn ihre Spitzenweite kann optional auf 6.000 Millimeter gebracht werden. Sie nutzt außerdem diverse Features, die von der M80 stammen. Die höhere Antriebsleistung erlaubt die Verwendung von Werkzeugaufnahmen der Varianten HSK-A100 respektive Capto C8, womit man das volle Potenzial der Anlage ausnutzen könne. Drehen kann man bis zu einem Durchmesser von 670 Millimeter, heißt es zu diesem EMO-Highlight von WFL. Lange und/oder schwere Werkzeuge können mithilfe eines Pick-up-Magazins genutzt werden. Bis zu 1.600 Millimeter lange Bauteile kann man automatisch einsetzen und wechseln. Das vorhandene Scheibenmagazin kann auf 200 Plätze erweitert werden.

Live winkt den Besuchern die Bearbeitung einer Turbinenschaufel und einer Plastifizierschnecke für die Kunststoffverarbeitung, wobei diverse Systeme unterstützen. So ermöglicht ein spezieller Spanner von Grasch, dass rechteckige Querschnitte sicher gespannt werden können, was bei der Turbinenschaufelbearbeitung unabdingbar ist, wie WFL anmerkt. Die Funktionen Helix-Spiral-Fräsen und Helix-Längs-Fräsen vereinfachen diese Aufgaben.

Mit smartem Werkzeug und Ultraschall-Messtaster

Das Werkzeug Icotronic hat WFL mit Sensoren ausgestattet, heißt es dazu. So liefert es Informationen über den Zerspanungsprozess ganz nah am Geschehen. Das steigere die Produktivität beim Zerspanen und optimiere die Arbeit. Auch das System wird vorgeführt, verspricht WFL.

Was den Ultraschall-Messtaster betrifft, er auch am Messestand gezeigt wird. Er lässt sich automatisch einwechseln, um dann das Messen mannlos auszuführen. Sein Vorteil liegt im großen Messbereich zwischen 1,5 und 30 Millimeter, erklärt WFL. Ein ideales Anwendungsgebiet sei die Ermittlung des Verlaufs von sehr tiefen Bohrungen und deren Durchmesser.

Pfiffiges für die Bearbeitung von Plastifizierschnecken

Screwcam heißt eine neuartige Software von WFL, mit deren Hilfe Plastifizierschnecken für die Kunststoffverarbeitung trotz komplexer Geometrie leichter bearbeitet werden können. Damit gelingen sowohl ein- als auch zweigängige Schnecken mit veränderlicher Tiefe und beliebiger Steigungsänderung, Wandausprägung und -neigung. Ergänzt wird das durch eine Funktion, die das gesamte NC-Programm auf Kollionsgefahren hin checkt und ob alles sonst passt. Das geschieht mittels Materialabtragssimulation und durch einen verifizierten Vergleich der Geometrie mit den 3D-Soll-Daten der Schnecke. Am Ende ergibt das ein sicheres NC-Programm inklusive der Angabe der voraussichtlichen Bearbeitungszeit, schließt WFL zum anstehenden EMO-Auftritt in Mailand.

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