Fachtagung am 15. Juni in Würzburg Drei Fragen, drei Antworten – Mehr Effizienz im Presswerk

Von M.A. Frauke Finus Lesedauer: 4 min

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Knackig und auf den Punkt: Drei Fragen, drei Antworten – im Vorfeld der Fachtagung „Mehr Effizienz im Presswerk“ am 15. Juni hat blechnet mit vier Referenten gesprochen.

Vier der Referenten der Fachtagung „Mehr Effizienz im Presswerk“ im Kurzinterview. Von oben rechts nach unten links: Christoph Welle, Tobias Hagl, Robin Kurth und Andreas Loh.
Vier der Referenten der Fachtagung „Mehr Effizienz im Presswerk“ im Kurzinterview. Von oben rechts nach unten links: Christoph Welle, Tobias Hagl, Robin Kurth und Andreas Loh.
(Bild: Aida, Elunic, Kiwi-Automation, Fraunhofer-IWU)

Im Gespräch haben uns Andreas Loh, Head of Electrical Engineering bei Aida Europe GmbH, Tobias Hagl, Account Executive Ai See bei Elunic AG, Christoph Welle, Geschäftsführer Kiwi-Automations GmbH & Co. KG und Robin Kurth, Gruppenleiter Umformmaschinen am Fraunhofer-IWU, Antworten auf die folgenden Fragen gegeben.

1. Wenn Sie es in einen Satz packen müssten – was ist die größte Stellschraube für die OEE von Stanz- und/oder Umformlinien?

Andreas Loh, Aida: Die größte Stellschraube für die OEE von Stanz- und/oder Umformlinien ist die Kenntnis seiner Anlage, zum einen um die enorme Flexibilität heutiger Anlagen vollumfänglich nutzen zu können zum anderen aber auch um Verluste durch Stillstände, Störungen und Ausschuss zu minimieren.

Tobias Hagl, Elunic: Wir erleben aktuell extrem kurzen Technologiezyklen (bspw. Cloud, Blockchain, KI, etc.). Hierbei ist die größte Herausforderung frühzeitig Vor- und Nachteile einer neuen Technologie zu verstehen und vor allem deren Einsatzmöglichkeiten, sodass ein kompetitiver Vorteil mittelfristig und langfristig entsteht.

Christoph Welle, Kiwi-Automation: Verfügbarkeit erhöhen durch Reduzieren der Nebenzeiten. Rüstzeiten reduzieren durch möglichst große Produktionslose, flexible Anlagenkonzepte realisieren um für jedes Bauteil die optimale technische Produktionsumgebung zu haben.

Robin Kurth, Fraunhofer-IWU: Die Erfahrungen aus den Projekten der letzten Jahre mit Pressenbetreibern zeigen für mich ein eindeutiges Bild: Qualitätsschwankungen in der laufenden Produktion sind nach wie vor eine, wenn nicht gar die, limitierende Größe der OEE – hier gibt es noch viel Potential für Optimierung!

2. Microsofts Deutschland-Chefin Marianne Janik gab zum Auftakt der diesjährigen Hannover Messe eine klare Stoßrichtung vor: „Künstliche Intelligenz kann eine enorme Schubkraft für Deutschland entwickeln, gerade in Kernbereichen wie in der klassischen Industrie, wo ja über Jahre hinweg die Dinge nicht wirklich vorangegangen sind.ׅ“ Wie ist im Kontext dieser Aussage Ihre Einschätzung dazu für Pressenlinien?

Andreas Loh, Aida: KI ist ein wichtiges Tool um die riesigen Datenmengen, die rund um die Pressenlinien gesammelt werden, nutzbar zu machen und neue Erkenntnisse zu gewinnen.

Tobias Hagl, Elunic: Künstliche Intelligenz funktioniert relativ ähnlich, wie der Mensch. Das bedeutet, sie lernt stetig dazu. Das bedeutet gerade in klassischen Bereichen, wo Prozessketten sehr ausgereift sind, können diese ersetzt bzw. ergänzt werden, um Prozesse effektiver und kostengünstiger zu gestalten. Genau das machen wir mit künstlicher Intelligenz in der Qualitätsprüfung, in dem wir Fehlermerkmale automatisiert detektieren.

Robin Kurth, Fraunhofer-IWU: Aktuell reizen wir die immensen Möglichkeiten, die der Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) in der Umformtechnik mit sich bringt, nur zu einem kleinen Prozentsatz aus – die Gründe dafür sind vielschichtig. Die Beherrschung der Komplexität von KI im Produktionsalltag und die Forderung nach möglichst effizient nutzbareren Tools zur Optimierung der Umformprozesse und -systeme sind wesentlicher Treiber künftiger Entwicklungen – nicht nur bei uns am Fraunhofer-IWU. Dazu gehören auch autarke Systemlösungen, die sich selbst optimieren.

3. Was können Betreiber von Presswerken tun, um agil und zukunftsfähig zu bleiben?

Andreas Loh, Aida: Wissen erarbeiten, Wissen schulen. Nur so können Produktionsprozesse optimiert, neue Technologien optimal genutzt und Predictive Maintenance implementiert werden.

Tobias Hagl, Elunic: Aktiv Prozesse integrieren, um sich einen Zugang zu neuen Technologien zu verschaffen und Budget bereitstellen für kleine bis mittelgroße Machbarkeitsstudien, sodass schnell die Vorteile von neuen Technologien erkannt werden.

Christoph Welle, Kiwi-Automation: Ihr Produktportfolio erweitern, indem auf flexible Produktionslösungen mit maximaler Automation gesetzt wird. Produktionskosten senken, indem für jedes Bauteil die optimale Produktionsmethode gewählt wird.

Robin Kurth, Fraunhofer-IWU: Wesentlicher Befähiger für Agilität und Zukunftsfähigkeit ist die Realisierung von Innovationen in Umformsystemen und Geschäftsmodellen. Und dies zielgerichtet und möglichst ohne großen Aufwand – denn oftmals kann der tatsächliche Nutzen einer Innovation erst durch die Erprobung in der Produktion bewertet werden. Ein Beispiel, wie dies durch technische Innovation für einen agilen Werkzeugbau gelingen kann, zeige ich in meinem Vortrag auf der Fachtagung „Mehr Effizienz im Presswerk“.

Sie wollen mehr darüber hören? Melden Sie sich jetzt noch an für die Fachtagung „Mehr Effizienz im Presswerk“ am 15. Juni in Würzburg!

Hier geht es zum ausführlichen Programm.

Mehr Effizienz im Presswerk

Die Fachtagung von MM MaschinenMarkt und blechnet

Presswerke sind eine Millioneninvestition, entsprechend viel Output erwartet man von ihnen. Wie lassen sich Kosten senken und die Effizienz erhöhen? Vor dem Hintergrund der Herausforderungen von Qualität, Flexibilität, sinkenden Losgrößen und Verfügbarkeiten gilt es die Produktion für den steigenden Kostendruck fit zu machen. Lösungen, die Sie sofort in Ihrem beruflichen Alltag unterstützen, finden Sie als Entscheider auf unserer praxisnahen Fachtagung.

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