Drucklufterzeugung unter extremen Umgebungsbedingungen

Autor / Redakteur: Oskar Schwittay / Annedore Munde

Druckluft wird oft als Hilfsenergie benötigt – auch unter Tage. Dort müssen die Anlagen höchste Anforderungen an Qualität und Zuverlässigkeit erfüllen. Im Bergwerk Sigmundshall bewährt sich ein System aus mehreren Schrauben- und Kolbenkompressoren auch unter härtesten Bedingungen.

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Bild 1: Die Bedingungen beim Salzabbau in über 1000 m Tiefe sind extrem – für die Mitarbeiter und die Druckluft-Kompressoren. Bild: Boge
Bild 1: Die Bedingungen beim Salzabbau in über 1000 m Tiefe sind extrem – für die Mitarbeiter und die Druckluft-Kompressoren. Bild: Boge
( Archiv: Vogel Business Media )

Im Bergwerk Sigmundshall sind mehrere Schrauben- und Kolbenkompressoren installiert, die sich unter härtesten Bedingungen, wie großer Hitze und hoher Staubbelastung, im Dreischichtbetrieb bewähren. Im Kaliwerk, das in Bokeloh bei Hannover liegt, baut die K+S Kali GmbH schon seit 100 Jahren Salz ab.

Hohe Förderleistung unter Tage

Pro Jahr werden hier bis zu 3 Mio. t Rohsalz gewonnen. Das entspricht einer Förderleistung von rund 10000 t pro Tag. Der Abbau beginnt in 350 m Tiefe, die tiefste Sohle befindet sich 1400 m unter der Erdoberfläche. Das ist der tiefste Kalibergbau Europas (Bild 1). Die Salzschicht selbst reicht bis in 3000 m Tiefe.

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Unter Tage befindet sich ein 300 km langes Streckensystem. Um die Lagerstätte nach und nach abzubauen, nutzt man das Verfahren des „Weitungsbaus“: Dabei wird das Salzvorkommen von unten nach oben fortschreitend durch vertikales Abbohren und Sprengen bearbeitet. Das Salz fällt dabei der Schwerkraft folgend bis zur unteren Hauptsohle, wird dort mit 12-t- und 17-t-Schaufelladern aufgenommen und zu Brechern transportiert.

Das zerkleinerte Rohsalz wird auf kilometerlangen Transportbändern zum Schachtbunker, einem Zwischenspeicher am Förderschacht, transportiert und hier nach übertage gefördert, wo die Weiterverarbeitung zu hochwertigen Salzen beziehungsweise Düngemitteln stattfindet. Der Versatz – nicht nutzbares Rohsalz aus der Aufbereitung – gelangt wieder nach untertage und wird vor Ort verfüllt.

Druckluft wird vielfältig eingesetzt – auch für die Entstaubung

Um derartige Mengen von Rohsalz abzubauen und zu transportieren, benötigt man umfassendes technisches Equipment. So ist in Sigmundshall ein Fuhrpark mit mehreren Hundert Fahrzeugen unterwegs, der auch untertage gewartet und instandgesetzt wird. Und man benötigt Druckluft. Ein Hauptverbraucher für diesen Energieträger ist die aufwendige Sackfilter-Entstaubung an den Übergabestationen der Förderanlage: Ohne sie wäre ein Transport des Rohsalzes gar nicht möglich.

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