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Hafen Duisburg

Duisport wird zur Drehscheibe trimodaler Warenströme

| Autor/ Redakteur: Gelfo Kröger /

Im Zuge des global rasant ansteigenden Containertransports wächst nicht nur die Bedeutung der großen Seehäfen, sondern auch die der sogenannten Hinterlandhäfen. Zurzeit wird der Duisport zur zentralen Drehscheibe des trimodalen Güterverkehrs in Europa ausgebaut.

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Als größter Binnenhafen der Welt gewinnt der Duisport zunehmend an Bedeutung als Umschlagplatz für den trimodalen Güterverkehr aus den Westhäfen.Bild: DB
Als größter Binnenhafen der Welt gewinnt der Duisport zunehmend an Bedeutung als Umschlagplatz für den trimodalen Güterverkehr aus den Westhäfen.Bild: DB
( Archiv: Vogel Business Media )

Der Duisburger Hafen ist der größte Binnenhafen der Welt. Aufgrund seiner geografischen Lage und seiner hervorragenden Verkehrsanbindung ist er als Standort für Logistiker sehr interessant. Durch die Nähe zu den großen Westhäfen Antwerpen, Rotterdam, Amsterdam (ARA) und Zeebrügge laufen bereits heute gewaltige Gütermengen auf Duisburg zu, die künftig weiter stark wachsen werden. Nur mit einer trimodalen Ausrichtung und einem leistungsstarken kombinierten Verkehr (KV) sind diese Mengen zu bewältigen.

Die Häfen im Hinterland sind längst keine reinen Anlaufstellen für Binnenschiffe mehr. In den vergangenen Jahren haben sie sich zu leistungsstarken Umschlagplätzen entwickelt, die die Verkehrswege Straße, Schiene und Wasserweg vernetzen und einen schnellen, reibungslosen Güterumschlag ermöglichen.

Straßen werden bald bis an ihre Grenzen ausgelastet sein

Der entscheidende Vorteil des trimodalen Standorts Duisburg ist seine hervorragende Anbindung an die transeuropäischen Verkehrsnetze. Über den Rhein werden die Westhäfen erreicht, in entgegengesetzter Richtung besteht über Rhein und Donau eine Verbindung mit dem Schwarzen Meer.

Der unmittelbare Zugang zu zahlreichen Fernstraßen ermöglicht einen – wegen Staus inzwischen allerdings häufig eingeschränkten – Gütertransport per Lastkraftwagen. Zudem ist eine direkte Schienenanbindung an das europäische Fernstreckennetz sowohl in Nord-Süd- als auch in West-Ost-Richtung und damit zu den transeuropäischen Netzen vorhanden.

Das Bundesverkehrsministerium erwartet nach aktuellen Prognosen eine Zunahme des Transportaufkommens in Deutschland bis 2025 um fast 50%. Die Infrastruktur der Kraftfahrstraßen und Autobahnen wird dadurch bis an ihre Grenze belastet werden. Eine Ausweitung ist nur noch in geringem Umfang möglich.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee will mit dem 2005 im Koalitionsvertrag vereinbarten Masterplan den Güterverkehr und die Logistik nachhaltiger gestalten, besonders durch die bessere Verknüpfung verschiedener Verkehrsträger und eine ressourcenschonende Organisation der Transportkette.

Das Potenzial der Schiene wächst mit den Westhäfen

Ziel dieses Masterplans ist es, den Standort Deutschland als Produktions- und Logistikstandort gleichermaßen zu stärken und damit auch zu mehr Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Beschäftigung zu gelangen, und zwar durch kürzere Wege, eine bessere Effizienz durch weniger Leerfahrten und die Stärkung klima- und umweltfreundlicherer Verkehrsträger wie Bahn und Binnenschiff.

Besonders im Hinterlandverkehr gehen die Prognosen von deutlichen Mengenzuwächsen aus. Derzeit liegt der Containerumschlag in den Westhäfen bei 18 Mio. Ladeeinheiten jährlich – in sieben Jahren, also 2015, sollen es bereits fast 40 Mio. sein. Die Häfen erweitern ihre Kapazitäten, um die steigenden Mengen abfertigen zu können. So erhöht beispielsweise Rotterdam die Kapazitäten durch den Ausbau von Maasvlakte II bis 2015 um 20%.

Anbindung des Hinterlands ist wichtige Anforderung

Genauso wichtig wie ausreichende Umschlagkapazitäten in den Seehäfen ist eine gute Anbindung zum Hinterland. Hier hat die Schiene im Hafen Rotterdam mit einem Anteil von derzeit 11% noch sehr viel Potenzial. Zumal Prognosen von einer weiteren Verknappung des Lkw-Laderaums ausgehen und das Binnenschiff im Herbst immer wieder unter Niedrigwasserständen des Rheins zu leiden hat und dadurch oft nicht voll ausgelastet werden kann.

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