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Hafen Duisburg

Duisport wird zur Drehscheibe trimodaler Warenströme

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Durch die Bündelung maritimer und kontinentaler Ladungsströme bringt Duisport nach Ansicht von Dr. Sebastian Jürgens, Leiter des Geschäftsfeldes Intermodal im Ressort Transport und Logistik der DB AG, alle Voraussetzungen mit, um zum zentralen Hinterlandhub für die Westhafenverkehre ausgebaut zu werden.

Dadurch würde sich der Modal-Split deutlich zugunsten der Schiene vergrößern. Schon heute vernetzen – in Ergänzung zu den täglichen Schiff- und Bahnshuttles zu den Nord- und Ostseehäfen – über 300 KV-Züge pro Woche Ziele in ganz Europa mit den Duisburger Containerterminals.

Als erste Ausbaumaßnahme wurde im September 2007 im Duisburger Hafen das erweiterte Terminal der „Planungsgesellschaft Kombinierter Verkehr mbH“ (PKV) eingeweiht. Die Umschlagkapazität des Terminals in Duisburg-Ruhrort hat sich um rund 60000 auf nun 220000 Ladeeinheiten pro Jahr erhöht.

Neues Terminal sehr gut an Streckennetze der KV-Operateure angebunden

Das Terminal besitzt eine ausgezeichnete Anbindung an die europaweiten Streckennetze der KV-Operateure sowie einen direkten Anschluss an die neue Betuwe-Linie zum Hafen Rotterdam. Zudem gibt es eine trimodale Verbindung über das nah gelegene De-Ce-Te-Container-Terminal im Duisburger Hafen.

Das für 2012 geplante Gateway-Terminal, das eigentliche Herzstück der Drehscheibe, soll in einem zweiten Schritt die Voraussetzung für einen direkten Umstieg von Zug zu Zug schaffen. Hierdurch sollen weitere Seehafen-Hinterlandverkehre in nennenswertem Umfang in Duisburg an das europaweite KV-Netz angeschlossen werden. Vorgesehen ist eine Anlage mit einer Kapazität von 120000 Ladeeinheiten pro Jahr.

Durch den Anschluss der Westhäfen an das KV-Netz über die Drehscheibe Duisburg will DB Intermodal mehr vom hohen Containeraufkommen in Rotterdam (2007: 10,8 Mio. TEU) mittels Ganzzugsystemen übernehmen. Mit dem Drehscheibenkonzept können die Container per Shuttle-Zug rasch aus den Seehäfen abgezogen und für den weiteren Transport zielrein in Duisburg gebündelt werden. So können in Duisburg kurze Schienenvorläufe durch Umladen der Ladeeinheiten auf andere Züge mit längeren Läufen kombiniert werden.

Im Ergebnis verringert sich der Anteil von Umschlag-, Straßenvor- und -nachlaufkosten an den Gesamtkosten – der Transport wird gegenüber dem Straßengüterverkehr wettbewerbsfähig. Außerdem wird eine höhere Bedienungsdichte für die Relationen erreicht, auf denen die Mengen für regelmäßige Direktzüge nicht ausreichen.

Schienendrehscheibe bietet Verladern Liefergarantie

Die Bündelung maritimer und kontinentaler Verkehre über die Drehscheibe Duisburg ist ein neues Angebot am Markt, das auch für Reeder interessant ist, die alternative Produkte verlangen. Außerdem bietet die Schienendrehscheibe dem Verlader eine Liefergarantie – ein Wettbewerbsvorteil besonders gegenüber dem von Pegelständen abhängigen Binnenschiff.

Für die Betreiber der Seehafenterminals besteht der Vorteil darin, dass die Container bunt gemischt auf die Feeder-Züge der Drehscheibe verladen und damit nach ihrem Eintreffen schneller weitergeleitet werden können – ein wirksames Mittel gegen den Containerstau in den Seehäfen. Prognosen gehen davon aus, dass die Schiene mit dem Drehscheibenkonzept ihren Anteil an den Hinterlandverkehren ausbauen und 2015 vier Mio. TEU aus den Westhäfen abwickeln wird.

Die dynamische Entwicklung des Güterverkehrs in Deutschland und Europa ist für die Umwelt eine Herausforderung. Ein Lösungsansatz für diesen Konflikt ist die effizientere Vernetzung der Verkehrsträger wie im Duisburger Hafen, wo Gütertransporte gebündelt und auf die umweltfreundlicheren Verkehrsträger Schiene und Schiff verlagert werden. Angesichts der zukünftigen Verkehrsentwicklung werden zentral gelegene Binnenhäfen als trimodale Güterverkehrszentren immer stärker an Bedeutung gewinnen.

Gelfo Kröger leitet den Bereich externe Kommunikation der DB Logistics in Berlin.

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