Medizintechnik Durchdachte Bedienoberflächen steigern die Anlageneffizienz

Autor / Redakteur: Manfred Dorn / Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

Intuitive Bedienoberflächen beschleunigen die Inbetriebnahme und das Einrichten komplexer Maschinen und Anlagen. Auch bei der Fehlersuche und -behebung können sie den Bediener unterstützen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Bedürfnisse der Benutzer bereits frühzeitig im Entwicklungsprozess berücksichtigt werden.

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Bild 1: Die bildhafte Diagnostik der zahnärztlichen Behandlungseinheit sorgt für die Aufklärung des Patienten, die Bedienoberfläche unterstützt den Arzt bei der Arbeit.
Bild 1: Die bildhafte Diagnostik der zahnärztlichen Behandlungseinheit sorgt für die Aufklärung des Patienten, die Bedienoberfläche unterstützt den Arzt bei der Arbeit.
(Bild: Phoenix Design)

Auch wenn dies heute noch schwer vorstellbar ist: Komplexe Maschinen und Anlagen lassen sich ähnlich wie ein Handy intuitiv bedienen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass das User Interface Design frühzeitig im Entwicklungsprozess berücksichtigt wird. Bei Geräten, die als Medizinprodukt deklariert sind, ist dies seit Kurzem durch eine DIN-Norm Pflicht.

Bedienerfreundlichkeit von Maschinen kann entscheidend sein

Nutzerfreundlichkeit, grafisch gestaltete Bedienoberflächen und Softwareergonomie werden im Maschinen- und Anlagenbau heute noch weitgehend stiefmütterlich behandelt. Dabei liegen die Vorteile auf der Hand: Die Bediener müssen kürzer an Systemen eingelernt werden und die Standzeiten verlängern sich. Im medizinischen Umfeld kommt hinzu, dass Ärzte oder Mitarbeiter in der Pflege aufgrund der Komplexität von Systemen sogar deren Nutzung ablehnen – auch wenn sie auf deren Grundlage Entscheidungen fällen müssten. Im Extremfall können Bedienfehler an Apparaten und Maschinen die Gesundheit oder gar das Leben eines Menschen gefährden.

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Dies bestätigt eine Studie, die ein Team unter der Leitung von Ulrich Matern, heute Geschäftsführer der wwH-c GmbH, Tübingen, zu Arbeitsbedingungen und Sicherheit am Arbeitsplatz Operationssaal (OP) durchgeführt hat: 70% von 425 Chirurgen und die Hälfte von 190 Pflegekräften gaben an, hin und wieder Schwierigkeiten bei der korrekten Bedienung von Geräten zu haben – und dass Probleme mit der Gerätebedienung in vielen Fällen zur Gefährdung der im OP befindlichen Personen geführt hat.

User Interface Design übernimmt eine Lotsenfunktion für den Nutzer

Die Ergebnisse der Studie sind zwar bereits ein paar Jahre alt, haben aber nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. Es besteht noch erheblicher Nachholbedarf hinsichtlich der Usability. Dies betrifft das medizinische Umfeld ebenso wie die industrielle Fertigung. In beiden Fällen kumulieren sich für den Bediener immer mehr Funktionen auf engstem Raum. User Interface Design übernimmt dabei eine Lotsenfunktion, damit sich der Nutzer nicht im Kosmos der Möglichkeiten verirrt.

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