Suchen

Unterbrechungsfreie Stromversorgungen

Dynamische Wartung spart Kosten und verhindert Netzausfälle

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Empfehlungen für weniger kritische Zugangsknoten

Ein normaler Access-Zugangsknoten in Telekommunikationsnetzwerken wird in der Regel nicht gewartet. Batterien werden entweder nach einem festen Zeitplan ausgetauscht oder nur nach einem aktuellen Ausfall des Knotens. Dieses Vorgehen birgt jedoch einige Gefahren, da es im Falle eines Stromausfalls sein kann, dass die Batterien die Stromversorgung nicht übernehmen können. Besser ist es, ein einfaches Remote-Monitoring durchzuführen. Zusätzlich sollte die entsprechende Hardware angeschafft werden, um jährliche Remote-Teilentladungstests durchführen zu können. Diese Kombination reduziert die Ausfallzeiten, erhöht die Zuverlässigkeit der Zugangsknoten und führt, bezogen auf die gesamte Total Cost of Ownership (TCO), zu einem guten Return on Investment (ROI).

Empfehlungen für kritische Zugangsknoten

Remote-Monitoring und Remote-Tests lassen sich nicht immer an allen Standorten durchführen. Im Falle von kritischen Lasten oder speziellen Batterien müssen sehr genaue Entladungstests durchgeführt werden, um exakte Aussagen zum Batteriezustand treffen zu können. Hier bietet es sich an, jährliche Remote-Entladungstests sowie zustandsabhängige Innenwiderstandstests durchzuführen. Gegen Ende der Batterielebensdauer kann die Frequenz der Messungen erhöht werden.

Bildergalerie

Empfehlungen für sehr kritische Zugangsknoten

Bei Netzwerken, die eine absolut 100-prozentige Verfügbarkeit verlangen, sollten Remote-Testverfahren in Kombination mit Vor-Ort-Tests durchgeführt werden, die visuelle und mechanische Tests und einen Check der Umgebungsparameter einschließen. Das würde jährlich beinhalten: Remote-Teilentladungstests, vier Remote-Innenwiderstandstests als Basis für Zustandsbewertungen sowie ein Innenwiderstandstest vor Ort.

Darüber hinaus kann zusätzlich ein vollständiger Kapazitätstest gegen Ende der Batterielebensdauer durchgeführt werden, um definitive Aussagen zur Kapazität treffen zu können. Eine aktuelle Monitoring-Hardware liefert rund um die Uhr umfassende Daten zum Zustand der Batterie. Zusätzlich stehen den Verantwortlichen weitere Informationen zu Alarmen, Temperatur, Verfügbarkeit und Last zur Verfügung, um den gesamten Zustand und die Leistung des Systems bewerten zu können. Allgemein gilt: Insbesondere das Reinigen und Nachziehen aller Anschlüsse und Verbinder sollten Teil der Batteriewartung sein bei der Routineprüfungen vor Ort.

Ein Wartungsprogramm soll auch Fehler beheben können

Neben vorausschauenden Maßnahmen sollte ein Wartungsprogramm für Batterien immer auch fehlerbehebende Maßnahmen beinhalten. So ist es wichtig, dass fehlerhafte Batterien innerhalb eines Strangs entdeckt und ausgetauscht werden, da sie sonst andere Batterien schwächen bzw. deren Alterung beschleunigen. Jedoch sollte immer abgewogen werden, ob einzelne alte Batterien durch neue ersetzt werden oder der ganze Batteriestrang ausgetauscht wird. Denn neue Batterien altern schneller, wenn sie in einen bestehenden Strang eingesetzt werden.

Als Faustregel gilt: Geht bei einem Viertel der Batterien die Lebensdauer dem Ende entgegen, lohnt es sich, den ganzen Strang zu ersetzen. Bei Hohen Widerstandswerten oder sichtbarer Korrosion muss die Verbindungs-Hardware auseinander gebaut und zusammen mit den Batteripolen gereinigt und neu gefettet werden.

Das Wartungskonzept sollte dynamisch gestaltet sein

In den meisten Netzwerken gibt es eine große Anzahl an Batterien unterschiedlichen Alters, Zustands, Typs und mit unterschiedlichen Kapazitäten zur Versorgung im Falle eines Stromausfalls. Um die Stromversorgung zu gewährleisten, müssen die Batterien in einem einwandfreien Zustand sein. Das setzt jedoch regelmäßige Kontrolle und Wartung voraus. Ein Wartungskonzept sollte dynamisch gestaltet sein und alle wichtige Parameter wie Alter, Größe und Zustand der Batterie berücksichtigen.

Darüber hinaus spielt es eine Rolle, wie kritisch die Versorgung der abzusichernden Last ist. Abhängig davon können Unternehmen eine ideale Kombination aus geeigneten Tests für die Batteriewartung zusammenstellen und in einem dynamischen Wartungsprogramm umsetzen. Die Messungen sollten von Experten durchgeführt werden, welche die genauen Daten sammeln, Ergebnisse und andere Beobachtungen protokollieren und auswerten können. Darauf aufbauend kann dann das Wartungsprogramm angepasst werden, sodass die Verfügbarkeit der Batterien jederzeit gewährleistet ist und für Unternehmen das bestmögliche Kosten-Nutzen-Verhältnis erreicht wird.

Dieser Beitrag basiert auf dem White-Paper „Battery Optimization Services. A guide to optimize your battery maintenance“ von Peter Shore, Emerson Network Power, und Geoffrey May, FOCUS Consulting.

* Andreas Schmiedner ist Sales Director Telecom DACH & Benelux bei Emerson Network Power in München.

Artikelfiles und Artikellinks

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 43168983)