Produktklassifikation E-Class soll zum weltweit meistgenutzten Standard werden

Redakteur: Jürgen Schreier

Was mit einer Handvoll Unternehmen begann, hat im Laufe der Zeit ordentlich „Sprengkraft“ entwickelt. Im zehnten Jahr seines Bestehens zählt der E-Class e.V. 106 Mitglieder Über die Ziele für die nächste Dekade sprachen wir am Rande des 2. Würzburger E-Class-Kongresses mit dem Vorstandsvorsitzenden des E-Class e.V. Friedhelm Hausmann.

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Zehn Jahre Produktdatenmanagement mit E-Class. Herr Hausmann, wie fällt Ihre Bilanz aus?

Hausmann: Ich bin sehr positiv überrascht. Wir haben ja im Dezember 2000 den E-Class e.V. gegründet, damals mit elf relativ großen Unternehmen. Mittlerweile hat E-Class 106 Mitglieder, sieben internationale Geschäftsstellen. Wir sind Partner der japanischen elektronischen Industrie in Form des Verbandes Jeita, oder von CNIS, der chinesischen Standardisierungsorganisation, die mit unserem DIN vergleichbar ist. Das zeigt, dass wir in den zehn Jahren unseres Bestehens sehr viel erreicht haben, womit dem damals keiner rechnete.

Viele Unternehmen trauen sich immer noch nicht so recht an Themen wie Produktklassifizierung und Stammdatenmanagement heran. Nennen Sie doch bitte mal einige Vorteile eines E-Class-basierten Produktdatenmanagements, die selbst den hartnäckigsten Zauderer überzeugen könnten?

Hausmann: Gut, ein Alleinstellungsmerkmal von E-Class ist sicherlich die Qualifikation in den Daten, die Verknüpfung von Produktklassifikation mit Produktbeschreibung. E-Class kann als Standard durchgängig entlang des Supply-Chain oder entlang des Produktprozesses eingesetzt werden, je nachdem, ob ich eine betriebswirtschaftliche oder eine technische Sicht auf die Produktdaten habe. E-Class ist international einsetzbar durch seine Mehrsprachigkeit und insbesondere auf Grund der Zusammenarbeit mit DIN- oder ISO-Gremien auch nachhaltig abgesichert. Es gibt belegbare Prozesskostenoptimierungen zwischen 10 und 35 Prozent. Große Unternehmen haben bis zu 1,5 Millionen Euro dokumentiert, die sie durch den Einsatz von E-Class eingespart haben.

Neben E-Class gibt es noch weitere Klassifikationssysteme. Wie weit ist man mittlerweile in Sachen Harmonisierung vorangekommen?

Hausmann: Wir haben im Rahmen unserer laufenden Harmonisierungsaktivitäten außer mit ETIM und Proficlass auch mit Prolist einen sehr guten Stand erreicht. Die Harmonisierungen werden inhaltlich im E-Class-Release 7.0, das im Februar nächsten Jahres veröffentlicht wird, integriert sein. Es war eine sehr sportliche, eine sehr gute Zusammenarbeit – auch mit nachhaltigen Synergien –, die alle Partner zufrieden stellen kann.

E-Class lebt ja von seinen Mitgliedern und Mitmachern. Wie viele Mitglieder hat der E-Class e.V. heute und will man hin?

Hausmann: Aktuell haben wir 106 Mitglieder. Wo wir hin wollen? Wir wollen E-Class auf jeden Fall international weiter ausbauen. Der Schwerpunkt von E-Class-Mitgliedschaften und -Anwendungen liegt immer noch im deutschen Bereich. Rund 75 Prozent unserer Mitglieder und Anwender kommen aus Deutschland. Wir müssen also unsere Internationalität weiter ausbauen. Wir möchten natürlich noch mehr Mitglieder gewinnen, denn gerade durch die Vielfalt der Mitgliedschaften steigen auch die Chancen, dass E-Class international durchgängig und branchenübergreifend eingesetzt wird. Das bedingt eine hohe Anzahl an Mitgliedern aus unterschiedlichen Branchen und Interessensgebieten.

Wie entwickelt sich das Geschäft mit E-Class-Lizenzen, also die Downloads von E-Class?

Hausmann: Der Download von E-Class steigt ständig. Insbesondere möchte ich hervorheben, dass bereits sehr viele Firmen den aktuellen Standard E-Class 6.2 downloaden. Das heißt, die Firmen möchten wirklich mit aktuellen E-Class-Daten arbeiten. Rund 25 Prozent der Downloads werden von Nutzern außerhalb Deutschlands getätigt. Dies zeigt, dass unser Standard auch international angenommen wird. Es gibt zudem Wechselwirkungen zwischen dem Download und unseren Mitgliedschaften. Denn viele Firmen, die mehrere Downloads haben, entschließen sich dann alleine aus betriebswirtschaftlichen Gründen, E-Class-Mitglied zu werden, um die Downloadkosten zu reduzieren.

Welche Themen hat sich der E-Class e.V. für die nächsten zehn Jahre auf die Agenda gesetzt?

Hausmann: Unsere Vision ist es, der führende Anbieter und meistgenutzte Standard für Produktklassifikation, Produktbeschreibung und Datentransfer weltweit zu sein. Momentan werden wir noch vom Markt getrieben aufgrund einer sehr hohen, auch internationalen, Nachfrage. Um unserer Vision gerecht zu werden, brauchen wir als erstes eine Neustrukturierung unserer Geschäftsorganisation. Daran arbeiten wir aktuell. Wir werden uns auf Kernkompetenzen fixieren und Add-ons zusätzlich anbieten. Die Stärkung der internationalen Geschäftsstellen und eine Abdeckung aller Branchen, gehört selbstverständlich zum weiteren Ausbau von E-Class dazu.

Herr Hausmann, vielen Dank für das Gespräch.

Bitte beachten Sie auch unsere Bildergalerie zum 2. Würzburger E-Class-Kongress!

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