Suchen

Beschaffung

E-Procurement am Zuckerhut – wie geht das?

Seite: 2/3

Firmen zum Thema

Der Subkontinent, Lateinamerika und Osteuropa werden in der Literatur oft als „early adopter“ bezeichnet. Das bedeutet, so Andreas Schwarze, Geschäftsführer vom Softwarehaus Onventis, die „Unternehmen beginnen E-Procurement-Systeme zu implementieren“. Die Schwaben konzentrieren sich gegenwärtig auf den asiatischen und lateinamerikanischen Markt, denn einige ihrer Kunden nutzen in Brasilien und China bereits die Softwarelösungen made in Germany. Dadurch verspricht sich Schwarze Referenzen und neue Kunden.

Auch SAP sieht in China noch Potenzial. „China folgt mit Verzögerung, aber auch dort ist der Bedarf groß“, weiß Weiland aus seiner Erfahrung zu berichten. Auch vor dem Hintergrund der steigenden Lohnkosten in der Industrieregion Shanghai und der starken Fluktuation im Reich der Mitte sind E-Procurement-Lösungen gefragt. Dabei steht nicht die Beschaffung im Mittelpunkt der Anwendung, sondern die Möglichkeit, mit ihr ein Wissens- und Dokumentationsmanagement aufzubauen. Eine weiteres Anwendungsszenario beschreibt Einkaufsberater Kloepfel: „Auch Compliance wird in Zukunft in den BRIC-Staaten immer wichtiger. In diesem Fall sind Softwarelösungen hilfreich.“

Bildergalerie

Der persönliche Kontakt ist den BRIC-Staaten wichtig

Es sind immer Menschen, die sich nicht an Regeln halten und damit die Compliance eines Unternehmens unterlaufen. Vor allem im Einkauf nimmt das Thema viel Raum ein, denn es wird verhandelt, gefeilscht und manche überschreiten Grenzen – bewusst und unbewusst. Unternehmen, die erfolgreich in China oder Indien sourcen wollen, müssen dabei aber auch um die kulturellen Besonderheiten wissen.

Den persönlichen Austausch kann die Software nicht ersetzen, sind Fachleute überzeugt. „Aus strategischer Sicht müssen wir erkennen, dass in den neuen Zuliefermärkten andere kulturelle Voraussetzungen existieren, um Geschäftsbeziehungen aufzubauen. Für die Ansprache und den Aufbau neuer Lieferanten ist ein E-Procurement-System in BRIC-Nationen sicherlich nicht zielführend – hier ist der persönliche Kontakt häufig unabdingbar. Zur Unterstützung der Bestellabwicklung oder im Bereich des Lieferantenmanagements bei eingefahrenen Beziehungen können dagegen die entsprechenden Elemente der E-Procurement-Systeme durchaus Anwendung finden“, erklärt Wissenschaftler Müller.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 35255110)