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E-Procurement am Zuckerhut – wie geht das?

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E-Procurement-System in Indien oder China - funktioniert das überhaupt?

Funktioniert und lohnt sich ein E-Procurement-System in Indien oder China dann überhaupt? „Es funktioniert, aber das Unternehmen wird viele Angebote einsammeln können, die aber in der Mehrzahl qualitativ minderwertig sind, denn die guten Zulieferer in Indien oder auch China sind ausgelastet und haben gar kein Interesse an einer Auktion über eine E-Procurement-Plattform teilzunehmen. Dazu kommt, dass Firmen in Europa ein bindendes Angebot abgeben. Die Chinesen wollen immer nachverhandeln. E-Procurement scheitert somit auch an unterschiedlichen kulturellen Einstellungen“, meint Unternehmensberater Kloepfel.

Auch zu Russland hat der Consultant eine klare Meinung: „Ehrlich gesagt, muss man in Russland froh sein, wenn man einen qualitativ hochwertigen Zulieferer findet. Das Qualitätsbewusstsein hinkt Indien und China weiter hinterher. Brasilien schneidet aus meiner Sicht etwas besser ab.“

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Im Land des Zuckerhuts ist auch GEA Heat Exchangers aktiv. Das Unternehmen hat vor Ort die elektronische Beschaffung implementiert. Die User nutzen eine Onventis-Lösung. Der Schlüssel zu effizienten Beschaffungsprozessen ist Wissen, sind die Verantwortlichen um Scheibe, Managerin E-Procurement bei GEA, überzeugt. Das Unternehmen setzt die Einkaufssoftware meistens für Anfragen und Bestellungen ein.

Fortbildung ist wichtig für die Akzeptanz der Programme

„Derzeit nutzen weltweit 20 unserer Tochtergesellschaften die E-Procurement-Software“, erklärt die Einkaufsexpertin. Das Unternehmen wollte den administrativen Aufwand für seine Einkäufer minimieren. „Zu Beginn stand ein großer Schulungsaufwand“, bestätigt Scheibe „Änderungen rufen generell Widerstand bei den Anwendern hervor. Mit einem umfassenden Training sowie Unterstützung und eigener Erfahrung durch die Anwendung sehen die Beteiligten den Vorteil einer solchen Software. Zudem kann durch eine richtige Change-Management-Strategie die Akzeptanz erhöht werden“, ist sich die E-Procurement-Verantwortliche sicher. Auch die Lieferanten profitieren von dem Programm, das sie einfach über einen Webbrowser bedienen können.

„Bezüglich der Einführung (einer E-Procurement-Software; Anmerkung der Redaktion) sehen wir keinen gravierenden Unterschied zu den klassischen Ländern. Indien und Brasilien gehen damit nicht anders um als Kunden in den angestammten Ländern“, bestätigt SAP-Mann Weiland die Erfahrungen von GEA. Für ihn ist „das Verkaufen von Software-Lösungen von Land zu Land anders“. Man könnte meinen: Die BRIC-Kunden verkaufen nicht nur anders, sondern kaufen anders ein.

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