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Energieerzeugung

EEG-Reform würgt Kraft-Wärme-Kopplung ab

| Redakteur: Stéphane Itasse

Der vom Bundeswirtschaftsministerium vorgelegte Eckpunkteplan zur Reform des Erneuerbare-Energie-Gesetzes (EEG) gefährdet die Ziele der Bundesregierung zum Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) Die teilen der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK), der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) und der Verband für Wärmelieferung (VfW) nach einer ersten Analyse am Freitag gemeinsam mit.

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Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung werden in Deutschland künftig nicht mehr gebaut, wenn die Bundesregierung ihre Pläne zur EEG-Reform umsetzt, befürchten mehrere Verbände.
Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung werden in Deutschland künftig nicht mehr gebaut, wenn die Bundesregierung ihre Pläne zur EEG-Reform umsetzt, befürchten mehrere Verbände.
(Bild: Bosch)

Die geplante Belastung der Eigenerzeuger von KWK-Strom mit der EEG-Umlage fördert keine nachhaltige und umweltfreundliche Energieerzeugung, sondern erreicht das Gegenteil, wie es weiter heißt: Die dezentrale KWK in der kommunalen Versorgung, im Mittelstand, der Privat- und Wohnungswirtschaft sowie in der Industrie werde unrentabel. „Die Bundesregierung konterkariert mit diesen Vorhaben ihre eigenen Pläne und zieht der aktuell effizientesten und umweltfreundlichsten Technologie zur Energieerzeugung den Boden unter den Füßen weg“, sagt Berthold Müller-Urlaub, der Präsident des B.KWK. „Die Konsequenz aus den Plänen der Bundesregierung wäre eine Zunahme der Stromversorgung aus CO2-intensiven Erzeugungsarten und eine Behinderung klimafreundlicher Zukunftstechnologien.“

Freistellung für kleinere KWK-Anlagen als Augenwischerei bewertet

Weiterhin führt Dr. Annette Loske, Hauptgeschäftsführerin des VIK, aus: „Insbesondere führt die gekoppelte Erzeugung von Strom und Wärme gegenüber anderen Kraftwerksanlagen zu einer hocheffizienten Nutzung der eingesetzten Primärenergie und einer damit verbundenen CO2-Einsparung. Es muss sichergestellt werden, dass Investitionen in solche innovativen Technologien nicht durch zusätzliche finanzielle Auflagen belastet werden.“

Laut dem von der Bundesregierung beschlossenen Eckpunktepapier zur EEG-Reform sollen bei einer Eigenstromerzeugung in Neuanlagen 90 % der Umlage gezahlt werden. Anlagen mit einer installierten Leistung von höchstens 10 kW sollen für eine jährliche Stromerzeugung von bis zu 10 MWh keine EEG-Umlage zahlen. Diese Freistellung ist für B.KWK-Präsident Müller-Urlaub jedoch „Augenwischerei“: „Moderne KWK-Anlagen kleiner Leistungsklassen haben schon nach wenigen Wochen mehr als 10 MWh produziert und werden dann sehr schnell belastet, was sie unrentabel macht.“

Regierungspläne gefährden den Klimaschutz

Die Verbände rechnen als Konsequenz aus den Plänen der Bundesregierung mit einer Zunahme der Stromversorgung aus CO2-intensiven Erzeugungsarten und einer Abnahme klimafreundlicher Zukunftstechniken. Die Zielsetzung des EEG, die deutsche Energieversorgung langfristig auf erneuerbare Energien auszurichten, rücke in weite Ferne.

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