Effektive Sprühbeölung für einen hohen Korrosionsschutz im Kaltwalzprozess

Autor / Redakteur: Alois Scharf / M.A. Frauke Finus

Schutz vor Korrosion während der Coil-Lagerung und des Transports ist entscheidend für die Produktqualität von Kaltbändern. Eine effiziente Beölung beim Kaltwalzen ist deshalb in Walz- und Schneidlinien elementar. Techno- trans hat für mehrere Produktionslinien der Bilstein Group maßgeschneiderte und nachhaltige Konzepte für die Sprühbeölung entwickelt.

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Um die Qualität der Produkte sicherzustellen, genießt ihr Schutz oberste Priorität. Insbesondere der Korrosion der Materialien durch äußere Einflüsse selbst bei der Lagerung in Hallen entgegenzuwirken, spielt dabei eine wichtige Rolle.
Um die Qualität der Produkte sicherzustellen, genießt ihr Schutz oberste Priorität. Insbesondere der Korrosion der Materialien durch äußere Einflüsse selbst bei der Lagerung in Hallen entgegenzuwirken, spielt dabei eine wichtige Rolle.
(Bild: Technotrans)

Eine hohe Produktverfügbarkeit erfordert bei der Stahlverarbeitung eine intelligente Lagerhaltung. Um die Qualität der Produkte sicherzustellen, genießt ihr Schutz oberste Priorität. Insbesondere der Korrosion der Materialien durch äußere Einflüsse selbst bei der Lagerung in Hallen entgegenzuwirken, spielt dabei eine wichtige Rolle. Schon in den Kaltwalzprozessen setzen Hersteller daher auf die Auftragung eines effektiven Korrosionsschutzes mittels spezieller Öle. Um sie dabei möglichst effizient zu gestalten, bedürfen Beölungseinrichtungen in den Kaltwalzanlagen einer präzisen Auslegung auf die jeweiligen Gegebenheiten.

Aufgrund der zunehmenden Anforderungen an die Produktqualität und Nachhaltigkeit durch ihre Kunden, vor allem in der Automobilindustrie, erkannte auch die Bilstein Group mit Sitz in Hagen einen steigenden Bedarf nach einer effektiven Beölung ihrer Kaltbänder gegen Korrosionsbildung. Denn bei der kilometerweisen Herstellung seiner Produkte verfolgt das Unternehmen in der Produktion ein striktes Null-Fehler-Prinzip entlang der gesamten Prozesskette. Über Jahre hatte der Stahlverarbeiter bereits auf bekannte Beölungslösungen eines langjährigen Lieferanten gesetzt. Doch die Gruppe wollte die Prozesse auf eine neue Ebene heben. Bisher sorgten technisch vergleichsweise einfache Anlagen für die Beölung. Auf der Suche nach einem neuen Lösungsanbieter stieß Bilstein auf die Flüssigkeitenlompetenz von Technotrans. Bisher insbesondere in der Druckindustrie sowie der Stanz- und Umformtechnik aktiv, übertrug der Hersteller aus Sassenberg sein Know-how und die etablierte Technologie für die druckluftlose Sprühbeölung auf die Anforderungen von Kaltwalzprozessen. Nach einer erfolgreichen Testphase erhielt Technotrans den Zuschlag für die Ausstattung von zwei Anlagen am Standort im US-amerikanischen Bundesstaat Kentucky – und später noch an weiteren Anlagen in Deutschland.

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Neues Beölungskonzept für Null-Fehler-Prinzip

„Dank der Technotrans-Technologie haben wir die Beölungsprozesse für einen hochwertigen Korro-
sionsschutz unserer Kaltbänder auf ein neues Qualitätsniveau gehoben“, betont Eugen Schitz, Verantwortlicher für Anlagen- und Verfahrenstechnik bei Bilstein „Wir sparen Kosten, reduzieren Instandhaltungsmaßnahmen bei der Peripherie und sind weiter extrem flexibel bei der Verarbeitung beölter und unbeölter Kaltbänder auf nur einer Anlage.“ Die Technotrans-Beölung kommt an verschiedenen Standorten von Bilstein sowohl beim Nachwalzen als auch beim Längsteilen sowie an der Verpackungslinie zum Einsatz. Für die unterschiedlichen Einsatzbereiche konzipierte Technotrans die maßgeschneiderte Lösung auf Grundlage seiner Spray-Xact-Technologie. Im Fokus stand dabei insbesondere ein möglichst hohes Maß an Effizienz und Nachhaltigkeit. Als vorteilhaft für die Bedürfnisse entpuppte sich dabei die druckluftfreie Sprühbeölung des Beölungssystems. „Im Gegensatz zu herkömmlichen Lösungen öffnen und schließen sich die Technotrans-Ventile in einer vorgegebenen Taktung durch elektrische Impulse“, erklärt Schitz. „Weil keine Druckluftströme vorhanden sind, erlangen wir eine gleichmäßige und zugleich nebelarme Beölung“ – und das trotz der hohen Verarbeitungsgeschwindigkeiten beim Kaltwalzen von bis zu 16 m/sec. Bilstein erzielt für den Korrosionsschutz dadurch nicht nur ein homogenes Ergebnis, sondern spart dank der hohen Effizienz der Techno-
trans-Lösung zudem Kosten ein. Dank der nebelarmen Beölung und minimierten Aeorosolmenge kann der Stahlverarbeiter komplett auf den Einsatz von Absauganlagen verzichten, die bei bisherigen Beölungsprozessen nötig waren. Das schützt nicht nur aktiv die Gesundheit der Mitarbeiter, sondern verhindert ungewünschte Ablagerungen in der Umgebung. Die Einhaltung von Wartungsinter-
vallen für die Filter spielt daher für Bilstein überhaupt keine Rolle mehr. Zudem spart das Unternehmen das teure Medium Druckluft ein.

Die Sprühbalken in den Nachwalzlinien sind seitlich elektrisch oder pneumatisch verfahrbar und so nicht wie bisher starr in der Anlage integriert. Das ergibt für Bilstein folgenden Vorteil: Der Stahlverarbeiter kann die Kaltbänder je nach Kundenanforderung sowohl mit als auch ohne Sprühbeölung verarbeiten. Weil bei unbeölten Produkten die Technotrans-Komponenten nicht über den Förderbändern liegen, besteht nicht die Gefahr, dass im Trockenlauf Öltropfen auf die Bänder gelangen. „Solche Unsauberkeiten auf unseren Bändern wären für die Weiterverarbeitung – zum Beispiel bei der Lackierung – ein Nachteil“, sagt Schitz. „Dank der Idee sichern wir eine hohe Produktqualität.“

Seitlich verfahrbar für den Trockenlauf

Beim Nachwalzen sorgt die beidseitige Positionierung der Sprühleisten darüber hinaus für zusätzliche Flexibilität. Bilstein ist in der Lage, seine Prozesse gemäß den jeweiligen Anforderungen anzupassen. Denn unterschiedliche geforderte Blechstärken ziehen unterschiedliche Walzinter-
valle nach sich. „Am Ende ist es egal, ob die Linie in einer geraden oder ungeraden Anzahl walzt“, erklärt Hary Kosciesza, Business Development Manager bei Technotrans. „Je nach Bedarf tragen hinter oder vor dem Walzstuhl befindliche Sprühdüsen das Korrosionsschutzmittel auf.“ Damit die Sprühbalken die benötigte Menge bei den hohen Geschwindigkeiten der Kaltwalzprozesse überhaupt liefern können, integrierte Technotrans teilweise doppelte Sprühreihen mit hintereinanderliegenden Sprühdüsen pro Anlage. So ist Bilstein in der Lage, Öl in einer Menge zwischen 0,5 und 2,5 g/m² aufzutragen. Dass die Maschinenführer die gewünschte Ölmenge sehr leicht einstellen und präzise regeln können, erleichtert zudem die Arbeit.

Den Auftakt für die Zusammenarbeit, die sich über mittlerweile acht gemeinsame Projekte erstreckt, machte der Aufbau eines neuen Bilstein-Standortes in Kentucky in den USA. Bei der neu gegründeten Bilstein Cold Rolled Steel LP entwickelte Technotrans ein Sprühsystem entlang der Längsteillinie, das Ende 2017 in Betrieb ging. Darüber hinaus besprüht die Beölungseinheit innerhalb der angeschlossenen Verpackungslinie die Stirnflächen der Coils mit Korrosionsschutzmittel. Von der Lösung für die beiden Prozesse war Bilstein so überzeugt, dass man sich die Technotrans-Kompetenz auch bei weiteren Prozessen zu Nutze machte. Bereits an mehreren Standorten, unter anderem am Stammsitz in Hagen und beim Tochterunternehmen Hugo Vogelsang, sorgen Technotrans-Sprühsysteme beim letzten Stich direkt am Walzstuhl innerhalb des Nachwalzens in unterschiedlichen Sprühbreiten ab 500 mm für optimale Beölungsergebnisse. Zuletzt ging im September eine neue Nachwalz-Längsteilanlage und die dazugehörige Verpackungslinie im Hagener Stammwerk mit einer 1.350 mm breiten Sprühbeölung in Betrieb.

Technotrans auf der Blechexpo: Halle 8, Stand 8507

Weitere Meldungen zur Blechexpo finden Sie in unserem Special.

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