Suchen

Simulationssoftware Effektivere Schalldämpfer aus der virtuellen Welt

| Redakteur: Peter Königsreuther

ESI Group, unter anderem ein führender Anbieter von Virtual-Prototyping-Softwarelösungen, gibt die Veröffentlichung der neuen Version von VA One bekannt: Als einzige Marktlösung, biete sie ein komplettes Simulationsumfeld für vibroakustische Analyse und Entwicklung. Sie kann für alle relevanten Werkstoffe angewendet werden, auch für Composite, wie es heißt.

Firmen zum Thema

Beispiel für die Strömungssimulation eines Autmobil-Schalldämpfers: Die Linien verdeutlichen die Akustische Reaktion....im nächsten Bild werden die Computational Fluid Dynamics (CFD) - Strömungslinien gezeigt...
Beispiel für die Strömungssimulation eines Autmobil-Schalldämpfers: Die Linien verdeutlichen die Akustische Reaktion....im nächsten Bild werden die Computational Fluid Dynamics (CFD) - Strömungslinien gezeigt...
(Bild: ESI)

Die Software deckt laut ESI alle Frequenzbereiche ab und kombiniert in einem einzigen Modell nahtlos die grundlegenden vibroakustischen Modellierungsverfahren, wie die Finite-Elemente-Methode (FEM), die Randelemente-Methode (BEM) sowie die statistische Energieanalyse (SEA). Die neuste Version von VA One fokussiere sich speziell auf eine erhöhte Flexibilität für die tägliche Anwendung, die nahtlose Kopplung mit der Open-Source CFD-Software Open-Foam und die Unterstützung moderner Materialien in der Luftfahrtindustrie.

Über Nacht laufende Berechnungen werden sicherer

Vibroakustik-Ingenieure benötigen das richtige Simulationsmodell zur richtigen Zeit, so ESI. Es gebe in etwa so viele unterschiedliche Anforderungen an Simulationsmodelle wie es Meilensteine in einem Projekt gibt – manchmal benötigten Ingenieure schnelle Berechnungen über Nacht, manchmal verlangen sie äußerste Präzision. Das neue VA One bietet diese Flexibilität zusammen mit einer neuen Funktion zur Modellüberprüfung, die unter anderem dafür sorgt, dass über Nacht durchgeführte Berechnungen nicht wegen fehlender oder falscher Parameter fehlschlagen, betonen die ESI-Experten.

Große Modelle 10 Mal schneller analysieren

Der neue DMP (Distributed Memory Processing) BEM-Solver ist äußerst leistungsfähig auf High Performanche Computing (HPC)-Architekturen, wodurch die Rechenzeiten für große Modelle bis um den Faktor 10 reduziert werden können, so ESI. Schnellere Berechnungen seien insbesondere bei schwierigen Aufgabenstellungen vorteilhaft, wie beispielsweise die von Automobil-OEMs zukünftig geforderte Prüfung der Fahrgeräusche von Fahrzeugen nach der UN-Regelung UN/ECE R51.03.

Importzeiten auf Sekunden eingedampft

Das neue VA One unterstützt dank einer automatisierten Anwenderhilfe beim Aufbau von Simulationsmodellen mit einer Vielzahl von Lastfällen (zum Beispiel Simulation des Startvorgangs bei Motoren), wodurch sich die bislang üblichen Importzeiten von mehreren Stunden auf wenige Sekunden verringern. Durch eine solche Automatisierung zeitraubender Arbeiten können sich Ingenieure auf Aufgaben mit höherer Wertschöpfung konzentrieren.

Einfache Bedienung für CFD-Laien

Die in der neuen Version verfügbare automatische Kopplung mit der Open-Source CFD-Software Open-Foam ermöglicht Vibroakustik-Ingenieuren schnelle Leistungsvorhersagen für ihre Entwicklungen, wenn das Simulationsmodell Komponenten mit stationären Strömungsverhältnissen enthält. Automatisch wird dabei eine Standard Open-Foam-Vernetzung generiert und das vibroakustische Modell zur einfachen Integration in VA-Projekte um die lokalen strömungsdynamischen Eigenschaften ergänzt (etwa Mach-Vektoren), wie beispielsweise bei der Schallausbreitung in Rohren, Schalldämpfern und ähnlich gelagerten Fälle. Die vollautomatische Definition des CFD-Modells, der Vernetzung sowie der Nachbereitung aus VA One heraus macht CFD-Berechnungen für Nicht-CFD-Spezialisten einfach verfügbar.

Auch Composite-Teile können modelliert werden

Die neuste Version von VA One biete außerdem erhebliche Fortschritte in der SEA-Modellierung komplexer Platten. Das ESI-Forschungsteam habe neue Ansätze ausgearbeitet, um schnell und genau die vibroakustische Antwort von Strukturen zu berechnen, die aus neueren Materialien hergestellt werden, wie sie immer häufiger in der Luftfahrtindustrie genutzt werden (Compositeverkleidungen und Panele, laminierte viskoelastische Platten). Dank dieser neuen Entwicklungen, könnten VA-Ingenieure nun – unabhängig von Dicke und Strukturaufbau – die Auswirkung turbulenter Randzonen-Reizungen auf jeden Panel-Typen bewerten.

Hohe Rechenkapazität auch aus der Cloud heraus

Eine weitere wichtige Entwicklung in VA One wurde im Bereich des Cloud Computing gemacht, um den Bedürfnisse kleiner Firmen gerecht zu werden, die ad hoc sehr hohe Rechenleistung benötigen, oder aber größeren Firmen eine temporäre Steigerung ihrer Rechenleistung zu ermöglichen. ESI hat sich mit dem Cloud-Computing Anbieter Rescale zusammengeschlossen, um Möglichkeiten für ein Computing-on-Demand für VA One anzubieten. Durch die neu in VA One integrierte Funktionalität können Anwender nun sicher ihre BEM-Berechnung von ihrem Desktop in die Cloud einstellen. Dies ermöglicht ihnen, Durchlaufzeiten zu reduzieren und automatisch die Ergebnisse lokal zur Nachbearbeitung und zur Analyse zu speichern. MM

(ID:43159930)