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Chemnitzer Karosseriekolloquium Effiziente Flexibilisierung im Karosseriebau

| Autor/ Redakteur: Annedore Munde / Claudia Otto

Mehr als 200 Teilnehmer aus 13 Ländern diskutierten auf dem 7. Chemnitzer Karosseriekolloquium am 8. und 9. Oktober die aktuellen Herausforderungen in der Automobilproduktion sowie Lösungen für eine flexible Fertigung. Schwerpunkte der Veranstaltung waren: Bauweisen, Werkstoffe und Halbzeuge, Werkzeugbau und Fertigungsmittel, Presswerk und Bauteilfertigung sowie Karosseriebau und Industrie 4.0.

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Wie eine flexible Karosseriefertigung gestaltet werden kann, darüber konnten sich die Besucher des 7. Chemnitzer Karosseriekolloquiums am Fraunhofer IWU informieren.
Wie eine flexible Karosseriefertigung gestaltet werden kann, darüber konnten sich die Besucher des 7. Chemnitzer Karosseriekolloquiums am Fraunhofer IWU informieren.
(Bild: Fraunhofer IWU)

In seinem Grußwort stellte Wilfried Jakob, Präsident der Europäischen Forschungsgesellschaft für Blechverarbeitung e.V., gleich einige der Kernfragen in den Raum: Hat Blech im Automobilbau eine Zukunft? Welche Möglichkeiten bieten CFK oder Sandwich-Konstruktionen mit Magnesium? Und welche Herausforderungen lassen sich für das Bauteil-Design, die Werkzeuge oder die Fügetechniken ableiten? Antworten auf einige dieser Fragen lieferten die Referenten.

Lösungskonzepte für die zukünftige Karosseriefertigung

So stellte Siegfried Bülow, Vorsitzender der Geschäftsführung der Porsche Leipzig GmbH, dar, wie die Fertigung in Leipzig organisiert ist. Weil drei Fahrzeugtypen in unterschiedlichen Ausbaustufen gefertigt werden, sei Flexibilität ein wichtiger Faktor. „Die Prozesssteuerung und die Reihenfolge sind entscheidend. Dafür erfolgt bei Porsche ein permanenter Abgleich der Baureihenfolge“, erklärte Bülow. Doch er unterstrich auch die Bedeutung des Menschen in diesem Prozess. „Wir haben bei jedem Schritt, den wir gegangen sind, versucht, die Menschen mitzunehmen. Nur so kann das funktionieren.“ Steffen Reiche ist Leiter Planung der Marke Volkswagen.

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Er erläuterte, wie der Volkswagen Konzern auf die zunehmend geforderte Flexibilisierung reagiert. Auf der Basis eines modularen Querbaukastens (MQB) sollen zukünftig mehr als 40 Fahrzeugmodelle gefertigt werden. Die im MQB festgelegten Geometrien für Komponenten, deren Fügeprinzipien und der konzeptgleiche Fahrzeugaufbau bilden die Grundlage für die Modularisierung der Betriebsmittel. Was der MQB für das Produkt ist, ist der modularer Produktbaukasten (MPB) für die Produktion. Damit sei es möglich, einen Baukasten weltweit in allen Fabriken anzuwenden. „Flexible Produktionssysteme sind ein echter Wettbewerbsfaktor. Modularisierung kann entscheidend dazu betragen“, unterstreicht Reiche die Vorteile der Baukastensystematik.

Auch Industrie 4.0 war ein Thema. Josef Glaninger, Leiter Technologieentwicklung Karosseriebau und Franz Weghofer, Projektmanager von der Magna Steyr Fahrzeugtechnik AG & Co. KG aus Graz in Österreich verdeutlichten an Beispielen aus ihrem Unternehmen die Möglichkeiten, die vorhandene Produktionstechniken für die Implementierung von Industrie 4.0 bieten.

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