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Steuerungstechnik

Effizienter arbeiten in ergonomisch gestalteten Leitwarten

| Autor/ Redakteur: Bernhard Kuttkat / Claudia Otto

Ob in Kraftwerken, in Walzstraßen, in der Fernwasserversorgung oder beim Bedienen von Schleusen – komplexe Prozesse werden per Computer und Großbildwand in Leitwarten visualisiert. Für sicheres Überwachen und fehlerfreies Steuern ist eine ergonomische Gestaltung der Bildschirmarbeitsplätze in Leitwarten unerlässlich.

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Mit der Verantwortung der Anlagenbediener und dem Bewusstsein für ergonomische Faktoren nehmen auch die Gründe für mehr Bedieneffizienz durch optimal gestaltete Leitwarten zu.
Mit der Verantwortung der Anlagenbediener und dem Bewusstsein für ergonomische Faktoren nehmen auch die Gründe für mehr Bedieneffizienz durch optimal gestaltete Leitwarten zu.
(Bild: ABB)

In vielen Leitwarten läuft nicht alles so, wie es eigentlich sollte, wie die Ergebnisse einer detaillierten Analyse der Arbeitsbedingungen an insgesamt 144 Arbeitsplätzen in 24 Leitwarten zeigen: Bei der Umsetzung der Vorgaben der Bildschirmarbeitsverordnung in diesem Anwendungsbereich besteht noch ein erheblicher Handlungsbedarf. „Da es die hundertprozentig perfekt gestaltete Leitwarte nicht gibt, sind Schwächen der ergonomischen Gestaltung in allen Leitwarten zu finden“, fokussiert Dr. Peter Nickel, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) in Sankt Augustin und Mitautor der Studie, das Ergebnis der Untersuchung, die von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Dortmund, herausgegeben wurde.

Bildschirmgeräte am Arbeitsplatz oft nicht richtig aufgestellt

Nur etwa zwei Drittel der aus der Bildschirmarbeitsverordnung abgeleiteten Anforderungen an die Gestaltung des Leitwartenraums, des Arbeitsplatzes, der Arbeitsmittel, der Mensch-Maschine-Schnittstelle, der Arbeitsumgebungsbedingungen und der Arbeitsorganisation konnten als erfüllt klassifiziert werden.

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Die größten Defizite wurden in den Bereichen Mensch-Maschine-Schnittstelle und Arbeitsorganisation gefunden. Dabei zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Arbeitsplätzen, wobei allerdings keiner der untersuchten Arbeitsplätze alle Anforderungen erfüllte. „In der Studie sind Themengebiete genannt, bei denen Schwächen gehäuft auftreten, die teilweise mit relativ geringem Aufwand abgestellt werden können“, bemerkt Nickel.

So sind beispielsweise die Bildschirmgeräte am Arbeitsplatz meist nicht so aufgestellt, dass der Leitwartenoperateur seine Arbeitsaufgabe sicher und fehlerfrei sowie ohne kurz- oder langfristige Beeinträchtigung seiner Gesundheit ausüben kann. Die Ergebnisse der Studie zeigen auch, dass die Bildschirmgeräte sehr häufig zu hoch angeordnet sind. Die Höheneinstellungen sollen am Bildschirmgerät selbst und nicht über die Veränderung der Tischhöhe oder der Stuhlhöhe vorgenommen werden. Generell gilt es, so die Handlungsanleitung der Studie, auch bei zweireihig übereinander angeordneten Bildschirmgeräten die obere Bildschirmreihe möglichst tief und unterhalb einer horizontalen Sehachse anzuordnen.

Alle nötigen Informationen auf maximal vier Monitoren

Bei der Befestigung der Bildschirmgeräte ist zu beachten, dass die Bildschirmgeräte weiterhin höhenverstellbar sowie leicht dreh- und neigbar bleiben sollten, um sie an die interindividuellen Unterschiede in den Körpermaßen der Operateure anpassen zu können. „Ein Problem tritt heutzutage auch immer mehr mit spiegelnden Monitoroberflächen auf, die bei Notebooks, Tablets und Bildschirmen immer mehr werden“, weiß Stefan Eggers, Inhaber der Raptor Systems in Hamburg, der seine Kunden in Sachen PC-Arbeitsplätze berät.

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