Segoni AG Effizientes ERP/PPMS-System sichert Marktchancen im Werkzeug- und Formenbau

Autor / Redakteur: Johanna Enzmann / Peter Königsreuther

Das täglichen Ringen um Kunden und Aufträge im mittelständischen Industriebereich zwingt dazu hoch strukturiert zu arbeiten. Doch steigende Komplexität macht das mit Bordmitteln oft unmöglich. ERP/PPMS-Tools schaffen Abhilfe und sichern Zeit, Ressourcen und schaffen Überblick, wie ein Werkzeug- und Formenbauer erfahren durfte.

Firma zum Thema

Michael Klink, einer der beiden Geschäftsführer von µ-Tec über Segoni.Futur: „Wir wussten letztlich über das, was wir wirklich leisten konnten, nicht genügend Bescheid, sodass Kapazitäten ungenutzt blieben. Mit dem ERP/PPMS-System von Segoni hat sich das geändert, und dennoch kommt kaum Stress auf.“
Michael Klink, einer der beiden Geschäftsführer von µ-Tec über Segoni.Futur: „Wir wussten letztlich über das, was wir wirklich leisten konnten, nicht genügend Bescheid, sodass Kapazitäten ungenutzt blieben. Mit dem ERP/PPMS-System von Segoni hat sich das geändert, und dennoch kommt kaum Stress auf.“
(Bild: Segoni)

Das Unternehmen µ -Tec ist ein Formen- und Werkzeugbau, der durch eine Professionalität und Organisation besticht, die man bei kleinen Unternehmen nicht alle Tage vorfindet. In dem Chemnitzer Formenbau ist man kontinuierlich darum bemüht, besser zu werden. Mit Erfolg, denn µ-Tec wächst! Im Oktober 2016 zog die 30-köpfige Belegschaft in ihre neuen Räumlichkeiten und auf einem Gelände von 5000 m² bleibt auch zukünftig noch genügend Platz für Vergrößerungen.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt bei dem mittelständischen Unternehmen oft in der Bereitschaft die bestehende, eigene Arbeitsweise immer wieder zu hinterfragen. Nach vielen organisatorischen und strukturellen Verbesserungsmaßnahmen und der Einführung eines ERP-Systems schaffte man es schließlich, die monatliche Kapazität an Projektstunden deutlich zu erhöhen.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 21 Bildern

Werkzeugbauer schafft mit selber Mannschaft viel mehr – ohne Burnoutgefahr!

Bekannt ist µ-Tec für ein sehr ausgeprägtes Know-how im Bereich Kunststoffspritzguss. Die Kunden des Unternehmens kommen vielfach aus der Automobilbranche, aber auch die Sektoren Elektronik- und Haushaltsgeräte sowie Schaltsysteme und Sicherungsautomaten gehören zu den Geschäftsfeldern. Zusätzlich setzt µ-Tec auf gute Kooperationsbeziehungen mit anderen Unternehmen, im Sinne der verlängerten Werkbank. Mit diesen zwei Tätigkeitsfeldern kann der Formenbau seine Auslastung gut ausbalancieren. Der Standort Chemnitz, im Dreieck zwischen den Autostädten Leipzig, Zwickau (Meerane) und dem Hightech-Standort Dresden, ist idealer Ausgangspunkt für die Betreuung der Kunden, bestätigt Michael Klink, Geschäftsführer bei µ-Tec. „Denke ich daran wo meine Kunden überall sitzen, fühle ich mich manchmal als wäre ich in der Mitte Deutschlands – mir ist klar, dass das geografisch nicht so stimmt, aber innerhalb von 2 bis 5 Stunden bin ich bei allen vor Ort.“

Dass man es bei µ-Tec mit einem sehr gut organisierten Unternehmen zu tun hat, merkt man schnell. Die Werkstatt ist ordentlich und strukturiert aufgebaut. Die Mitarbeiter sind professionell und höflich. Schon immer war es das Bestreben des Geschäftsführers Klink, der für Kaufmännisches und Vertrieb zuständig ist, sowie für Heribert Quast, der für die Werkstatt und Fertigungstechnik verantwortlich ist, die vorhandenen Ressourcen möglichst effizient zu nutzen. Dafür waren zu einem bestimmten Zeitpunkt organisatorische und strukturelle Veränderungen unabdingbar. 2013 wurde, nach einigem Suchen, ein ERP/PPMS-System eingeführt, dass alle Komponenten verbinden und die vielen Maßnahmen auch in einen transparenten, effizienten Arbeitsalltag integrierten konnte. „Wir haben es mit nahezu derselben Mannschaft geschafft von 2500 auf 3500 Projektstunden im Monat zu kommen. Das heißt, es war tatsächlich dringend geboten sich zu verändern, denn offensichtlich war die Übersicht, bis zu diesem Zeitpunkt der Erkenntnis, nicht da. Wir konnten unsere Ressourcen also gar nicht richtig nutzen.“, erklärt der Geschäftsführer.

ERP/PPMS-Branchenlösung passt gut zur eigenen Philosophie

Nach der anfänglichen Suche einer Planungs- und Steuerungssoftware entschied sich das Unternehmen bald für eine Branchenlösung. „Wir hatten eine gewisse Fertigungsphilosophie, die in der künftigen Software widergespiegelt sein sollte. Nämlich die, alle Teile eines komplexen Werkzeugs einzeln zu betrachten. Wir ordnen einzeln Arbeitsgänge zu, die mit dem Projekt zu tun haben, und arbeiten auch einzeln ab – nicht in der Summe als ein Werkzeug, sondern nach Position. Und diese Philosophie ist uns bei Segoni auch vermittelt worden – mit dem Verweis auf die Historie - dass es aus einem ehemaligen Formenbau heraus entwickelt wurde. Das war eigentlich für uns das entscheidende Kriterium - dass hinter dieser bloßen Software mehr steckt, nämlich eine Philosophie und eine Beratung im Sinne der Optimierung von Fertigungsabläufen und nicht nur ein Software-Werkzeug, das wir dann nach bestem Wissen und Gewissen nutzen. Dieser Hintergrund im Zusammenhang mit der Beratung und Einführung in die Philosophie des Systems, hat uns gut gefallen und hat auch den Ausschlag gegeben uns für dieses Produkt zu entscheiden.“, bezeugt Klink.

Planungs- und Steuerungstool problemlos implementierbar

Bevor das ERP-System Segoni.Futur eingeführt wurde, benutze man einen einfacheren Projektplaner. Dieser nutze dem Unternehmen zunächst, kam dann aber schnell an seine Grenzen. „Wir wussten letztlich über das was wir wirklich leisten konnten nicht genügend Bescheid, sodass Kapazitäten ungenutzt blieben und wir uns teilweise unsicher waren, ob wir eine feste Terminaussage überhaupt noch bestätigen können.“, sagt Klink.

Die Einführung des Planungs- und Steuerungstools Segoni.Futur lief unproblematisch. Bei µ-Tec fühlte man sich durch Segoni gut auf die neue Arbeitsweise vorbereitet. Zunächst gab es eine Organisationsberatung, die dem Unternehmen Optimierungsmöglichkeiten bei den Arbeitsabläufen und dem Grundriss der Werkstatt aufzeigte. Darauf folgte eine Stundensatzermittlung und im Anschluss wurden die Mitarbeiter in drei aufeinander aufbauenden Schulungen, mit jeweils höherem Wissensstand, im Umgang mit der Software geschult. Hin und wieder tauchen sicherlich auch heute noch Fragen über Funktionen auf, die man sehr selten nutzt, aber für solche Fälle gibt es ja den Telefon-Support.

Anfängliche Zweifel der Belegschafte waren bald verweht

Das Gesamtkonzept von Segoni beinhaltet auch Organisationsmittel wie Kisten oder Magnettafeln. Gemeinsam erarbeitete man eine feste Struktur dafür, wie sich die einzelnen Kisten durch die Fertigung bewegen sollten um einem klar definierten Arbeitsablauf zu folgen. Zuvor gab es bei µ-Tec Regalwagen, teilweise waren die Artikel aber losgelöst von diesen Regalen. Die Teile wurden hier und da gebraucht, wurden von dem Wagen genommen und lagen dann bei einer Maschine. Der nachfolgende Mitarbeiter musste später das Teil suchen. Klink findet: „Das ist mit den Kisten jetzt natürlich anders. Das Teil kommt zurück, die Kiste kommt wieder ins Regal und jeder weiß, wo er sie zu suchen hat wenn sein Arbeitsschritt dran ist.“

Mit der Einführung von Segoni.Futur arbeitete die Belegschaft erstmalig auch mit einem BDE. Der Barcode-Scanner, der Arbeitszeiten an das System zurückmeldet, wurde zunächst skeptisch aufgenommen. Klink erinnert sich: „Ganz am Anfang musste man gegen Zweifel argumentieren, die in Bezug zu dem Aufwand geäußert wurden, denn alles was man protokollieren muss ist extra Aufwand. Wenn ein Fräser sonst nur Werkzeuge verwaltet und Späne macht, dann muss er jetzt plötzlich noch irgendwelche Dokumente führen – dort das Verständnis zu bekommen, dass das mit den Barcode-Lasern wichtig ist, zeitgenau gemacht werden muss und gar nicht so viel Aufwand darstellt, weil man einfach nur drüber scannt, das wurde durch das Lernen am System und das Üben damit letztlich zur Selbstverständlichkeit.“

Mehr im Werkzeugbau leisten und dabei weniger Zeit aufwenden

Michel Klink ist froh, dass man im richtigen Moment erkannt hat, dass es im Unternehmen ungenutzte Ressourcen gibt, die man nur durch grundlegendes Umdenken erreichen kann. Der Arbeitsaufwand um ein Teil zu fertigen plötzlich verringerte sich deutlich. „Die Stunden sind weniger geworden, weil die Unwägbarkeiten weg sind - bedingt durch einen besseren Informationsfluss, durch exaktere, detailgenaue Informationen an der richtigen Stelle, durch eine bessere Planung von Arbeitsfolgen und einer besseren Übersicht der Abhängigkeit von Teilen zu Baugruppen“, erklärt Klink. Zum einen bedeuten mehr Projektstunden natürlich eine erhöhte Kapazität, zum anderen aber auch eine Entlastung der Mitarbeiter. „Heute können wir mit weniger Überstunden und weniger Stress mehr leisten als in der Vergangenheit.“, ergänzt Klink. „Die Verlustzeiten die vorher existiert haben, in denen Mitarbeiter an den Maschinen erstmal alles klar machen mussten um verantwortlich arbeiten zu können, sind sehr, sehr klein geworden. Solche Verlustzeiten tauchen nur noch auf, wenn ich etwas falsch in die Arbeitskarte eingetragen habe, aber wenn die Arbeitsvorbereitung (AV) gut gemacht ist, läuft das Projekt durch und keiner muss mehr nachfragen. Es ist mit weniger Stress verbunden, was zur Folge hat, dass weniger Nacharbeit entsteht und ich selbst weniger Stunden für ein Projekt aufwenden muss.“

Kooperationspartner einschalten bevor es zur Überlastung kommt

Die neue Software hat auch eine positive Auswirkung auf die angestrebte, stets gute Termintreue bei µ-Tec. Das war schon immer ein wichtiges Thema im Unternehmen. „Es ist etwas das uns wichtig ist, weil das unseren Kunden wichtig ist, denen wir erklären müssen, warum sie uns als Lieferanten brauchen“, betont der Geschäftsführer. Eng verknüpft mit dem Begriff Liefertreue sind auch die Stichwörter Kommunikation und Transparenz in der Fertigung – allen voran für den Kunden. „An dieser Stelle nützt uns Segoni auch sehr, weil wir zu jedem Zeitpunkt wissen, wie es um das Projekt steht. Selbst, wenn ich nichts mit der Fertigung zu tun habe, kann ich dem Kunden Rede und Antwort stehen über Termine, über auffällige Probleme, oder Veränderungen. Zusätzlich gibt uns die Planungsweise optimale Reserven im Hinblick auf Einhaltung des Termins, damit haben wir eine große Sicherheit den Termin auch praktisch und Tag genau zu realisieren.“, ergänzt Klink.

Aufträge lehnt µ-Tec jedoch grundsätzlich nicht ab. Viel mehr nutzt man die roten Balken in der Kapazitätsübersicht von Segoni.Futur um die Mehrarbeit bei einer Überauslastung frühzeitig an Kooperationspartner zu vergeben. „Wir folgen eher der Philosophie: Der Auftrag wird trotzdem angenommen! Wir kümmern uns um die vertragsgemäße Abwicklung, der Termin ist Bestandteil des Vertrages, und wenn wir die Stunden nicht selbst haben, dann entscheiden wir welche Arbeiten wir über Kooperationspartner zuliefern lassen können, damit wir alles unter einen Hut kriegen. Und die Übersicht/Überwachung von Fremdleistungsressourcen gelingt mit Segoni ja genauso wie mit unseren eigenen.“, bestätigt der µ-Tec-Entscheider.

Auch die mannlosen Stunden hält der Geschäftsführer in einer Statistik fest, um diese immer wieder auf Optimierungspotenziale zu prüfen. „Zusätzlich zu min. und max. haben wir auch einen mannlosen Stundensatz den wir mitführen können um die Kosten zu ermitteln. Wir halten auch diese Stunden in einer Statistik fest, um zu erkennen an welcher Stelle durch eine verbesserte Automatisationsabfolge noch mehr mannlose Stunden erreichbar sind. Es wird auch ausdrücklich beim Buchen der Zeitrückmeldung verlangt, entsprechende Angaben zur Mitlaufarbeit zu hinterlassen.“ Das Thema Automatisation wird bei µ-Tec wachsam behandelt. Klink erklärt dazu: „So gibt es zum Beispiel beim HSC-Fräsen einen Mitarbeiter der zwei Maschinen betreut. Bei den anderen Fräsmaschinen gibt es zwei Mitarbeiter pro Schicht, die 3 Maschinen betreuen. Zwei Maschinen von den drei sind ganz konventionell ausgestattet, da gibt es keine Automation. Bei einer von diesen älteren ist immerhin ein Null-Punkt-Spannsystem integriert. Und bei der jüngsten Maschine ist überdies noch ein Palettenwechsler mit dabei.“

Stets wissen, was im eigenen Werkzeug- und Formenbau gerade los ist.

Über die Fertigungsleitung wird durch die Auswahl der entsprechenden grauen Kisten versucht bestmöglich so zu manövrieren, dass unbemannte Stunden auch entstehen, wenn keiner da ist. Ansonsten wird es dazu genutzt, dass eine Maschine laufen kann während an der anderen gerüstet werden muss. Michael Klink ergänzt: „Im Einzelteilgeschäft lässt sich das Rüsten nicht automatisieren, da muss jedes Teil auf seine Art gerüstet werden.“ Der Rüstaufwand ist bei µ-Tec immer sehr unterschiedlich was dazu führen kann, dass die Maschine hier und da doch mal steht. Natürlich gibt es Ausnahmen. Der Geschäftsführer erinnert sich: „Bei unserer HSC-Gruppe hatten wir wiederkehrende Arbeiten in einem ganz bestimmten Geschäftsfeld und da konnte in kurzer Zeit ein ganzes Wochenende eingerüstet werden und die Maschinen haben sich selbst bedient. So sind in Spitzenzeiten mit diesen beiden Maschinen bis zu 1000 Stunden im Monat zustande gekommen. Das geht für den reinen Werkzeugbau, aus meiner Sicht, nicht so ohne weiteres. Zumindest nicht in unserer Besetzung.“

Der Erfolg des Unternehmens liegt neben der guten Arbeit sicherlich nicht zuletzt daran, dass man immer wieder aufs Neue interne Prozesse hinterfragt und dokumentiert, um sie später auswerten und gegebenenfalls verbessern zu können. Beim Umzug in die neue Halle wurde von Beginn an, alles richtig gemacht. Auch die Erkenntnis, dass man beim effizienten Arbeiten nicht um ein ERP-System herumkommt, welches auf die Einzelteilfertigung ausgelegt ist, hat maßgeblich zu der effizienten Arbeitsweise beigetragen. Michael Klink bestätigt: „Durch Segoni haben wir einen deutlich tiefer gehenden Blick in die Fertigung: Was läuft gut? Was läuft schlecht? Wir haben auf Knopfdruck Aussagen zur Verfügung, über die Nachkalkulation bis hin zu einzelnen Abläufen und haben eine gute planerische Übersicht, die uns zu sehr verlässlichen Terminaussagen befähigt.“ Beides seien Aspekte, die man bei kleineren Formenbaubetrieben nicht an jeder Ecke finde.

Besonders stolz ist Klink auch darauf, dass die Kunden die Bemühungen im ganzen Unternehmen bemerken und wertschätzen. „Für Kunden, die hier reinkommen und wissen wollen: ‚Was steckt eigentlich hinter µ-Tec?‘ ist es jedes Mal ein besonderes Aha-Erlebnis zu sehen, wie wir hier arbeiten. Diese Professionalität, die wir mit so einem System wie Segoni demonstrieren können, ist ungewöhnlich für einen Betrieb unserer Größenordnung.“

µ-Tec ist ein Unternehmen mit seiner eigenen Philosophie und hohen Ansprüchen an Professionalität. Dafür sind nicht nur die Kunden, sondern auch die motivierten und zufriedenen Mitarbeiter dankbar. Erst kürzlich überraschten diese die Geschäftsleitung zum 20. Firmenjubiläum mit einer Torte und einem Fotoalbum. So steht den nächsten erfolgreichen 20 Jahren nichts im Weg.

(ID:45004727)