Energiemanagement Effizienzsteigerungen müssen in Zukunft belegt werden

Redakteur: Rebecca Vogt

Die Zertifizierung von Energiemanagement-Systemen (EnMS) nach ISO 50001 ist für Unternehmen künftig schwerer zu erhalten. Ab Oktober 2017 gilt: Wer keine messbare Steigerung der Energieeffizienz nachweisen kann, bekommt kein Zertifikat. So sieht es die neue Norm ISO 50003 vor. Unternehmen sollten sich bereits jetzt mit der Neuerung auseinandersetzen.

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Steigerungen der Energieeffizienz müssen ab Oktober 2017 genau nachgewiesen werden.
Steigerungen der Energieeffizienz müssen ab Oktober 2017 genau nachgewiesen werden.
(Bild: CC0 Public Domain)

Die Energieberatungsgesellschaft ECG empfiehlt von der Neuerung betroffenen Unternehmen, umgehend damit zu beginnen, eine geeignete Datenbasis aufzubauen und ein adäquates Kennzahlen-Messsystem zu implementieren. Denn bei Audits ab Oktober 2017 müssen bereits Aufzeichnungen über etwa ein Vierteljahr vorliegen, mit denen sich Effizienzsteigerungen belegen lassen. EnMS stellen für viele Betriebe die Voraussetzung für dringend erforderliche steuerliche Vergünstigungen dar.

Komplexe Kennzahlen definieren

„Aus unserer täglichen Beratungspraxis wissen wir, dass das Gros der Unternehmen unterschätzt, wie komplex die Entwicklung eines geeigneten Messkonzeptes ist“, sagt Wolfgang Hahn, ECG-Geschäftsführer. „Wenn die Kennzahlen nicht klug und vorausschauend definiert werden, kann es im schlimmsten Fall sogar passieren, dass diese eine Effizienzverschlechterung bescheinigen, obwohl eigentlich eine Verbesserung erreicht wurde – was dennoch zum Zertifikatsentzug führen würde.“

Individuelle Lösungen suchen

Vor allem zu starke Vereinfachungen sind laut ECG problematisch. Bei der Entwicklung der Kennzahlen sollten alle einflussnehmenden Variablen identifiziert und berücksichtigt werden. Den meisten Unternehmen seien jedoch die entscheidenden Faktoren nicht bewusst. Hierfür gebe es auch keine pauschale Anleitung. Je nach individuellen Gegebenheiten kann es sich etwa um konjunkturell bedingte Veränderungen der Auftragslage handeln, die den Energieverbrauch und damit die Effizienzberechnung beeinflussen – oder auch um Witterungseinflüsse oder Entscheidungen zur Schichtfahrweise.

Normen als guter Leitfaden

Grundsätzlich stellen die Normen

  • ISO 50001 (Aufbau eines systematischen Energiemanagements),
  • ISO 50003 (Zertifizierungsanweisungen für Auditoren),
  • ISO 50006 (Bildung von Energiekennzahlen) und
  • ISO 50015 (systematisches Messen)

der Beratungsgesellschaft zufolge einen guten Leitfaden dar, um ein normkonformes EnMS zu etablieren. Laut Geschäftsführer Hahn kommen Unternehmen hier dennoch schnell an ihre Grenzen: „Für die Unternehmen steigen einmal mehr der zeitliche Aufwand, die damit verbundenen Kosten und nicht zuletzt das Risiko, aufgrund ungeeigneter Kennzahlen die Zertifizierung und damit Steuerentlastungen verwehrt zu bekommen.“

Wirtschaftliche Risiken für die Unternehmen

Hahn bemängelt zudem, dass die Politik der Industrie signalisiert hätte, von derartigen Vorschriften abzusehen. „Nun kommen Optimierungspflichten und Messvorschriften durch die Hintertür und bleiben dadurch weitestgehend unbemerkt, obwohl damit erhebliche wirtschaftliche Risiken für die Unternehmen verbunden sind.“

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