Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft Eigenerzeugung birgt Gefahr für das Stromnetz

Redakteur: Stéphane Itasse

Die Eigenerzeugung von Strom wächst laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft stark. Der Verband sieht hier einen Kostentreiber für diejenigen, die sich der EEG- und anderen Umlagen nicht entziehen können.

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„Wer von der ständigen Verfügbarkeit der allgemeinen Stromversorgung profitiert, muss sich auch angemessen an den Kosten beteiligen“, fordert Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.
„Wer von der ständigen Verfügbarkeit der allgemeinen Stromversorgung profitiert, muss sich auch angemessen an den Kosten beteiligen“, fordert Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.
(Bild: Itasse)

Diesen Trend zur Eigenerzeugung untermauert der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in einem Gutachten, das der Verband am Montag auf der Hannover-Messe vorgestellt hat. Denn für den selbst erzeugten Strom zahlen die Anlagenbetreiber unter anderem weder EEG-Umlage noch Netzentgelte. In der Folge müssten diese Abgaben und Umlagen nach den jetzigen Regelungen auf immer weniger Zahler umgelegt werden, wie Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hautpgeschäftsführung, erläutert: „Wir stehen vor einer wichtigen Wegmarke bezüglich der zukünftigen Ausrichtung des Energiesystems. Es entstehen immer mehr Geschäftsmodelle, die sich diese Regelungen zu eigen machen wollen, andererseits zu Lasten der Allgemeinheit gehen.“ Es bestünden zahlreiche Konfliktlinien zwischen den Nutzern der Privilegierung und denen, die diese Möglichkeit nicht hätten. „Wer von der ständigen Verfügbarkeit der allgemeinen Stromversorgung profitiert, muss sich auch angemessen an den Kosten beteiligen“, fordert Müller deshalb.

Auch bei den Kraftwerkskapazitäten droht laut Verband Ungemach. Wegen der Verunsicherung des Investoren über die politischen Rahmenbedingungen seien mittlerweile 43 % aller geplanten Kraftwerksneubauten mit mehr als 20 MW Kapazität in Frage gestellt, wie Müller berichtet.

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