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Werkzeugmaschinenindustrie Ein optimistischer Blick in die Zukunft

| Autor / Redakteur: Robert Horn / Robert Horn

Trotz unsicherer Zeiten mit internationalen Krisen hält sich die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie im Jahr 2016 wacker. Im ersten Quartal gab es sogar einen neuen Rekord zu vermelden.

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Die Werkzeugmaschinenindustrie zählt zu den wichtigsten Sparten des Maschinenbaus. Sie trägt etwa 9 % zum desssen Gesamtumsatz bei.
Die Werkzeugmaschinenindustrie zählt zu den wichtigsten Sparten des Maschinenbaus. Sie trägt etwa 9 % zum desssen Gesamtumsatz bei.
(Bild: Kalinovsky Dmitry,dmitry.kalinovsky@gmail.com)

Knapp 70.000 Beschäftigte zählte die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie im Jahr 2015 und erwirtschaftete einen Umsatz von 19,6 Mrd. Euro. Gemessen am Umsatz des Maschinenbaus in Deutschland sind das knapp 9 %. Seit den Krisenjahren 2009 und 2010 steigt der Umsatz der Werkzeugmaschinenbauer kontinuierlich an, seit 2013 allerdings in kleineren Sprüngen: von 19,4 Mrd.auf 19,6 Mrd. Euro. Für 2016 zeigt sich die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie, genauer der Branchenverband VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) vorsichtig optimistisch. „Wir erwarten für 2016 einen moderaten Zuwachs von einem Prozent“, sagte Vorsitzender Dr. Heinz-Jürgen Prokop anlässlich der Jahrespressekonferenz des Vereins in Frankfurt am Main. Das erste Quartal dieses Jahres zeigte, dass diese Prognose vielleicht zu vorsichtig war.

Denn die Auftragseingänge im Werkzeugmaschinenbau stiegen im Vergleich zum Vorjahr um kräftige 8 %. Ausschlaggebend dafür waren vor allem gute Geschäfte mit dem nicht-europäischen Ausland im März. Gerade das Projektgeschäft mit China, die Bestellung von Bearbeitungszentren, hatte für positive Zahlen gesorgt.

„Der Markt China ist und bleibt wichtig für uns. Das zeigen die aktuellen Zahlen sehr deutlich. Der Transformationsprozess der chinesischen Industrie ist mit technologischer Aufrüstung verbunden und bei weitem nicht abgeschlossen.

Er sollte auch in den kommenden Monaten Potenzial im Auftragseingang deutscher Hersteller bieten“, betont Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des VDW. China bleibt nach wie vor mit Abstand wichtigstes Abnehmerland für deutsche Werkzeugmaschinenexporte, gefolgt von den USA und Italien. Gemessen nach Produktionswert bleibt China übrigens ebenfalls Spitzenreiter: 2015 produzierte das Land Maschinen im Wert von 16,5 Mrd. Euro, gefolgt von Japan mit 12 Mrd. Euro. In Deutschland lag der Produktionswert bei 11,2 Mrd. Euro.

Auch wenn die gestiegene Nachfrage aus China ein gutes Zeichen ist: Im gleichen Zeitraum brach die Nachfrage aus dem Euroraum – sonst eigentlich ein starker Impulsgeber für die deutsche Industrie – um 14 % ein. Einen Grund zur Besorgnis sieht der VDW hier nicht: „Die europäische Industrie hat 2015 kräftig investiert und legt nun nach einer Boomphase eine Verschnaufpause ein“, erläutert Schäfer. Ein weiteres Minus kommt im ersten Quartal 2016 aus dem eigenen Land: Das Inlandsgeschäft ging im März um 17 % zurück, die Orders aus dem Nicht-Euroraum stiegen dagegen um deutliche 18 %.

Unter Druck steht die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie vor allem aufgrund der sich nur langsam erholenden und weiterhin niedrigen Rohstoffpreise, kriselnden Schwellenländern – allen voran Brasilien – und vielen geopolitischen Unwägbarkeiten.

Chancen für den Industriezweig sieht der VDW vor allem im Iran, wo jüngst mit der AMB Iran eine erste Industriemesse in dem arabischen Land äußerst erfolgreich zu Ende ging. Der Verband hofft, dass die Unternehmen an alte Erfolge aus den 90ern anknüpfen können – damals lagen die Exporte in den Iran bei etwa 190 Mio. Euro. Auch Mexiko bietet Werkzeugmaschinenherstellern gute Perspektiven. So stieg der Werkzeugmaschinenverbrauch des Landes zwischen 2010 und 2014 um 85 %, die deutschen Exporte in diesen wichtigen Markt sind seit 2011 um mehr als 250 % explodiert. MM

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