Hrsflow auf der Fakuma 2017 Ein wahres "Stargate" für den Heißkanal-Spritzgießwerkzeugbau

Redakteur: Peter Königsreuther

MIt dem sogenannten Hpgate vergrößert Hrsflow, wie es heißt, das bisherige Prozessfenster beim Spritzgießen und steigert dabei außerdem die Formteilqualität. Hrsflow präsentiert diese und weitere Innovationen auf der Fakuma in Halle A2 am Stand 2217.

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Ein Heißkanal-Higlight beim Fakuma-Auftritt von Hrsflow ist das sogenannte Hpgate, dem man hier mal ins Innere blicken kann. Es heißt, dass man damit Kosten schon beim Werkzeugbau Kosten sparen kann, und außerdem die Qualität der Spritzgießteile gesichert und deutlich erhöht wird.
Ein Heißkanal-Higlight beim Fakuma-Auftritt von Hrsflow ist das sogenannte Hpgate, dem man hier mal ins Innere blicken kann. Es heißt, dass man damit Kosten schon beim Werkzeugbau Kosten sparen kann, und außerdem die Qualität der Spritzgießteile gesichert und deutlich erhöht wird.
(Bild: Hrsflow)

Mit Hpgate präsentiere der italienische Heißkanalspezialist Hrsflow eine neue, qualitätssteigernde und kostensparende Nadelverschluss-Lösung für die Herstellung hochwertiger Teile ohne Grate. Anders als bei herkömmlichen Ausführungen ist dabei der Anschnitt in einen von Hrsflow selbst hergestellten Einsatz aus gehärtetem Metall eingearbeitet, erklärt der Aussteller. Dieser werde einfach in das Werkzeug eingeschraubt und ließe sich im Verschleißfall leicht austauschen.

Spart viel Aufwand bei Spritzgießwerkzeug-Bau

Dem Werkzeugbau erspare dieses Konzept die zeitaufwändige und komplexe Bearbeitung des herkömmlichen zylindrischen Anschnitts. Weil die Anschnittgeometrie bereits Teil des Einsatz ist, spielen beim Hpgate die mit der zylindrischen Konfiguration verbundenen Schwierigkeiten hinsichtlich enger Toleranzen, großer und variabler Tiefen sowie der Koaxialität zwischen Nadel und Anschnitt keine Rolle mehr, wie es weiter heißt. Ebenfalls vorteilhaft für den Werkzeugbau sei die hohe Härte des Einsatzes, aufgrund derer für die umgebenden Werkzeugplatten auch Stahl mit geringerer Härte gewählt werden könne.

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Keine störende Kunststoffschicht am Anschnittpunkt

Ein weiterer Vorteil ergibt sich laut Hersteller aus der speziellen Nadelgeometrie, bei der die konische Kontaktfläche eine bessere Beeinflussung der Nadeltemperatur ermöglicht, während die präzise ausgerichtete zylindrische Nadelspitze das Abdichten übernimmt. Bei der herkömmlichen konischen Variante bilde sich immer eine typische Kunststoffschicht am Anschnittpunkt. Beim Öffnen des Werkzeugs müsse diese abreißen, was zu Gratbildung führen könne. Um das zu verhindern, sind oft sehr feinfühlige Anpassungen der Prozessbedingungen erforderlich, wie Hrsflow anmerkt. Durch den Wegfall dieses Grates auf Grund der zylindrischen Nadelspitze verkürze die Hpgate-Lösung die erforderliche Zeit für das Optimieren der jeweiligen Prozessparameter. Eine hohe Formteilqualität werde sehr viel schneller erreicht, was gleichbedeutend mit einer Vergrößerung des Prozessfensters sei.

Weitere „Heißkanal-Optimatoren“ in petto

Eine noch höhere Anschnittqualität ließe sich durch die Kombination der Hpgate-Technik mit der Flexflow-Technologie von Hrsflow erreichen. Dabei kann die Nadelposition präzise gesteuert werden, wodurch sich der Einfluss der Prozessbedingungen noch weiter reduzieren lässt, erklären die Spezialisten. Das Ergebnis seien reproduzierbar hochwertige Teile mit optimierter Ausformung des Anschnitts.

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Spritzgießen mit gleichmäßigerem Temperaturprofil

Im Rahmen des Fakuma-Auftritts informiert Hrsflow außerdem über zwei kürzlich zur Serienreife gebrachte Entwicklungen, die beide dazu beitragen, dass das Spritzgießen qualitativ hochwertiger Formteile noch komfortabler und sicherer wird, heißt es. Während die neuen Full Compact Nozzles deutlich geringere Nestabstände gewährleisten sollen, sorgten die ebenfalls neuen, als Pressure Blocks bezeichneten Druckplatten für eine signifikante Versteifung des Werkzeugs und zugleich für ein optimales Temperaturprofil über das gesamte Heißkanalsystem.

Wenn's bei den Spritzgießkavitäten eng wird

Bei den neuen Full Compact Nozzles ist es Hrsflow gelungen, alle Heizelemente des bisherigen Standard-Pa-Typs (Einschraubdüsen für Schussgewichte bis 200 g) in einer vom Ventilsitz ausgehend durchgehend schlanken Silhouette mit nur 28 mm Durchmesser unterzubringen – laut Hersteller sind das 5 mm weniger als bei der herkömmlichen Ausführung. Nadelspitze und Endring der neuen Einschraubdüsen seien aber unverändert. Mit Innenbohrungsdurchmessern von 6, 8 und 10 mm sowie Düsenlängen von 75 bis 450 mm könnten sie mit einer oder zwei Heizzonen ausgerüstet werden. Sie sind außerdem als Classic Line oder auf Wunsch auch in Fail-safe-Ausführung mit zwei Heizsystemen und zwei Thermoelementen erhältlich, wie Hrsflow anmerkt. Die Full Compact Nozzles eigneten sich auch für das rückwärtige Anspritzen von Formteilen und für alle Düsenkonfigurationen (Torpedo, Free Flow und Nadelverschluss). Ihr maximaler Arbeitsdruck wird mit 1800 bar angegeben. Typische Anwendungen seien kleine, kompliziert geformte Teile, wie etwa Lautsprechergitter für den Kfz-Innenraum.

Druckplatten fürs Spritzgießwerkzeug mit Doppeleffekt

Eine hohe Plattensteifigkeit und die Sicherung eines optimalen Temperaturprofils im Heißkanalsystem sind laut Hrsflow zwei Schlüsselelemente für die Formteilqualität. Ist dieses Profil ungleichmäßig, kann es zu nicht ausbalancierter Fließfrontausbreitung, Verzug und Oberflächenmarkierungen kommen, wie es weiter heißt. Die von Hrsflow entwickelten Pressure Blocks sollen nun aber zur Erfüllung beider Bedingungen beitrage. Dabei wirkten diese, aus zwei speziellen Werkstoffen mit geringer thermischer Leitfähigkeit hergestellten Druckplatten, gleich zweifach: Auf beiden Seiten des Heißkanalverteilers positioniert, erhöhen sie in erster Linie die Steifigkeit der Aufspannplatte, so dass diese sich unter Last weniger verformt. Das Ergebnis seien Formteile mit konstanter Dicke innerhalb engster Toleranzen und ohne Grat. Auch verhinderten sie die Wärmeübertragung zwischen Verteiler und Aufspannplatte, was die Temperaturverteilung im Heißkanal signifikant homogenisiere. Ohne das Temperaturprofil zu beeinflussen, lassen sich laut Hrsflwo die Druckplatten an frei wählbarer Position zwischen Heißkanalsystem und Werkzeug anordnen (jedoch nicht über der Heizung). Je nach Kundenwunsch seien sie mit oder ohne Justierplatte und mit Dicken von 20 mm (240 °C maximale Verteilertemperatur, 50 °C maximale Werkzeugtemperatur) oder 30 mm (300 °C/100 °C) erhältlich.

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