EMO Hannover 2017 EMO Hannover füllt die Auftragsbücher der Branche

Redakteur: Udo Schnell

Die EMO Hannover 2017 zieht ein Auftragsvolumen von rund 20 Mrd. Euro nach sich. Dass so viele Maschinen auf der Messe verkauft wurden, überraschte einige Hersteller.

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Dr. Wilfried Schäfer (l.), Geschäftsführer des VDW, und Carl Martin Welcker, EMO-Generalkommissar, sind sehr zufrieden mit dem Verlauf der EMO Hannover 2017.
Dr. Wilfried Schäfer (l.), Geschäftsführer des VDW, und Carl Martin Welcker, EMO-Generalkommissar, sind sehr zufrieden mit dem Verlauf der EMO Hannover 2017.
(Bild: Gillhuber)

Die EMO Hannover 2017 ist unter guten Vorzeichen gestartet und auch am Ende ziehen die Veranstalter ein positives Fazit. „Das gute Geschäftsklima spiegelt sich auf der Messe wider und die Erwartungen der Aussteller und Besucher decken sich sehr gut“, resümiert EMO-Generalkommissar Carl Martin Welcker.

Geschäftsmodelle für Digitalisierung

Mit dem Motto „Connecting systems for intelligent production“ hatte die EMO Hannover den Nerv der Zeit getroffen und vor allem Besucher aus dem Ausland angezogen: Von den rund 130.000 Fachbesuchern reiste mehr als die Hälfte aus dem Ausland an, 70 % davon aus Europa. Der Fokus der Messe auf Vernetzung und Digitalisierung wurde durch die Brancheninitiative für Industrie 4.0 des VDW nochmals betont. Der VDW, Veranstalter der EMO Hannover, hatte diese Initiative auf der Messe erstmals einem breiten Publikum vorgestellt. Welcker: „Die Aussteller, insbesondere die Mitglieder des VDW, aber auch weitere Arbeitskreise und unsere amerikanischen und japanischen Schwesterverbände stehen voll und ganz hinter dieser Initiative.“ Jetzt gehe es darum, so Welcker, mit allen Werkzeugmaschinenherstellern die Vernetzung auf eine möglichst breite Plattform zu stellen, um über Standards eine schnelle Marktdurchdringung zu erreichen. „Man findet an jedem Stand Hinweise, wie einzelne Maschinenbauer versuchen, die Geschäftsmodelle ihrer Kunden durch Digitalisierung zu unterstützen“, führt Welcker aus. Es sei eines der Highlights der Messe, dass man so viele praktische Anwendungsbeispiele sehen könne. Welcker: „Besuchererwartung und Ausstellerpräsentation sind eins zu eins gematcht worden.“

EMO Hannover 2017 – Tag 3
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Mit unterschiedlichem Fokus spiegelten sich im Angebot der meisten Aussteller erstmals in großem Stil vielfältige Lösungen zur Vernetzung, Applikationen zur Datenanalyse und neue Services wider. Da ging es um vernetzte Systeme, auch zwischen verschiedenen Partnern, cloudbasierte Maschinenüberwachungssysteme, Simulationssoftware, Augmented Reality für die Maschineninstandhaltung, Blockchain-Technologie für sichere Datenübertragung, neue Geschäftsmodelle u.v.m. Christian Thönes, Vorstandsvorsitzender von DMG Mori in Bielefeld beispielsweise berichtet stellvertretend für viele andere Aussteller: „Unter dem Leitspruch der diesjährigen EMO Hannover haben wir ganz konkrete Produkte für die digitale Fertigung gezeigt.“ Generalkommissar Welcker ergänzt: „Die Erwartungen der Besucher wurden damit perfekt erfüllt. Die Werkzeugmaschi-nenindustrie hat bewiesen, dass sie bei der Digitalisierung der Produktion absolut auf der Höhe der Zeit ist.“

Milliardeninvestitionen in den nächsten 24 Monaten

Die Rückmeldungen der Aussteller seien durchweg erfreulich, führt Welcker aus. Ebenso wie die ganz großen Aussteller seien auch in der Breite die Unternehmen zufrieden – sowohl was die Internationalität betreffe als auch konkrete Geschäftsabschlüsse. Laut einer Umfrage wollen die EMO-Besucher in den nächsten 24 Monaten mehr als 20 Mrd. Euro in Produktionstechniken investieren. Allein in der Messewoche wurden Verträge mit einem Volumen von 8 Mrd. Euro unterzeichnet.

Die SHW Werkzeugmaschinen GmbH aus Aalen in Deutschland verkaufte gleich mehrere Maschinen: „Neben den für uns überraschenden Verkäufen kamen die Fachbesucher mit konkreten Projekten, teilweise mit den Abmessungen der neuen Maschinen, zu uns, dutzendweise davon allein aus China“, erzählt der Geschäftsführende Gesellschafter Anton Müller.

Die nächste EMO Hannover findet vom 16. bis 21. September 2019 statt.Bis dahin wird sich die Branche intensiv mit Digitalisierung und Vernetzung beschäftigen. „Dann werden wir sicher noch genauer wissen, wo die Reise hingeht“, so Welcker.

EMO Hannover 2017 – Tag 5
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