Suchen

Gecomer-Technologie Empfindliche Bauteile schadenfrei im Vakuum bewegen

| Redakteur: Jürgen Schreier

Forscher des Leibniz-Instituts für Neue Materialien (INM) haben das Haftprinzip nach dem Vorbild des Geckos so weiterentwickelt, dass sie es auch im Vakuum an- und ausschalten können. Bisher funktionierte das mit Saugnapfsystemen nicht.

Firmen zum Thema

Mit dem „Gecobot 2.0“ zeigen die Entwickler die Gecomer-Technologie auf der Messe Tech-Connect World in Washington DC (USA).
Mit dem „Gecobot 2.0“ zeigen die Entwickler die Gecomer-Technologie auf der Messe Tech-Connect World in Washington DC (USA).
(Bild: Uwe Bellhäuser)

Hersteller in der Automobil-, Halbleiter- und Displaytechnik sowie komplizierter Linsensysteme verwenden für ihre Waren Bauteile mit hochempfindlichen Oberflächen. Während des Produktionsprozesses werden solche Teile in vielen Verfahrensschritten hin- und hertransportiert. Jedes An- und Abheben über herkömmliche Greifsysteme birgt das Risiko von anhaftenden Rückständen oder Beschädigungen solcher Oberflächen.

Bildergalerie

Gecko-Strukturen haften an verschiedenen Objekten

Saugnapfsysteme vermindern Rückstände, versagen jedoch im Vakuum oder auf rauen Oberflächen ihren Dienst. Am Leibniz-Institut für Neue Materialien (INM), Saarbrücken, haben Forscher das Haftprinzip nach dem Vorbild des Geckos nun so weiterentwickelt, dass sie es auch im Vakuum an- und ausschalten können. Mit dem „Gecobot 2.0“ zeigen die Entwickler diese Prinzipien auf der internationalen Messe Tech-Connect World, Washington DC (USA) am Stand 301, German Area, am 16. und 17. Juni 2014.

„Künstlich hergestellte, mikroskopische Säulen, sogenannte Gecko-Strukturen, können an verschiedenen Objekten haften. Durch ein Verbiegen dieser Säulen lässt sich die Haftung abschalten. Damit können Objekte rasch angehoben und abgelegt werden“, erklärt Karsten Moh vom Programmbereich Funktionelle Mikrostrukturen.

Das funktioniere über verschiedene Mechanismen: Leichte Scher- oder Druckbewegungen bewirkten ein Abknicken der Säulen, ohne das angehobene Objekt zu beschädigen. „Diese Technik ist besonders im Vakuum von Interesse, denn hier versagen Saugnäpfe“, meint Moh. Damit ließen sich zum Beispiel Teile innerhalb einer Maschine für Gasphasenbeschichtung (CVD oder PVD) bewegen.

(ID:42744262)