Energiemanagement Energiedatenerfassung in Maschinen integrieren

Autor / Redakteur: Stephan Theis / Robert Horn

Detaillierte Verbrauchs- und Lastganganalysen aus dem laufenden Betrieb oder Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Produktionszuständen – solche Auswertungen sind die Basis für Optimierungen und mehr Effizienz. Die Werkzeuge hierfür können Maschinen- und Anlagenbauer ihren Kunden jetzt bieten.

Firma zum Thema

Mit der "Spektralanalyse" (auch Heatmap oder Carpet Plot genannt) lassen sich Leistungsspitzen und wiederkehrende Ereignisse schnell identifizieren.
Mit der "Spektralanalyse" (auch Heatmap oder Carpet Plot genannt) lassen sich Leistungsspitzen und wiederkehrende Ereignisse schnell identifizieren.
(Bild: Econ Solutions)

Effizienz ist für produzierende Unternehmen das A und O, denn sie sorgt für die anhaltende Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. Maschinen- und Anlagenbauer unterstützen ihre Kunden hierbei bereits durch hochproduktive und Maschinen mit energieeffizienten Komponenten. Doch wenn diese nicht auch effizient betrieben werden, können diese Einsparungen kaum realisiert werden.

Mit integrierter Messtechnik und einer Auswertungssoftware können sie ihren Kunden die Instrumente an die Hand geben für ein Energiemanagement, das auch Produktions- und Prozessopti- mierungen ermöglicht. Damit bieten sie ihren Kunden einen echten Mehrwert und schaffen sich selbst zusätzliche Absatz- und Aftersales-Potenziale. Entscheidend dabei ist, dass hier herstellerübergreifend die gesamte Anlage sowie alle Medien inklusive Druckluft und Kälteanlagen eingebunden werden. Hierfür können Maschinen- und Anlagenbauer auf schlüsselfertige Energiemanagement-Komponenten zurückgreifen, die sie in ihre Produkte integrieren oder zur Nachrüstung anbieten.

Bildergalerie

Die meisten Unternehmen kennen ihren Energiebedarf lediglich aus den Abrechnungen des Energieversorgers – und verfügen damit nicht über eine ausreichend detaillierte Datenbasis für gezielte Effizienzmaßnahmen sowie gegebenenfalls auch Maßnahmen im Rahmen eines ISO-50001-konformen Energiemanagementsystems.

Messung während des laufenden Betriebs

Hierfür müssen Maschinen und Anlagen mit entsprechender Messtechnik ausgestattet werden, wie etwa dem Multifunktionsmessgerät Econ Sens3. Es misst detailliert die Wirk- und Blindleistung sowie Strom und Spannung während des laufenden Betriebs ohne diesen in irgendeiner Art und Weise zu beeinflussen. So ermöglicht es die Nachweisführung und Transparenz von (Energie-)Leistungskennzahlen.

Das Energie- und Leistungsmessgerät ist für die unmittelbare Montage, auch während des laufenden Betriebs, und den sofortigen Einsatz im Auslieferungszustand vorkonfiguriert. Für die Datenaufnahme bestehender Messgeräte, zum Beispiel für Wasser, Druckluft und Temperaturen, bietet sich die Datenlogger-Variante Econ Sens 3 Log mit entsprechenden Schnittstellen an. Die Variante Sens 3 Pro ermöglicht zudem die Netzanalyse nach EN 50160 für die Beurteilung von Gewährleistungsfällen.

Um aus den Messdaten aussagekräftige Analysen zu generieren, stehen verschiedene Varianten zur Wahl: Anwender können die Messdaten einfach über die auf dem Econ Sens 3 integrierte Software auslesen und etwa mithilfe von Microsoft Excel auswerten. Darüber hinaus können Maschinenbauer ihren Kunden auch einen Analyseservice anbieten, mit dem sie schnell und komfortabel vielfältige Analysen und Kennzahlen (KPI/EnPI) erhalten. Dabei sendet der Nutzer seine Energiedaten per E-Mail an ein Energiedatenportal, noch komfortabler geht es mit einer automatisierten und dauerhaften Datenübertragung, etwa via Mobilfunk.

Portal erlaubt Zugriff auf Messdaten

Über das zentrale Energiedatenportal hat der Nutzer einen geschützten Zugriff auf seine Messdaten und erhält eine Vielzahl individuell konfigurierbarer Berichte und Auswertungen mit zahlreichen Visualisierungsmöglichkeiten: Für ABC-Analysen, Verbrauchs- und Kostenberichte sowie Auswertungen zur Leistungs- und Zustandsanalyse kann er beliebige Zeitintervalle wählen und in auffällige Zeiträume einfach hineinzoomen. Schwellwerte weisen automatisiert und zeitnah auf Grenzwertverletzungen hin und dienen so als Frühwarnmechanismus. Darüber hinaus lassen sich externe Daten, wie zum Beispiel Produktionsmengen, importieren.

Damit erhalten Kunden Aufschlüsse über ihre Produktionsprozesse und auftragsbezogene Kennzahlen: Energiekosten pro produziertem Stück oder Produktionslos sowie für Stillstände, effektive Produktionszeiten und Rüstanteil, außerdem lassen sich Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Produktionszuständen und Verbräuchen ermitteln und für Prozessoptimierungen nutzen. Für die Weiterverarbeitung lassen sich die Messdaten auch exportieren.

„Energiemanagement ready“

Der Hersteller kann die Daten ebenfalls nutzen, etwa für das Condition Monitoring: Er hat die Möglichkeit, den Zustand seiner Maschinen im reellen Betrieb zu überwachen und auch verdeckte Schäden zu erkennen, bevor diese sich in verminderter Produktivität oder Qualität bemerkbar machen. Daraus entstehen neue Möglichkeiten für Dienstleistungen im After­sales.

Die Nutzeroberfläche des Portals erscheint selbstverständlich in der Corporate Identity des Herstellers und fügt sich damit nahtlos in dessen Produktportfolio ein. Neue Maschinen und Anlagen können Hersteller ab Werk mit der Option „Energiemanagement ready“ anbieten. In diesem Fall wird die Mess- und Datenloggertechnik vor der Auslieferung an den Kunden in die Anlage eingebaut. Wie bei der Nachrüstung besteht auch hier die Wahl zwischen der Einzelmessung mit manuellem Auslesen der Daten und der automatisierten Messung und Auswertung.

* Dr. Stephan Theis ist Geschäftsführer der Econ Solutions GmbH in 75334 Straubenhardt, Tel. (0 70 82) 7 91 92 00, info@econ-solu- tions.de

(ID:44256502)