Verpackungstechnik

Energieeffiziente Heizgurte verbessern Wellpappenherstellung

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Hochwertige Wellpappenherstellung im Fokus

In der Zug- und Heizpartie der 120 m langen Wellpappenanlage (WPA) des Maschinenbauers BHS setzt Nestler diesen Gedanken ebenfalls in die Tat um: Die WPA hat eine Arbeitsbreite von 2,5 m und verfügt über zwei einseitige Maschinen sowie Aufreiß- und Verstärkungsfaden. Sie arbeitet mit einer Geschwindigkeit von 350 m/min und ermöglicht durch ein optimiertes Dampfsystem eine kühlere Herstellung der Wellpappe (cooler corrugating). So ist es möglich, den Dampfdruck bis auf 0,5 bar zu verringern – branchenüblich sind Minimalwerte von 2 bis 3 bar. Dadurch konnte der spezifische Energieverbrauch um etwa 10 % gesenkt werden, was sich auch in 8 % geringerem Leimverbrauch widerspiegelt.

Die 16 m lange Heiz- und Zugpartie ist dabei mit 18 Heizplatten belegt und arbeitet mit einem Plate-Roll-Anpresssystem, das „Schuhe“ und Rollen kombiniert. Für eine optimale Punktbelastung sind in den ersten drei Heizpartien jedoch nur Rollen verbaut. Produktunabhängig transportiert der Heizgurt pro Stunde durchschnittlich 30.000 m² 1- und 2-wellige Pappe. Je nach Produktmix wirkt dabei ein Dampfdruck von bis zu 16 bar – bei Flächengewichten von bis zu 1,4 kg. Entsprechend anspruchsvoll sind die Erwartungen von Nestler an die Formstabilität und Spurtreue bei der Herstellung.

Prozessgeschwindigkeit um 8 % gesteigert

Im Jahre 2015 wechselte Nestler von einem Standardheizgurt zu dem damals von der technischen Weberei GKD – Gebr. Kufferath AG neu eingeführten Heizgurt des Typs Conducto 3313. Der Grund war die Aussage, dass bei diesem Gurt signifikante Einsparungen bei der Antriebsenergie zu erwarten waren. „Das ist im Bereich der WPA nicht wenig“, merkt Eva Labusga, Leiterin WPA, Planung und Fertigungssteuerung, zur die damaligen Motivation an. Die Konstruktion aus Polyestermonofilen (quasi Drähten) mit Aramidfaseverstärkung im Randbereich und in Laufrichtung eingewebten Bronzedrähten macht den Conducto 3313 im Vergleich zu marktüblichen Produkten deutlich leichter. Durch eine spezielle Thermofixierung ist er außerdem dauerhaft dimensionsstabil.

Trotz des geringeren Gewichts ist der Gurt stabil und robust genug, um den für einen optimalen Kontakt von Wellpappe und Heizplatten notwendigen gleichmäßigen Druck zu widerstehen. Dabei bewirkt die offene Gewebestruktur ein sofortiges vollflächiges Ausdampfen des Prozesswassers aus der Wellpappe. Durch diese schnellere Trocknung und dadurch bessere Planlage der Wellpappe konnte bei Nestler die Prozessgeschwindigkeit um 8 % gesteigert werden. „Wir fahren die Anlage schneller, weil die Beschaffenheit der Pappe es nun erlaubt“, erklärt die Produktionsleiterin.

Leichtbau-Heizgurt spart 15 % Energie

Auch mit seiner Laufleistung übertraf der GKD-Gurt das zuvor eingesetzte Modell bei weitem: 180 Mio. Laufmeter in drei Jahren wurden erreicht – ohne Stillstand! „Der Vorgängergurt hielt maximal zwei Jahre“, betont Labusga. Weil der GKD-Heizgurt außerdem selbstreinigend ist, blieb er stets sauber – weder oberflächliche Anhaftungen von Papier und Leim noch ein Zusetzen durch Wachs traten auf. Anhand gezielter Messungen am herkömmlichen und neuen Gurt überprüfte Nestler auch den für die Entscheidung zum Wechsel relevanten Verbrauch an Antriebsenergie. Das Ergebnis: Der Conducto 3313 braucht wegen seines geringeren Gewichts rund 15 % weniger Energie.

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