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Energieeffiziente Heizgurte verbessern Wellpappenherstellung

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Zwei Probleme musste anfangs mit „Bordmitteln“ behoben werden

Dennoch wurde der Versuch mit diesem GKD-Gurt nach drei Jahren abgebrochen, obwohl er trotz der langen Laufzeit noch keinerlei Veränderung zeigte. Der Grund: „Eigentlich wollte ich ihn weiterfahren, um zu sehen, wie sich bei ihm das beginnende End-of-life bemerkbar macht“, so die Produktionsleiterin. „Aber nach diesen guten Erfahrungen wollten wir dann noch lieber den damals neuen Gurt von GKD testen – den Conducto 3322.“ Durch diese Weiterentwicklung versprach man sich gleich zwei, auch für Nestler interessante, Verbesserungen: Beim Typ 3313 hatte dessen glatte Oberfläche anfangs Probleme bei der Traktion verursacht. Durch darauf applizierte Silikonstreifen und durch Anschleifen wurde das Manko schrittweise behoben. Außerdem empfand das Bedienpersonal die Lautstärke des 3313 als unangenehm. Zur Überprüfung dieses Empfindens führte Nestler dann Lärmmessungen durch, die zeigten, dass der herkömmliche Gurt und der 3313 gleich hohe Dezibelwerte ergaben. Der GKD-Gurt lärmte jedoch mit einer etwas höheren Frequenz. Deshalb wurde sein Geräuschpegel unmittelbar nach dem Aufziehen des Gurts als lauter wahrgenommen. Nach einer Woche Laufzeit nivellierte sich der Pegel allerdings auf das übliche Maß, wie sich herausstellte.

Dünnere Heizgurte zahlen sich mehrfach aus...

Mit der Entwicklung des Conducto 3322 hat GKD diese beiden Probleme nun dauerhaft gelöst, denn die Konstruktion besteht jetzt aus 2,5-lagigem Hybridgewebe, das man mit einem inneren Gerüst aus Polyestermonofilen und zusätzlichen Bronzedrähten in Laufrichtung mit einer Kette aus Stapelfasergarn kombiniert. Der Rand ist wie bei dem Vorgängermodell mit Aramidfasern verstärkt. Durch das textile Material ist der Mitnahmeeffekt, also die Traktion, nun deutlich besser. „Wir müssen den Gurt nicht mehr aufrauen“, betont Labusga. Außerdem läuft er leiser als der 3313 und damit von Anfang an im Lärmpegelniveau von üblichen Gurten. Seine um 1,1 mm erhöhte Dicke (der Conducto 3313 hat 4,6 mm) macht im Betrieb keinen Unterschied. Herkömmliche Gurte sind allerdings bis zu 8 mm dick. Die geringere Gurtdicke der GKD-Produkte erleichtert das Handling beim Wechsel signifikant, sodass die Montage deutlich einfacher und schneller abläuft. „Der Gurt ist in drei bis vier Stunden gewechselt. Das ist die Hälfte der Zeit, die man für andere Gurte braucht“, freut sich Labusga.

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Positiv wirkte sich das dünnere Format der GKD-Gurte auch auf die Nähte aus, die dadurch feiner sind. Gleichwohl gab es anfangs Nachbesserungsbedarf: „Eine markierungsfreie Naht ist generell sehr schwierig zu erhalten, und bei Feinwelle mit weißen Papieren geht es dabei um Zehntelmillimeter“, erläutert die Produktionsleiterin. Deshalb erforderte die Wahl der richtigen Klammer für die Naht am Gurttyp 3322 zunächst etwas Arbeit, was man bei Nestler aber als normal betrachtet. Der Hauptvorteil aus Sicht der Spezialistin ist auch bei diesem neuen Gurt das schnelle, gleichmäßige Ausdampfen. Und trotz seines textilen Anteils steht der Conducto 3322 in puncto Luftdurchlässigkeit dem Conducto 3313 in nichts nach, bestätigt Labusga. Er halte die Topwerte, die man schon mit dem Vorgängermodell bei der Antriebsenergie (die 15-%-Einsparung) erreicht habe. Und auch beim Verbrauch von Dampfenergie und Leim gibt es laut Aussage von Labusga keine Unterschiede zwischen beiden GKD-Gurten. Beide Heizgurte verbessern folglich das Endprodukt und sparen Energie und Produktionszeit.

Gute Erfahrungen machen Mut für weitere Änderungen

Bei oberflächlichen Anhaftungen sticht der Conducto 3313 durch seine selbstreinigende Oberfläche den Neuling aus: Der 3322 erfordert nämlich den Einsatz eines Hochdruckreinigers, um wieder sauber zu werden. Anders als herkömmliche Gurte zeigten aber beide Gurte keinerlei Neigung zum Zuwachsen. Das Fazit von Eva Labusga zu den Heizgurten von GKD fällt deshalb entsprechend positiv aus: „Der Einsatz als Obergurt hat nur Vorteile gebracht. Ich habe keinen Moment bereut, dass wir diesen Weg zusammen gegangen sind!“ Deshalb kann sie sich auch vorstellen, demnächst den Conducto 3322 als Untergurt zu testen.

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