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Finanzen

Energieeffizienz im Bankgespräch strategisch anführen

| Autor / Redakteur: Arnd Halbach / Claudia Otto

Die Energieeffizienz und das Energiemanagement eines Unternehmens haben unmittelbaren Einfluss auf die Ratingnote.
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Die Energieeffizienz und das Energiemanagement eines Unternehmens haben unmittelbaren Einfluss auf die Ratingnote. (Bild: Sergej Khackimullin - Fotolia.com)

Wer zu viel Strom verbraucht, begibt sich doppelt in Gefahr. Denn abgesehen von den steigenden Energiekosten drohen auch höhere Kreditzinsen. Unternehmen können ihre Aussichten beim Bankgespräch verbessern, wenn sie über folgende Sachverhalte Bescheid wissen und sich entsprechend vorbereiten.

Wenn Nachrichtenagenturen steigende Energiepreise voraussagen, dauert es nur wenige Minuten, bis die Aktien verbrauchsintensiver Branchen unter Druck geraten. Um nervösen Überreaktionen der Märkte vorzubeugen, bemühen sich die Investor-Relations-Abteilungen um eine gute Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Energieeffzienz. Es werden Journalisten von Werk zu Werk gekarrt, Blockheizkraftwerke und Wärmerückkoppelungsanlagen besichtigt und Pläne für neue, energiesparende Herstellungsprozesse präsentiert.

Banken achten mehr auf Energiekosten ihrer Kreditkunden

Mehr als 90 % der produzierenden Unternehmen in Deutschland bleiben solche Aufregungen und der PR-Aufwand erspart. Als Kapital- und Personengesellschaften finanzieren sich sie über einen klassischen Bankkredit und nicht über hypersensible Wertpapiermärkte. Sie benötigen keine Investor-Relations-Experten, die Kleinaktionäre bei Laune und institutionelle Investoren in Schach halten.

Das bankinterne Rating ist traditionell rückwärtsgerichtet und stützt sich auf die Bilanzangaben – nicht aber auf Zukunftsprognosen. Dass zum Beispiel in 1 t Zement mehr als 100 kWh Strom enthalten sind, interessierte den Firmenkundenbetreuer eines Baustoffherstellers bisher allenfalls peripher. Hauptsache, die Zahlen stimmten.

Mit dieser Idylle ist es nun vorbei. Auch Banken und Sparkassen achten in ihrem normalen Firmenkreditgeschäft auf die Energiekosten. Das gilt vor allem für die Branchen Maschinenbau, Metallproduktion, Transportwesen und Logistik sowie Zementherstellung und Chemie. Sorgen bereitet nicht nur die absolute Höhe der Kosten, sondern auch deren zum Teil starke Schwankungen. Denn daraus ergeben sich große Unsicherheiten in der Ertragsplanung.

Banker berücksichtigt proaktiven Umgang mit Energie

Die Banker richten ihr Augenmerk vor allem darauf, ob und wie ihre Industrie- und Gewerbekunden mit dem Thema Energie proaktiv umgehen. Soft-Facts und Soft-Skills lauten die Stichworte: die Einziehung branchenspezifischer Entwicklungen und der Qualität der Geschäftsführung in die Bewertung des Unternehmens als Darlehensnehmer. Die Aussagen führender Ratingagenturen und Kreditinstitute sind unmissverständlich: Die Energieeffizienz und das Energiemanagement eines Unternehmens haben unmittelbaren Einfluss auf die Ratingnote. Schon Basel II hatte ein solches qualifiziertes Rating zum Ziel gehabt; von den Banken war es allerdings wegen seines hohen Aufwands in der Fläche zunächst nicht umgesetzt worden.

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